Kreuzung K 21/L 671

Gefahrenpunkt in Drensteinfurt: Schon fünf Unfälle in diesem Jahr

 Die Kreuzung K 21 / L 671 in Drensteinfurt aus der Vogelperspektive
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Unfallschwerpunkt: Auf der Kreuzung K 21 / L 671 in Drensteinfurt kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Und das obwohl auf der K 21 der Schriftzug „STOP“ zum Anhalten auffordert und auf der L 671 vor der Kreuzung die vorgeschriebene Geschwindigkeit auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert wird.

Drensteinfurt/Mersch – Der letzte Unfall an der Kreuzung der K 21 und der Landesstraße 671 liegt nur zwei Wochen zurück. Die Fahrer der drei beteiligten Fahrzeuge wurden zum Glück nur leicht verletzt, doch an der unfallträchtigen Kreuzung hat es auch schon weitaus schwerere Unfälle gegeben. Allein in diesem Jahr „knallte“ es dort schon fünf Mal.

„Hier muss was geschehen“, fordert Anwohnerin Birgit Meister. Sie ist spätestens seit dem Unfall vor zwei Wochen richtig sauer und fest entschlossen, die gefährliche Situation an der Kreuzung K 21 und der Landesstraße 671 direkt vor ihrer Haustür zu entschärfen. „Wenn es nötig ist, schreibe ich jede Woche eine Mail an den Kreis“, kündigt sie an.
Daran, dass der Kreis 2014 einiges unternommen hat, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen, war Birgit Meister mit ihrer Hartnäckigkeit nicht unerheblich beteiligt. Nach unzähligen Nachfragen wurde auf der K 21 der Schriftzug „STOPP“, der deutlich zum Anhalten auffordert, auf die Fahrbahn aufgebracht und zusätzlich auf der Landesstraße L 671, die von Walstedde nach Herbern führt, die Höchstgeschwindigkeit im Bereich der Kreuzung von 70 auf 50 Kilometer (km/h) pro Stunde gesenkt.

Sie sind sauer: die Anwohner der K 21 / L 671. Birgit Meister (von links) und ihre Eltern Ursula Meister und Fritz Meister sowie Eva Richter und Jan Staymann mit ihrem Sohn Max wollen, dass der Kreis aktiv wird, um die Zahl der Unfälle an der Kreuzung zu senken.

Würden sich die Autofahrer an die Anordnung halten, sähe die Unfallbilanz sicher anders aus. In der Realität, so berichten die Anwohner, halte sich kaum jemand an die Geschwindigkeitsbegrenzung. „Vor allem wenn es dunkel wird, rasen die Fahrer mit 70 bis 120 km/h über die Straße“, berichtet Birgit Meister. „Seit 21 Jahren wohnen wir hier, und so lange besteht das Problem“, stellt ihre Tochter Ursula Meister fest. Als das Ehepaar Meister damals in das Haus an der L 671 einzog, dauerte es 14 Tage, bis zum ersten Mal der Hubschrauber aufgrund eines schweren Unfalls dort landen musste. Fritz Meister, von Beruf Rettungssanitäter, hat in den Jahren unzählige Male Erste Hilfe geleistet.

Lkw landet im Kirschbaum im Garten

Mit Schrecken erinnert er sich an einen Tag im Sommer vor einigen Jahren, als er im Kirschbaum nahe der Kreuzung auf der Leiter stand. Der einsetzende Regen rettete ihm möglicherweise das Leben. Er war gerade von der Leiter runter auf dem Weg ins Haus, als ein Lkw die Hecke durchbrach und vor den Kirschbaum prallte.

„Nur jeder Dritte hält an der Stoppstraße ordnungsgemäß an“, versichert Ursula Meister. Eigentlich ist es völlig unmöglich, als Fußgänger an der Straße entlang zu gehen. „Wenn ich mit meinen Hunden gehe, bleibt mir gar nichts anderes übrig“, erklärt Birgit Meister. Dann zieht sie eine Sicherheitsweste an und hofft, dass sie von den Autofahrern gesehen wird. Auch Jan Staymann und Eva Richter nutzen als Fußgänger den Weg entlang der Straße, wenn sie zum Bahnhof nach Mersch wollen. Mit dabei hat das Ehepaar, das vor einiger Zeit in ein Haus nahe der Kreuzung gezogen ist, ihren 17 Monate alten Sohn Max im Kinderwagen.

Dabei sagt Ursula Meister: „Mein Vater hat mittlerweile sogar Angst, den Rasen vor dem Haus zu mähen.“ Eine Gefahr sei es auch, auf das eigene Grundstück einzubiegen. Sobald sie die Geschwindigkeit reduziere, setzten die Fahrer hinter ihr zum Überholen an.
Fritz Meister glaubt, das Problem sei zu lösen, indem die K 21 so verengt wird, dass nur ein Auto an der Kreuzung stehen kann. „Der Fahrer hat dann eine optimale Sicht, und der Verkehr fließt zügiger“, sagt er. Eva Richter denkt über Freiburger Kegel nach, um die Geschwindigkeit zu verringern. Und dann ist auch immer noch die Hoffnung, den Unfallschwerpunkt durch einen Kreisverkehr zu entschärfen.

Kreisverkehr oder Kegel als Lösung

Besonders ärgerlich finden die Anwohner, dass Geschwindigkeitsmessungen des Kreises immer zu Zeiten stattfänden, an denen nicht soviel los sei. „Die sollten mal von 6 bis 8.30 Uhr oder von 15.30 bis 18 Uhr messen“, schlagen die Anwohner vor. Wenn man so nah an der Straße wohnt, bekommt man vieles mit. „Ein Sportwagenfahrer fährt immer zwischen 4.20 und 4.30 Uhr mit 140 km/h über die Kreuzung Richtung Drensteinfurt“, berichtet Fritz Meister.

Wie die Kreispolizeibehörde in Warendorf auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, hat es in diesem Jahres bereits fünf Zusammenstöße an der Kreuzung der K 21 und der L 671 gegeben. Dabei handelte es sich um zwei Auffahrunfälle und drei Unfälle aufgrund Nichtbeachten der die Vorfahrt regelnden Verkehrszeichen (Stopp-Schild). Im gesamten vergangenen Jahr 2019 gab es keine Unfälle, 2018 einen Auffahrunfall.

Aufgrund der Vielzahl der Unfälle, die sich in diesem Jahr ereignet haben, hat der Kreis die Kreuzung im Blick. „Der Abschnitt wird bei der Tagung der Unfallkommission des Kreises thematisiert werden“, versichert Pressesprecherin Kerstin Butz.

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