Logistische Herausforderung

Lolli-Tests an Grundschulen: einfacher, sicherer, aber auch aufwendiger

Wattestäbchen in den Mund statt wie bisher in die Nase. Die Grundschüler der Kardinal-von-Galen-Schule führen in dieser Woche erstmals die Lolli-Tests durch.
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Wattestäbchen in den Mund statt wie bisher in die Nase. Die Grundschüler der Kardinal-von-Galen-Schule führen in dieser Woche erstmals die Lolli-Tests durch.

Der  Lolli-Test ist mittlerweile auch an Drensteinfurter Grundschulen angekommen. Nachdem jedes Kind einer Lerngruppe 30 Sekunden an dem Wattestäbchen wie an einen Lolli gelutscht hat, kommen alle Stäbchen zusammen in ein Sammelröhrchen.


Drensteinfurt – Seit Montag findet an den Grundschulen in Drensteinfurt wieder Wechselunterricht statt. Möglich ist dies dank der deutlich gesunkenen Sieben-Tage-Inzidenz. Der zweimalige Corona-Schnelltest pro Woche bleibt Pflicht, jedoch nicht mehr als Schnelltest vom Nasenabstrich, sondern kindgerecht als PCR-Pooltest oder einfacher „Lolli-Test“.

Der Vorteil: Für Lehrer und Schüler ist der Test nicht nur sicherer, sondern auch eine deutliche Erleichterung. Allerdings ist diese Art der Testung eine aufwendige logistische Herausforderung.

Lolli-Tests: Kardinal-von-Galen- Grundschule

Am frühen Dienstagmorgen blicken die Schüler der Lerngruppe des ersten Jahrgangs der Kardinal-von-Galen- Grundschule aufmerksam auf ihre Lehrerin Silke Schade. Heute dürfen sie zum ersten Mal den neuen Lolli-Test anwenden. Detailliert erklärt die Lehrerin die einzelnen Schritte, ehe sie die Teststäbchen verteilt.

Dann stecken alle ihren „Lolli“ in den Mund und lutschen etwa 30 Sekunden daran. Silke Schade stoppt die Zeit, damit auch alles ganz genau abläuft. Die Stäbchen werden anschließend eingesammelt und kommen zusammen in ein Sammelröhrchen.

Nur fünf Minuten dauerte die Testung in der Lerngruppe. „Es geht schneller und ist einfacher als der Nasenabstrich“, stellt Silke Schade fest. Viele Eltern befürchteten, dass der Test nicht sicher sei, weil das Ergebnis erst am kommenden Tag vorliege, erklärt Konrektorin Claudia Voß. Das Gegenteil sei aber der Fall. „Der PCR-Test ist deutlich empfindlicher als ein Schnelltest, so werden mögliche positive Fälle eher erkannt“, versichert sie.

Von einem positiven Fall geht die Konrektorin aber nicht aus. „Den hatten wir an der Schule bisher noch nicht“, sagt sie und fügt erklärend hinzu: „Die Eltern in Drensteinfurt sind sehr verantwortungsvoll.“

Lolli-Tests an Grundschulen: Mehr Arbeit

Für Claudia Voß bedeutet der Lolli-Test eine Menge Arbeit. Nicht nur, dass die Teststäbchen für zuhause beschriftet und mit einem Barcode versehen werden müssen; Voß ist auch dafür verantwortlich, die Ergebnisse auf ihrem Handy entgegenzunehmen und im Falle eines positiven Ergebnisses die Eltern über die Schulpattform IServ zu informieren. Nach den Testungen am Montag lag das erste Ergebnis um 14 Uhr und das letzte Ergebnis kurz vor 20 Uhr vor.

Für die Eltern bedeutet das, jeden Morgen vor dem Schulbesuch der Kinder bis 7 Uhr bei IServ nach dem Ergebnis zu schauen. Eine Lesebestätigung an das Sekretariat ist bei einem positiven Ergebnis erforderlich. Erfolgt die nicht, wird per Telefon informiert.

Und was sagen die Kinder zum neuen Testverfahren? Eklig sei es, sind sie sich zunächst einig, nachdem ein Schüler, der einen leckeren Geschmack erwartet hatte, das Wort in den Raum geworfen hatte. Dann differenzieren sie aber doch. „Es schmeckt nach Watte“, wird Lukas genauer. Andere schmecken Papier oder auch Plastik. Anni bringt es auf den Punkt: „Kann man da nicht einen richtigen Lolli mit Geschmack nehmen?“, fragt sie. „Der Wattebausch am Stäbchen schmeckt nach nichts“, teilt die Konrektorin mit und versichert: „Der Schulleiter, die Sekretärin und ich selber haben es vorher ausprobiert.“

Besser als den Nasenabstrich finden die Schüler den neuen Test eher nicht. „Ich fand es vorher nicht schlimm“, meint Arne. „Vielleicht kitzelig“, fügt Emil hinzu. Nur Janne musste beim Nasenabstrich immer niesen, daher sei der Lolli-Test jetzt besser.

Lolli-Tests: Grundschule in Rinkerode

Das positive Feedback der Kardinal-von-Galen-Grundschule bestätigt auch Schulleiterin Jutta Nienhaus von der katholischen Grundschule in Rinkerode. Der Lolli-Test funktioniere problemlos und gehe schnell. Am ersten Tag musste noch erklärt werden, später sei man in fünf Minuten damit fertig, glaubt sie.

Die neue Art der Testung sei zudem engmaschiger und, da es sich um einen PCR-Test handele, zudem genauer. Die Organisation und Logistik finden außerhalb der Schule statt. Auch in Rinkerode wird jedes Kind zweimal in der Woche getestet; da sich die Kinder im Wechselunterricht befinden, bedeutet das: Die Lerngruppe A testet montags und mittwoch, die Gruppe B dienstags und donnerstags, nur freitags finden keine Tests statt..

Lolli-Tests: Lambertus-Schule in Walstedde

An der Lambertusschule Walstedde wird Schulleiterin Birgitta von Rosenstiel erst ab kommenden Dienstag mit den Lolli-Tests beginnen. Am Freitag seien die Testpakete zu spät geliefert worden, sodass man am Montag nicht habe beginnen können.

In Anbetracht des Feiertages am Donnerstag und weil die Lambertus-Grundschule am Montag geschlossen ist, habe man sich auf Dienstag als Termin für den ersten Lolli-Test geeinigt. Getestet wird bis dahin natürlich trotzdem – und zwar wie bisher mit dem Schnelltest per Nasenabstrich.

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