Viele Drensteinfurter erkunden die Umgebung

Verhaltensregeln in der Natur: Tiere werden durch Menschen gestört

Dr. Berit Philipp vom Nabu untersucht den Weißdorn.
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Dr. Berit Philipp vom Nabu untersucht den Weißdorn.

Viel hat sich verändert in der Corona-Krise. Während sich einige verstärkt dem Fernsehen, Netflix und Co. zuwenden, zieht es vor allem in Drensteinfurt viele in die Natur. Hier finden Sie Tipps zum richtigen Verhalten in der natürlichen Umgebung.

Drensteinfurt – Auch auf die Tiere und die Umwelt hat das Corona-Virus unterschiedliche Auswirkungen. So haben es einheimische Insekten derzeit sehr viel einfacher zu überleben. Gerade wandernde Insekten wie Schmetterlinge oder Bienen profitierten von den gesunkenen Pendlerzahlen, erklärt Dr. Berit Philipp vom Naturschutzbund.

Wo sonst viele Pendler von Drensteinfurt aus mit dem Auto zur Arbeit in die größeren Städte fahren, sei jetzt sehr viel mehr Ruhe angesagt. „Zum Glück für die Insekten“, freut sich die Biologin. Andere Tiere wie beispielsweise diverse Vogelarten hätten es aufgrund der Corona-Krise hingegen nicht so leicht, sagt sie. Der Grund: Drensteinfurt locke mit vielen schönen Feldwegen in der Natur, die nun in der vermehrten Freizeit der Drensteinfurter häufiger genutzt werden.

Tiere durch Menschen gestört

In solchen Zeiten sei es daher besonders wichtig, ein korrektes Verhalten in der Natur an den Tag zu legen, erklärt die Expertin. Denn vor allem Bodenbrüter wie der Kiebitz, der auch in Drensteinfurt sein Zuhause habe, werden oftmals von dem falschen Verhalten der Natur-Entdecker gestört, weiß sie zu berichten.

Die bedrohte Vogelart, die auf den Äckern brüte, werde durch den vermehrten Lärm der Spaziergänger beeinträchtigt. Dadurch könne der Bruterfolg geringer ausfallen, zeigt sie die Kehrseite der Medaille auf. Laut Philipp könnten die in diesen Tagen sehr starken Bewegungen sogar dazu führen, dass die bedrohten Vögel ihr komplettes Nest aufgeben.

Pflanzen wie die Goldnessel gibt es zu entdecken.

Verhaltensregeln in der Natur

Aus diesem Grund appelliert die Biologin an die Drensteinfurter, sich an einfache Regeln zu halten, damit Bodenbrüter wie der Kiebitz oder die Feldlerche in Ruhe ihre Küken großziehen können. Der wichtigste Punkt dabei ist: „Die Menschen müssen sich an die Wege halten und die Hunde anleinen.“ Zudem sei es erforderlich, sich – vor allem bei Sichtkontakt zu den Vögeln – ruhig zu verhalten.

Die Mitarbeiterin des Naturschutzbundes erklärt aber auch ausdrücklich, dass sie die Menschen aus Drensteinfurt nicht davon abhalten möchte, in die Natur zu gehen. Im Gegenteil: Sie rät dazu, die hinzugekommene freie Zeit zu nutzen, um sich intensiver mit der Natur zu befassen. „Die Leute können die Natur vor ihrer Haustür intensiver erleben“, betont Philipp. Überall seien Pflanzen und Orte zu finden, wo die Natur und ihre einheimischen Tiere näher entdeckt werden könnten.

Informationen zu Pflanzen und Co.

Wer Hilfe bei der Bestimmung oder Suche benötigt, kann die Homepage des Naturschutzbundes oder eine eigens konzipierte App nutzen. Dort können sich auch die Drensteinfurter jederzeit informieren. Die Biologin ist sich sicher, dass gerade diese Zeit von den kleinen und großen Stewwertern genutzt wird, um sich näher mit dem Leben außerhalb der Stadt zu beschäftigen.

Daher sieht sie das Corona-Virus und die dadurch bedingten vielen Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben auch als Chance. Bleibende Schäden für die Tier- und Umwelt erwartet sie nicht. „Dauernde Auswirkungen wird es wahrscheinlich keine geben“, erklärt sie.

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