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An der Seite der queeren Christen: Maria-2.0-Gruppe Drensteinfurt unterstützt Forderungen

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Kreuz Gottesdienst Regenbogenflagge
Maria-2.0-Gruppe Drensteinfurt unterstützt Forderungen von #OutInChurch uneingeschränkt. © Henning Kaiser

125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche haben sich als queer geoutet und ein Ende ihrer Diskriminierung gefordert.

Drensteinfurt - In der Dokumentation „Wie Gott uns schuf“, die am Montagabend in der ARD zu sehen war, schilderten einige von ihnen, was es heißt, als nicht-heterosexueller Mensch im Dienst der katholischen Kirche zu stehen: nämlich oftmals entweder seine Sexualität und seinen Partner zu verstecken oder zu riskieren, seinen Job zu verlieren.

Unter den 125 queeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind auch Menschen aus dem Bistum Münster wie Monika Schmelter, die bereits in Drensteinfurt am Donnerstagsgebet von Maria 2.0 teilnahm. Sie musste als Caritas-Mitarbeiterin die Beziehung zu ihrer heutigen Frau, einer Religionslehrerin, 40 Jahre geheim halten, um den Job nicht zu verlieren.

Diskriminierung nicht im Sinne Jesu

„Maria 2.0 unterstützt uneingeschränkt die Forderungen der Aktionsgruppe #OutInChurch“, schreibt Raphaela Blümer als Initiatorin der Maria-2.0-Gruppe Drensteinfurt stellvertretend für ihre Mitstreiterinnen. Die Forderungen beinhalten eine Reform des kirchlichen Arbeitsrechts sowie eine Revision der kirchlichen Lehre über Geschlechtlichkeit und Sexualität.

„Auch ich erachte dies seit Langem für notwendig. Die diskriminierende Haltung der katholischen Kirche gegenüber LGBTIQ+-Menschen ist bestimmt nicht im Sinne Jesu und widerspricht den Menschenrechten“, so Blümer.

Diskussionsabende zum Thema geplant

„Ein essenzieller Grund, bei Maria 2.0 mitzumachen, liegt in meinem eigenen Ringen“, erläutert Claudia Habicht ihre Motivation. Ihre Kinder nimmt sie als Geschenk Gottes an: „Und da kommt die katholische Kirche und sagt: ‚Nein, eins ist nicht richtig! Wir verstoßen es, weil es von Gott geschaffen wurde, wie es ist.‘ Das kann ich so nicht stehen lassen! Deshalb ist es für mich wichtig, am Donnerstagsgebet teilzunehmen und sichtbar vor der Kirche zu stehen: Unser Kind gehört zu uns!“

Die Drensteinfurter Maria- 2.0-Gruppe plant, bei besserer Pandemielage auch Diskussionsabende mit Referentinnen anzubieten.

Regenbogenfahne vermisst

„Wir haben schon die Regenbogenfahne an den Kirchen unserer Gemeinde vermisst. Da ist noch Luft nach oben“, laden Birgit Laubrock und Raphaela Blümer weitere Interessierte ein.

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