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Baumfällaktion in Kurrick gesetzeswidrig

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Martin Allendorf hat in der Bauerschaft Kurrick 30 Bäume gefällt. Die Prüfung der Grundstücksgrenzen hat ergeben, dass die Bäume auf städtischem Grund standen.
Martin Allendorf hat in der Bauerschaft Kurrick 30 Bäume gefällt. Die Prüfung der Grundstücksgrenzen hat ergeben, dass die Bäume auf städtischem Grund standen. © Glaschke

DRENSTEINFURT -  Hohe Wellen schlägt die Baumfällaktion von Martin Allendorf, der in der Bauerschaft Kurrick rund 30 Bäumen mit der Motorsäge zu Leibe gerückt ist.

Während es Anfang der Woche noch von Allendorf hieß, er habe nach dem Landschaftsgesetz NRW das Recht Hecken und Bäume auf seinem Grundstück zu schneiden, teilte die Stadt Drensteinfurt jetzt mit, dass die Prüfung der Grundstücksgrenzen abgeschlossen sei und festgestellt wurde, dass die Bäume auf städtischem Grund standen. Aufgeschreckt durch die Berichterstattung unserer Zeitung verschaffte sich auch der Ortsverband der Grünen am vergangenen Mittwoch gemeinsam mit Gärtnermeister Bernhard Lips ein Bild vor Ort. Die Einschätzung des Fachkundigen war eindeutig: „Hier wurden 30 prächtige Eichen, Kirschen und Eschen abgeholzt, die klar auf städtischem Grund standen und somit auf keinen Fall von Herrn Allendorf hätten gefällt werden dürfen.“ Außerdem sei bei den Anwesenden der Eindruck entstanden, es seien teilweise gezielt Bäume aus der Hecke herausgeschnitten worden, erklärte die Fraktionsvorsitzende der Grünen und Ratsmitglied Maria Tölle in einer Pressemitteilung.

Eine spätere Nachfrage bei der Stadt ergab, dass die angeordnete Prüfung der Grundstücksgrenzen mittlerweile abgeschlossen sei. Karlheinz Mangels, Leiter des Hauptamtes und allgemeine Vertretung des Bürgermeisters, bestätigte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Die Bäume haben auf städtischem Grund gestanden.“

Außerdem sei Mangels die umstrittene Eigeninitiative auch „völlig unverständlich“, da es bereits vor drei Wochen ein Gespräch zwischen Allendorf und der Stadt gegeben habe. In Zuge dessen sei Allendorf

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„ausdrücklich“ darauf hingewiesen worden, dass der Bauhof der Stadt für die Pflege der Straßenrandbegrünung in diesem Bereich zuständig sei. „Wir hatten geplant die Hecken frühestens im kommenden Jahr auf den Stock zu setzen, von den Bäumen war gar keine Rede“, so Mangels. Nach Schilderung der Stadtverwaltung habe Allendorf trotz dieses Gesprächs die Eigeninitiative ergriffen. „Das ist ganz klar gesetzeswidrig.“

Um den entstandenen finanziellen und ökologischen Schaden einzuordnen, habe die Stadt Drensteinfurt nun eine Bewertung durch einen Gutachter veranlasst. Nach ersten Erkenntnissen seien die gefällten Eichen etwa 60 Jahre und die Kirschbäume 30 bis 40 Jahre alt gewesen – „Schlagreif war davon allerdings kein einziger Baum“, bedauert Mangels. Der finanzielle Schaden belaufe sich dem Vernehmen nach auf 50 000 Euro. „Wir haben Herrn Allendorf dazu aufgefordert, das Holz umgehend zum Bauhof der Stadt Drensteinfurt zu bringen.“

Als Folge des rechtswidrigen Vorgehens wird die Stadt Drensteinfurt einen Strafantrag gegen Martin Allendorf stellen. Außerdem verlangt die Stadtverwaltung Ersatzpflanzungen zum ökologischen Ausgleich.

Maria Tölle ist es besonders wichtig, dass „diese beispiellose Dreistigkeit“ Konsequenzen mit sich trägt: „Rechtliche Folgen müssen sein, sonst findet diese Vorgehensweise Nachahmer.“ - cpl

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