Zehn Gruppen

Mehr als Singen: Hinter dem Besuch der Sternsinger steht ein hoher logistischer Aufwand

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Drei Sternsinger, ein Sternträgerin und zwei Gitarrenspieler: Daniel Mölllers, Martin Niesmann, Simon und Lea Möllers, Marie Rosendahl und Jirina Habicht besuchen die Kindergärten in Drensteinfurt.

Drensteinfurt – Hinter den Sternsingern, die seit vielen Jahren im Januar zu den Menschen gehen und den Segen bringen, steckt eine große „Familie“, die dafür sorgt, dass alles reibungslos funktioniert.

Es sind nicht nur Kinder, sondern auch etliche Erwachsene, die liebevoll und ehrenamtlich ihre Zeit in den Dienst der guten Sache stellen. Am Freitagmorgen machen sich zwei Gruppen auf den Weg.

Daniel Mölllers (15), Martin Niesmann (21), Simon (9) und Lea (12) Möllers, Marie Rosendahl (9) und Jirina Habicht (15) besuchen die Kindergärten. 14 Termine am gestrigen Samstag und 16 Termine am Sonntag wird die Gruppe insgesamt bewältigen. Angst davor, dass es zu viele seien, haben sie nicht, im Gegenteil: „Ich freue mich darauf“, sagt Marie stellvertretend für die Gruppe.

Für Simon und Marie ist es ihr erster Besuch. Entsprechend aufgeregt sind die beiden Klassenkameraden. „Ich habe Angst davor, dass ich mich verspreche oder einen Lachanfall bekomme, wenn ich vor jemanden singe, den ich kenne“, gibt sie zu. Sie wollte schon im letzten Jahr dabei sein, doch niemand der Freundinnen machte mit; dieses Jahr ist wenigsten Klassenkamerad Simon dabei. „Den kenne ich und wir gehen in einer Gruppe“, freut sie sich.

Angst, den Einsatz zu verpassen

Für den Neunjährigen war es ganz, klar Sternsinger zu werden. „Meine Geschwister sind dabei und ich freue mich auf das gute Essen am Abend“, verrät er spitzbübisch. Am Abend sind die Sternsingergruppen jeweils bei Familien zum Essen eingeladen. Angst hat er nur davor, seinen Einsatz zu verpassen.

Da kann ihn Marion Lohmann schnell beruhigen. „Ihr seid ja ein Team, da kann gar nichts passieren.“ Marion Lohmann ist eine von zehn Frauen, die für die Rundum-Betreuung der Sternsinger zuständig ist. Ihre Arbeit begann mit dem Abtelefonieren der Termine, dessen Koordination dann in den Händen von Elmar Stracke und Wolfgang Abeln lag.

Rund 100 Kostüme für die Sternsinger

Als nächstes mussten die rund 100 Kostüme aus dem großen Kleiderschrank im Alten Pfarrhaus rüber in die Alte Küsterei gebracht werden. In diesem Jahr sind zum Fundus noch etwa 60 ausrangierte Rochetts der Messdiener hinzugekommen. An zwei Sonntagen wurden alle Kinder in kleinen Proben zur Anprobe bestellt, „Jedes Kind konnte in Ruhe ein passendes Gewand aussuchen“, erklärt Lohmann. Dies sei besonders wichtig: Die Kinder müssen sich wohlfühlen, damit es Spaß mache, versichert sie.

Martin Niesmann (links) schminkt Simon Möllers, bevor es losgeht.

Die Frauen helfen beim Ankleiden, beim Schminken, kontrollieren die Gewänder, eine ist immer da. Es käme auch vor, dass am Abend noch eine Waschmaschine angeschmissen werde, weil Gewänder schmutzig geworden sind.

Am Samstagabend nach dem Gottesdienst machen sich die Frauen immer einen verdienten gemütlichen Abend. Am Sonntag wird jeder Sternsinger in die Alte Küsterei zurückerwartet. „Das kann schon mal 21.30 Uhr werden“, verrät Lohmann, die vor 15 Jahren, als ihr Sohn Sternsinger wurde, erstmals im Team mitmachte.

Am Montag wird die alte Küsterei geputzt

Dann beginne das große Aufräumen, Gewänder müssten gewaschen und kontrolliert werden. Kaputte Sachen wandern zu den beiden Näherinnen Maria Abeln und Brunhilde Müller. Am Montag schließlich werde die ganze alte Küsterei geputzt.

Zehn Gruppen gehen in diesem Jahr los, für die Gruppenzusammenstellung ist Elmar Stracke zuständig. „Der macht das mit unglaublichem Fingerspitzengefühl“, versichert Lohmann. Nicht umsonst würden viele Kinder jedes Jahr wiederkommen.

Martin Niesmann, heute 21-jährig, fing mit neun Jahren als Sternsinger an. Mittlerweile ist er für die Anleitung und Unterrichtung der Gitarrenspieler zuständig, die die Gruppen begleiten. Außerdem hat er mit allen zu Beginn der Weihnachtsferien die Texte einstudiert.

Lea und Daniel Möllers besprechen noch einmal die einzelnen Termine ihrer Einsätze als Sternsinger.

Auch Manuel Schemmelmann und Max Bolsmann sind seit sieben Jahren dabei. Die beiden Zwanzigjährigen begleiten heute die „Kleinen“. Ihre Gruppe – Philipp Stratmann (10), Georg Weisgerber (13), Olaf Saphörster (11) und Leonard Ruwe (13) –ist am Freitagmorgen im Malteserstift zu Gast. Dort singen sie erst im Gottesdienst und dann auf den einzelnen Stationen.

Warum sie noch immer dabei sind, wissen sie ganz genau: „Weil es Spaß macht und wir die Freude bei den Menschen sehen“, sagt Manuel, und Max fügt hinzu: „Der Zweck ist ja auch kein schlechter.“

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