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Labore stoßen bei Testauswertungen von Lolli-Tests an ihre Grenzen

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Von: Mechthild Wiesrecker

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Längst eingeübtes Ritual: Die Grundschüler in allen drei Drensteinfurter Schulen wie hier in der Kardinal-von-Galen-Grundschule machen zweimal pro Woche einen Lolli-Test.
Längst eingeübtes Ritual: Die Grundschüler in allen drei Drensteinfurter Schulen wie hier in der Kardinal-von-Galen-Grundschule machen zweimal pro Woche einen Lolli-Test. © Wiesrecker

Die aktuell steigenden Corona-Zahlen haben auch Auswirkungen auf die Grundschulen im Stadtgebiet. Zweimal in der Woche wird jeder Schüler mittels eines PCR-Lolli-Tests auf eine möglich Corona-Infektion getestet.

Drensteinfurt - Die große Anzahl von PCR-Tests, die aktuell ausgewertet werden müssen, führt die Labore an den Rand der Überlastung. In der Folge können Einzelauswertungen eines positiv getesteten Klassen-Pools nicht mehr wie vorgesehen pünktlich zum Folgetag bestimmt werden. In letzter Konsequenz müsste in einem solchen Fall eine ganze Klasse vorsorglich zuhause bleiben.

Insgesamt ist die Zahl positiv getesteter Kinder an den drei Grundschulen überschaubar. In Walstedde und Rinkerode gab es seit Jahresbeginn keinen einzigen in der Schule positiv getesteten Fall. In der Kardinal-von-Galen-Schule sieht die Situation anders aus. Hier ergab die Schultestung seit Jahresbeginn schon bei einigen Kinder ein positives Ergebnis.

Kardinal-von-Galen-Schule Drensteinfurt

Auch wenn in der Kardinal-von-Galen-Grundschule immer wieder Kinder positiv getestet werden, spricht Schulleiterin Claudia Voß den Eltern ein dickes Lob aus. „Die Eltern sind sehr vernünftig, sie behalten die Kinder zuhause, sobald sie Symptome haben, und halten bei Fragen Rücksprachen mit der Schule“, erklärt sie. Das sei nicht selbstverständlich.

„Es läuft super in Drensteinfurt“, versichert sie. Und doch glaubt die Schulleiterin, reiche das nicht, um die steigenden Zahlen zu verhindern. „Ich mag da keine Prognose abgeben“, gibt sie ehrlich zu.

Die Eltern sind sehr vernünftig, sie behalten die Kinder zuhause, sobald sie Symptome haben, und halten bei Fragen Rücksprachen mit der Schule.

Claudia Voß Schulleiterin der Kardinal-von-Galen-Schule

Wie an allen Grundschulen wird in der Stewwerter Grundschule jedes Kind an zwei Tagen in der Woche mit jeweils zwei Tests getestet. Der erste Lolli-Test wandert in einen Klassenpool, der zweite wird mit Namen beschriftet und im Falle eines positiven Klassenpools einzeln ausgewertet.

„Bisher hatte ich die Ergebnisse des Klassenpools in der Regel immer schon am Nachmittag vorliegen“, stellt Voß fest. Ist das Ergebnis positiv, werden die Eltern vom Labor benachrichtigt und erst dann werden die Einzelproben ausgewertet. Diese Ergebnisse lagen bisher ebenfalls am Morgen vor, das hat sich jetzt geändert und kann schon mal einen weiteren Tag dauern.

In die Schule kommen dürfen die Kinder der betroffenen Klasse erst, wenn das negative Ergebnis vorliegt. Eine Ausnahme stellen genesene Kinder da. Diese brauchen aktuell acht Wochen nicht mehr getestet werden und können daher in jedem Fall zur Schule kommen.

Die Lehrer haben sich darauf eingestellt, dass immer wieder Kinder fehlen. Ein häufiger Grund ist, dass ein Elternteil positiv getestet wurde und das Kind Quarantäne einhalten muss. „Die Lehrer bieten derzeit zusätzlich digital Unterrichtsmaterialien über die Schulplattform IServ an wie in Zeiten des Homeschoolings“, so Voß.

Eine Lanze möchte die Schulleiterin aber noch für das Testlabor brechen. „Trotz Überlastung sind die Mitarbeiter, gut zu erreichen, freundlich und hilfsbereit“, macht sie deutlich.

Lambertus-Grundschule Walstedde

In Walstedde werden montags und mittwochs die ersten und zweiten Jahrgänge und dienstags und donnerstags die dritten und vierten Jahrgänge getestet. Rund eine halbe Stunde dauert der Testvorgang. Gegen 10 Uhr holt ein Fahrer des Testlabors in Iserlohn die Proben ab. „Ich habe die Ergebnisse immer am Nachmittag oder frühen Abend zeitgerecht auf meiner Handy-App an“, bestätigt Schulleiterin Birgitta von Rosenstiel.

