„Die Reiselust ist nach wie vor da“: Drensteinfurter halten sich dennoch zurück – vor allem bei Kreuzfahrten

Er glaubt nicht an einen zweiten Lockdown: Dennis Hänsdieke, Geschäftsführer des Top Travel Reisebüros, ist optimistisch, dass die Drensteinfurter bald wieder mehr Reisen buchen. Die Reiselust der Kunden ist ungebrochen, ist er überzeugt.
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Er glaubt nicht an einen zweiten Lockdown: Dennis Hänsdieke, Geschäftsführer des Top Travel Reisebüros, ist optimistisch, dass die Drensteinfurter bald wieder mehr Reisen buchen. Die Reiselust der Kunden ist ungebrochen, ist er überzeugt.

In den vergangenen beiden Jahren verreisten die Deutschen so viel wie nie. 2020 hat Corona die Reiselust gebremst.

Drensteinfurt – Seit März waren viele Grenzen dicht, Flugreisen und Kreuzfahrten fanden nicht mehr statt. Mit Mühe konnten die Reiseveranstalter damals ihre Kunden aus den entlegensten Winkeln in die Heimat zurückholen. Mittlerweile hat sich die Situation etwas entspannt. Die Menschen sind dennoch verunsichert. Wer jetzt nicht innerhalb Deutschlands verreist, entschließt sich oft für Griechenland oder Spanien, denn nach wie vor ist das Reisen nur eingeschränkt möglich.

Dennis Hänsdieke, Geschäftsführer des Top Travel Reisebüros, steht den Kunden mit seinen Kolleginnen seit einiger Zeit wieder zu den gewohnten Geschäftszeiten in Drensteinfurt zur Beratung bereit. Auch während des Lockdowns hielt er engen Kontakt zu den Kunden. „Wir waren proaktiv, haben angerufen, denn die Reiselust ist ja nach wie vor da“, versichert er. Leider könne er noch nicht alle Wünsche erfüllen. Es sei zum Beispiel nicht möglich, in die Dominikanische Republik zu fliegen. Hier bleibe den Kunden nur die Möglichkeit, die Reise um ein Jahr zu verschieben oder aber eines der erlaubten Ziele wie Kreta oder Mallorca zu wählen.

Reisende sind oft verunsichert

Kunden, die sich für Griechenland oder Spanien entschieden hätten, seien am Zielort oft überrascht, wie locker dort alles sei. „Die Hotels sind halbvoll, die Strände leer und die hygienischen Maßnahmen vorbildlich“, sagt der Reisebüroleiter. „Oftmals muss der Reisende nicht mal eine Maske tragen, die trägt dort das Personal“, fügt er an. Natürlich gebe es einige Einschränkungen. So sei zum Beispiel das Buffet nicht erlaubt, dafür könne man sein Essen bestellen.

Doch trotz solcher positiver Berichte sind viele Kunden verunsichert. Das macht sich auch in der Zahl der Buchungen bemerkbar: Hänsdieke spricht von 30 bis 40 Prozent der sonst üblichen Buchungen. Besonders betroffen sind die Kreuzfahrten. „Berichte von Quarantäne auf Kreuzfahrtschiffen schrecken viele Kunden ab“, bestätigt er.

Corona und das Fernweh

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Der Corona-Test

Wer jetzt in seinem Reisebüro eine Reise bucht, gehe aber auf Nummer sicher. „Wir informieren uns im Vorfeld über das Hotel und das Zielgebiet“, sagt er. Nicht jedes buchbare Hotel sei auch geöffnet. „Wir klären das für unsere Kunden, damit es am Urlaubsort keine unangenehmen Überraschungen gibt.“ Insgesamt liege das Preisniveau im Moment unter dem der vergangenen Jahre. Dabei versichert Hänsdieke: „Ramsch wie vor 20 Jahren im Last-Minute-Bereich gibt es heute nicht mehr.“ Sollte es pandemiebedingt zu einer Veränderung der Situation kommen, stehe man mit Pauschalreisen auf der sicheren Seite, denn die würden komplett erstattet.

An einigen Abflugsorten, wie zum Beispiel in der Türkei in Antalya, können Flugreisende für 15 Euro einen Corona-Test durchführen lassen. Beim Eintreffen in Deutschland liege das Ergebnis dann bereits vor. Seit dem 8.August gilt: Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss sich entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise testen lassen oder innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise. Auch an deutschen Flughäfen sind Tests möglich, hier ist das Ergebnis innerhalb von drei Tagen online abrufbar.

Spenden für´s Reisebüro

An einen zweiten „Lockdown“ glaubt Dennis Hänsdieke nicht. „Aus wirtschaftlichen Gründen wird es den nicht geben“, ist er sicher. Sollte es erneut zu Einschränkungen kommen, dann rechnet er damit nur punktuell.

Ihm hätten viele Stammkunden die Treue gehalten, sagt Hänsdieke erfreut. Richtig gerührt seien er und sein Team über die Kunden gewesen, die während des Lockdowns Geld gespendet hätten, damit ihr Reiseveranstalter vor Ort überleben könne.

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