Maximilian Seidler schafft Weg vom Förderschüler zur Fachoberschulreife an der Teamschule

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Maximilian Seidlers Start in die Schulzeit war alles andere als leicht. Doch mit viel Fleiß, der liebevollen Unterstützung und Zuversicht seiner Eltern und seiner späteren Klassenlehrerinnen wurde aus dem Förderschüler aus der Grundschulzeit ein ganz normaler Schüler in der Teamschule. Vor zwei Wochen beendete der 16-Jährige die zehnte Klasse. Und: Er erhielt genau wie die Stufenbeste ein iPad für „herausragende persönlich Leistung“, so Schulleiterin Anja Sachsenhause. Sie würdigte damit seinen Weg vom Förderschüler zum Absolventen mit der Fachoberschulreife. Und dieser Weg war nicht immer einfach.

Drensteinfurt – An die Elternsprechtage in der Grundschule erinnert sich Silke Seidler mit Schrecken. „Ich habe nichts Gutes über meinen Sohn gehört“, sagt sie. Eine Förderschullehrerin bescheinigte ihm in einem Test desolate Werte in allen Fächern. „Vier Stunden dauerte der Test. Damals konnte sich unser Sohn nur 20 Minuten konzentrieren“, erinnert sich Christoph Seidler. Die Eltern wollten das niederschmetternde Ergebnis so nicht stehen lassen und holten eine zweite Meinung ein. Im Haus Walstedde wurde der Grundschüler ein zweites Mal beurteilt.

„Die Ergebnisse deckten sich nicht“, erinnert sich der Vater, denn in der Klinik wurde lediglich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche mit dem Schwerpunkt „Lernen“ attestiert. Gleichzeitig gab man ihnen die Empfehlung, den Jungen gezielt zu fördern und die Hoffnung, dass der Weg zum Regelschüler durchaus möglich sei. „Das hat uns Mut gemacht. Fortan war unser Ziel: vom Förderschüler zum Regelschüler“, erinnert sich Christoph Seidler.

Maximilian Seidler gelingt es dank der Unterstützung seiner Eltern Silke und Christoph Seidler und seiner Lehrerinnen sich vom Förderschüler, der sich nur 20 Minuten konzentrieren konnte, zu einem normalen Regelschüler mit einem guten Abschluss an der Teamschule zu steigern.

In der vierten Klasse informierten sich die Eltern umfangreich über die verschiedenen Schulmöglichkeiten und entschieden sich am Ende für die Teamschule. Eine Entscheidung, die sie nie bereut haben. „Maxi bekam mit dem neuen Anfang eine neue Chance“, erklärt Silke Seidler. Bei den beiden Klassenlehrerinnen Anne Butz und Birgit Everding wussten sie ihren Sohn von Anfang an gut aufgehoben. „Wir hatten Glück, dass die beiden inhaltlich auf Maxi eingegangen sind.“ Maximilian besuchte innerhalb der Klasse in den ersten beiden Jahren eine Fördergruppe. Noten bekam er wie in der Grundschule nicht, stattdessen erhielt er eine Beurteilung.

In der Schule fühlte er sich wohl und anerkannt. „Ich habe mich mit den anderen Schülern gut verstanden. Dass ich als Förderschüler gekommen bin, war nie ein Problem“, versichert er. Mit dem Schulwechsel änderten sich auch die Elternsprechtage. Während seiner ganzen Teamschulzeit bescheinigten ihm seine Lehrerinnen ein gutes vorbildliches Sozialverhalten, gute Mitarbeit und Kameradschaftlichkeit. „Jeder Elternsprechtag begann mit positivem Feedback über unseren Sohn“, erinnert sich Silke Seidler. Erst danach wurden kleine Defizite angesprochen, Lösungen überlegt und neue Ziele festgelegt – und das mit großem Erfolg.

In siebter Klasse vom Förder- zum Regelschüler

Bereits in der siebten Klasse galt Maximilian als Regelschüler und damit erhielt er auch erstmals Zensuren. „Maxi wurde selbstbewusster, konnte sich besser konzentrieren und ging gerne zur Schule“, so der Vater. „Ich habe dort erkannt, dass ich doch lernen kann und nicht der schlechteste Schüler bin“, berichtet der 16-Jährige. Damals habe er sich vorgenommen, immer besser zu werden.

Neben den Lehrern leisteten die Eltern einen nicht unerheblichen Beitrag, damit die Schule für ihren Sohn am Ende ein Erfolgserlebnis wurde. „Ich habe quasi die Schule mit Maximilian noch einmal mitgemacht, habe für jede Arbeit mit ihm geübt“, erzählt der Vater schmunzelnd. Gleichzeitig habe er gelernt, den Druck rauszunehmen, damit sich sein Sohn entwickeln konnte. Sein Einsatz hat sich gelohnt: In der zehnten Klasse habe sein Sohn völlig selbstständig gearbeitet. „Ich muss Maxi ein großes Lob aussprechen“, sagt er. Die größte Belohnung erhielt der Schüler aber am Entlasstag mit dem Zeugnis der Fachoberschulreife und einem Durchschnitt von 2,1.

Weiter geht es auf der Berufsschule in Münster

„Für mich war es die beste Schule“, meint Maximilian. Sein nächstes Ziel steht auch schon fest. „Ich besuche zwei Jahre die Hans-Böckler-Berufsfachschule in Münster.“ Am Ende steht der Abschluss der Fachoberschulreife Elektrotechnik mit Profil Informations- und Kommunikationstechnik.

Seine Hoffnung: „Ich würde nach der Berufsfachschule gerne eine Ausbildung als IT-Techniker bei der Firma WEKA in Sendenhorst beginnen.“ Dort habe er bereits ein Praktikum absolviert, das ihm gut gefallen habe.

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