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Leidenschaft Motorradfahren: Werner Post berichtet

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Eines seiner liebsten Motorräder ist zur Zeit die Kawasaki W650, sagt Werner Post. ▪
Eines seiner liebsten Motorräder ist zur Zeit die Kawasaki W650, sagt Werner Post. ▪ © Griese

WALSTEDDE ▪ Die Motorrad-Saison ist in vollem Gange. Vor allem an den Wochenenden sind die Biker zur Zeit in Massen auf den Landstraßen unterwegs. Der Drensteinfurter Werner Post ist einer von ihnen.

Der 69-Jährige ist außerdem Präsident des MSC Walstedde und auch ein penibler Handwerker.

Denn an seine Räder kommen auch nur seine Hände. Aber was ist das besondere am Motorradfahren? „Unabhängig zu sein“, sagt Werner Post. „Das ist ein Gefühl von Freiheit.

Seit frühester Kindheit schon habe er sich für Motorräder interessiert, erinnert sich Werner Post. Als Jugendlicher habe er sich ein Moped geleistet und dieses natürlich auch frisiert, gesteht der gebürtige Walstedder mit einem verschmitzten Lächeln. „Die Frage war immer, wer die schnellste Maschine hat“, sagt Post – bis ihm und seinen Freunden irgendwann der Dorfsheriff auf die Füße getreten habe. Was du nicht auf der Straße darfst, machst du eben woanders, habe er sich gedacht und sei schließlich im aktiven Rennsport, dem Motocross, gelandet – und das sogar sehr erfolgreich. Die Pokale in Werner Posts Wohnzimmer zeugen davon.

Sein Augenmerk lag dabei immer auf der Technik. „Ich habe immer alles selbst gemacht.“ Darauf legt Werner Post wert. Bis heute ist die Leidenschaft fürs Tüfteln und Werken geblieben. Er fertigt Einzelteile sogar selbst an. Dafür hat er eine Reihe von Maschinen auf seinem Grundstück in Herrenstein aufgestellt. Einige davon hat er sogar selbst gebaut und seinen Bedürfnissen angepasst. Immer wieder sei er auf Messen und anderen Veranstaltung unterwegs und halte sich auf dem Laufenden.

Sein Hobby hat er irgendwann zum Beruf gemacht, war Betriebsleiter in einer Fahrradfabrik und hat den Meisterbrief als Zweiradmechaniker eingetütet. Heute kommen alle, die ihn kennen und ein Problem mit ihrem Motorrad haben, zu ihm, fragen um Rat und lassen ihre Maschinen reparieren und auch restaurieren. Unauffällig sollen seine Ausbesserungen sein. „Ich will den Nostalgiecharakter erhalten“, sagt Post. Die Maschinen sollten der heutigen Technik entsprechen, äußerlich aber solle alles belassen werden.

Nostalgisch ist es auch in Werner Posts Werkstatt. Überall sind Einzelteile von alten Maschinen zu finden, aber auch Mitbringsel, alte Schilder und so weiter. Dennoch herrscht in den Räumen des Walstedders strengste Ordnung. Da hat alles seinen Platz. „Viele nennen sie auch ‘Klink’“, lacht Post. Wenn er nicht in seiner Werkstatt tüftelt, ist Post mit einem seiner Motorräder auf Achse. Angemeldet sind zur Zeit sechs Maschinen – „Eine für jeden Anlass“, lacht Post. 68 Motorräder nennt der 69-Jährige sein Eigen. Im vergangenen Jahr waren es noch 155. Insgesamt, so Post, habe er in seinem Leben bislang rund 1 500 Motorräder besessen.

Er fährt aber nicht nur alleine, sondern häufig auch in Gruppen. „Es ist einfach schön, zusammen auszufahren und an den einzelnen Dörfern vorbeizukommen“, beschreibt Post das besondere daran. Da sei man unter seinesgleichen und habe auch immer ein gemeinsames Thema: die Freude am Zweirad. An den Wochenenden ist er immer unterwegs. Aber auch unter der Woche steigt Post regelmäßig in den Sattel, berichtet er. Dann fährt er zum Beispiel zur Brocker Mühle in Herzebrock-Clarholz. Dort findet jeden Mittwoch ein Biker-Treff mit rund 3 500 Motorradfans statt. Oder er macht eine Tour durchs Sauerland. Dabei ist es ihm nicht wichtig, immer schnell zu fahren, er bummelt auch gerne. „Ich nenne das ‘Motorradwandern’“, erklärt der Walstedder. „Dann genieße ich die Gegend, halte irgendwo an und trinke eine Limonade. Man ist nie allein.“

Für die Familie wolle er in Zukunft ein wenig kürzer treten, hat sich Werner Post vorgenommen. Ein Leben ohne sein Hobby aber könne er sich nicht vorstellen. Ein nächstes großes Ziel hat er bereits fest im Visier: Er will ein Motorrad komplett selbst bauen: mit V8-Motor, Hinterradantrieb und Einspritzanlage. „So halte ich mich fit“, sagt Post. ▪ gri

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