In diesem Jahr gab es an der Lambertus-Grundschule noch keinen Fall eines positiven Klassenpools. Ob die Ergebnisse der Einzeltests später kommen, könne sie also nicht beurteilen.

Ich habe die Ergebnisse immer am Nachmittag oder frühen Abend zeitgerecht auf meiner Handy-App.

Birgitta von Rosenstiel Schulleiterin der Lambertus-Grundschule Walstedde

Erst einmal gab es einen positiven Klassenpool, aber das sei im vergangenen Jahr gewesen, und da kam das Ergebnis zeitgleich mit dem Klassenpool.

Sollte ein Kind positiv sein, bleibt es zuhause und kann sich nach fünf Tagen mit einem negativen Test im Testzentrum freitesten.

Und doch fehlen auch in der Lambertus-Grundschule deutlich mehr Kinder im Unterricht, die Quarantäne einhalten müssen, weil Familienmitglieder positiv getestet wurden.

Sollte der Fall eintreten, dass ein Klassenpool positiv ist und das Einzelergebnis liegt bis 5 Uhr am folgenden Morgen nicht vor, geht an alle Eltern die Mitteilung raus, ihr Kind nicht zur Schule zu schicken.

katholische Grundschule Rinkerode

In Rinkerode kommen die Ergebnisse des Lolli-Tests, so Schulleiterin Jutta Nienhaus, am frühen Morgen zwischen drei und fünf Uhr. Vor den Ferien sei das anders gewesen, da hatte sie die Benachrichtigung schon am Abend auf dem Computer.

„In diesem Jahr waren alle Pool-Tests negativ“, versichert sie. Es sei aber unrealistisch, dass das so bleibt. Das Labor habe eine Benachrichtigung geschickt, dass es aufgrund der hohen Infektionszahlen möglich sein kann, dass die Rückstellproben (Einzelproben) im Falle eines positiven Klassenpools erst ein oder zwei Tage später eintreffen. Ein bisschen irritierend sei das schon, so Nienhaus. Schließlich sollten die zusätzlichen Einzeltests ja gerade verhindern, dass nicht betroffene Kinder vorsichtshalber zuhause bleiben müssen. Aber an der Situation könne man im Moment nichts ändern. Nienhaus: „Die Verhältnisse sind damit fast wieder so wie Ende letzten Jahres.“

Die Verhältnisse sind damit fast wieder so wie Ende letzten Jahres.

Jutta Nienhaus Schulleiterin der katholischen Grundschule Rinkerode

Seit Freitag, so die Schulleiterin Nienhaus, hätten sich laut einer Mitteilung von Kreis und Stadt die Quarantäne-Vorschrift geändert. „Ab sofort braucht nur noch das infizierte Kind eine Quarantäne einzuhalten, die Sitznachbarn nicht mehr“, informiert sie. Ausnahme sei, wenn innerhalb einer Woche in einer Klasse sieben Kinder oder mehr infiziert sind. In diesem Fall werde die ganze Klasse unter Quarantäne gestellt und das Gesundheitsamt eingeschaltet.

Auch in Rinkerode gebe es Kinder in Quarantäne und auch erkrankte Kinder. „Die sind aber alle schon zuhause aufgefallen“, teilt die Rinkeroder Schulleiterin mit und lobt die Umsichtigkeit der Eltern.

Sollten Kinder trotz positiven Tests zur Schule kommen, dürfen sie nicht unterrichtet werden. „Wir betreuen diese Kinder abgesondert so lange, bis die Eltern sie abholen“, erklärt Nienhaus. Man nehme die Aufsichtspflicht natürlich sehr ernst.

Lolli-Tests: So geht’s

Schüler an den Grund- und Förderschulen werden seit dem 10. Mai 2021 mit einem Lolli-Test, einem einfachen Speicheltest, zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus getestet. Seit dm 10. Januar 2022 wird zusätzlich eine sogenannte Rückstellprobe mit an die Labors gegeben. Ist das Ergebnis des Klassenpools positiv, kann mit der zweiten Probe direkt erkannt werden, wer infiziert ist und wer nicht. Bis Ende 2021 mussten bei einem positiven Pooltest sämtliche Kinder zuhause noch einen weiteren Test machen und den zu der Schule bringen. Durch eine Beschleunigung des Verfahrens soll nicht infizierten Kindern ein Quarantäne-Tag erspart werden. Tatsächlich sind die Labore durch die Vielzahl der Tests, die aktuell aufgrund der Omikron-Variante eingehen, überlastet.

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