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Leichte Entspannung: Arbeitslosigkeit in Drensteinfurt geht zurück

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Von: Holger Krah

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Die Zahl der Arbeitslosen ging in Altena im September leicht zurück.
Die Zahl der Arbeitslosen ging in Drensteinfurt im November leicht zurück. © Peter Kneffel

Die Zahl der Arbeitslosen in Drensteinfurt ist zurückgegangen. Im Oktober hatten noch 352 Drensteinfurter keinen Job, im November waren es 328. Das sind 24 Arbeitslose weniger, ein Rückgang um 6,8 Prozent.

Drensteinfurt / Kreis Warendorf / Münster – Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen allerdings deutlich gestiegen - und zwar um 17,6 Prozent. Im November 2021 gab es in Drensteinfurt 279 Arbeitslose, also 49 weniger als aktuell.

Drensteinfurt
Von den aktuell 328 Arbeitslosen sind 177 Männer (-13) und 151 (-11) Frauen. Ein Drittel der Arbeitslosen sind Ausländer, nämlich 104 (-13). Nahezu unverändert ist die Jugendarbeitslosigkeit: 39 Drensteinfurter im Alter von 15 bis unter 25 Jahren hatten keinen Job - einer weniger als im Oktober. Deutlicher ist der Rückgang bei der Zahl der älteren Arbeitslosen: 104 Drensteinfurter ab 55 Jahren hatten keine Arbeit, einen Monat zuvor waren es noch 115.

Kreis Warendorf
Im November waren im Kreis Warendorf 7.323 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 116 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich um 0,1 Prozentpunkte und lag zuletzt bei 4,6 Prozent. „Aktuell beobachten wir eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt“, berichtet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.

Auch die Jugendarbeitslosigkeit ging gegenüber dem Vormonat zurück. Insgesamt 163 Jugendliche und junge Erwachsene waren im November arbeitslos gemeldet, 25 weniger als im Vormonat. „Einige junge Menschen konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden, weil sie ein Studium aufgenommen oder noch eine Ausbildung begonnen haben“, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Gleichzeitig konnten andere, die eine Ausbildung abgeschlossen haben, eine neue Beschäftigung aufnehmen. Sie sind in vielen Unternehmen als Fachkräfte gefragt“, ergänzt er.

Dennoch lag die Arbeitslosigkeit spürbar über dem Niveau des Vorjahrs. So waren im abgelaufenen Monat 626 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im November 2021. Die Arbeitslosenquote lag um 0,4 Prozentpunkte über der Quote vom Vorjahr. Zurückzuführen sei dies zum größten Teil auf den Zuzug von Menschen aus der Ukraine, die vor dem Krieg geflüchtet sind und nun hier bei den kommunalen Jobcentern betreut werden, erklärt Joachim Fahnemann. Waren im November 2021 vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs insgesamt 15 ukrainische Frauen und Männer kreisweit arbeitslos gemeldet, stieg ihre Zahl auf zuletzt 451. „Hier handelt es sich um einen Sondereffekt. Grundsätzlich ist der Arbeitsmarkt in der Region robust“, so der Agenturchef.

Die Arbeitgeber im Kreis Warendorf meldeten im November insgesamt 484 neue offene Stellen bei der Agentur für Arbeit. Damit lag die Personalnachfrage auf dem Niveau des Vormonats. Verglichen mit dem Vorjahr ging die Zahl der Stellenmeldungen um 49 Jobangebote zurück. Eine Trendwende sieht Joachim Fahnemann darin aber nicht. Insgesamt konnten Arbeitsuchende und Arbeitslose im November auf 3.611 gemeldete Stellen zurückgreifen, 102 weniger als im Vormonat und 508 weniger als vor einem Jahr.

Münster
„In der Regel sinkt die Arbeitslosigkeit in den Herbstmonaten. Doch die typische Herbstbelebung am Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr weiterhin ausgeblieben“, stellt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, fest. Insgesamt 7.994 Frauen und Männer waren im November in Münster arbeitslos gemeldet, 134 mehr als im Oktober. Die Arbeitslosenquote veränderte sich nicht und lag zuletzt bei 4,5 Prozent.

Auch gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Arbeitslosigkeit. Im zurückliegenden Monat waren 344 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im November 2021. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte, vor einem Jahr lag sie noch bei 4,4 Prozent. Während im Vorjahr die für die Jahreszeit übliche Belebung am Arbeitsmarkt für eine sinkende Arbeitslosigkeit gesorgt hat, reagierten Arbeitgeber aktuell teilweise verhaltener bei der Einstellung neuer Mitarbeiter, so Fahnemann: „Der Ukraine-Krieg und die weltwirtschaftlichen Bedingungen führen dazu, dass manche Personalverantwortliche aktuell das vorhandene Personal halten, bei Neueinstellungen aber zurückhaltend sind.“

Der Ukraine-Krieg und die weltwirtschaftlichen Bedingungen führen dazu, dass manche Personalverantwortliche aktuell das vorhandene Personal halten, bei Neueinstellungen aber zurückhaltend sind.

Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster

Dies zeige sich auch bei der Anzahl der neuen offenen Stellenangebote. Unternehmen und Verwaltungen meldeten im November 604 neue Jobangebote bei der Arbeitsagentur, 81 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt standen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen 3.380 gemeldete Stellenangebote zur Verfügung, 128 weniger als im Oktober und 44 weniger als im Vergleich zum Vorjahr. Dabei waren im Baugewerbe und im Handel aktuell mehr Stellen zu besetzen als im vergangenen Jahr. Demgegenüber ging die Anzahl der gemeldeten Stellen in der Zeitarbeit spürbar zurück.

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