Parkchaos, Zebrastreifen und mehr

Kreis gegen Temporeduzierung in Drensteinfurt

Das Ortseinfahrtschild Mersch
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Das Ortsschild bleibt, wo es ist: Das Straßenverkehrsamt hat den Antrag auf Versetzung der Ortstafeln an der L 671 mündlich abgelehnt. Laut Bürgermeister Carsten Grawunder prüft das Amt aber die vorhandene Beschilderung und plant, auf beiden Seiten ein gleiches Tempolimit auszuschildern, sodass im Bereich der Zufahrt zum Haus Venne in beiden Fahrtrichtungen Tempo 50 gilt.

Zu schnelles Fahren, fehlende Zebrastreifen und Ärger mit parkenden Autos – aus Sicht vieler Anwohner gibt es jede Menge zu tun in Drensteinfurt. In der jüngsten Ratssitzung berichtete Bürgermeister Carsten Grawunder über noch offene Verkehrsmaßnahmen im Stadtgebiet.

Drensteinfurt - Deshalb habe er Ende April ein Gespräch mit dem Straßenverkehrsamt des Kreises Warendorf geführt. Nicht immer war man einer Meinung.

Fußgängerüberweg Windmühlenweg

Vonseiten des Kreises ist in einem Bereich mit Tempo 30 zwar kein Fußgängerüberweg notwendig und auch die Polizei plädierte an dieser Stelle für eine Querungshilfe als bessere Alternative, da ein Fußgängerüberweg an Grundschulen einen falschen Eindruck von Sicherheit vermittle. Dennoch wird die Stadt den Antrag auf Errichtung eines Fußgängerüberwegs stellen, da die Straße nicht breit genug für den Bau einer Querungshilfe ist. Für den Antrag fehlten allerdings noch aktuelle Verkehrsmessdaten. Diese seien inzwischen erhoben. „Der Antrag wird nun zeitnah an das Straßenverkehrsamt versendet“, so Grawunder.

Querungshilfe oder Zebrastreifen? Polizei, Kreis und Stadt haben verschiedene Vorstellungen über Maßnahmen zur Schulwegsicherung am Windmühlenweg zur Kardinal-von-Galen-Grundschule (rechts).

Versetzung der Ortstafeln an der L671

Das Straßenverkehrsamt hat den Antrag auf Versetzung der Ortstafeln mündlich abgelehnt. Die Versetzung würde auch dazu führen, dass die Autos von Feiernden aus dem Haus Venne am Straßenrand parken dürfen, was keinen höheren Schutz für die Fußgänger bedeute. Laut Grawunder prüft das Amt aber die vorhandene Beschilderung und plant, auf beiden Seiten ein gleiches Tempolimit auszuschildern, sodass im Bereich der Zufahrt zum Haus Venne in beiden Fahrtrichtungen Tempo 50 gilt.

Fußgängerüberweg Albersloher Straße

Die Stadt hat den Fußgängerüberweg an der Albersloher Straße beantragt, muss aber noch aktuelle Verkehrsmessdaten an den Kreis übermitteln. Das Straßenverkehrsamt habe darauf hingewiesen, dass der Landesbetrieb als Straßenbaulastträger nicht nur dem Antrag zustimmen, sondern auch für die Errichtung des Fußgängerüberwegs aufkommen müsste. Erfahrungsgemäß sei hier noch eine Einigung mit dem Landesbetrieb notwendig.

Parkregelung Kirchbreede

Wegen Anwohnerbeschwerden möchte die Stadt an der Straße Kirchbreede eine alternierende Parkregelung anordnen, damit die Autofahrer ihr Tempo reduzieren müssen. Der Antrag könne nun gestellt werden, so Grawunder.

Fußgängerüberweg Dorfstraße

Die Stadt hat den Antrag auf Errichtung eines Fußgängerüberwegs beim Kreis, der an dieser Stelle Straßenbaulastträger ist, eingereicht. Grawunder: „Da hier nicht nur die Kosten für die Einrichtung des Fußgängerüberweges, sondern auch für eine erforderliche Verlegung der vorhandenen Bushaltestelle anfallen, bleibt abzuwarten, ob auch hier eine Kosteneinigung mit dem Kreis Warendorf erfolgen muss.“

Kerkpatt innerorts

Der Stadt liegen für den Bereich Kerkpatt 1-6 Beschwerden der Eltern der Kindergarten- und Grundschulkinder vor, dass der geschotterte Fußweg nicht verkehrssicher ist. In Gesprächen mit dem Straßenverkehrsamt sei deutlich geworden, dass nur eine bauliche Maßnahme Abhilfe schaffen werde. Nach dem Straßen- und Wegekonzept sei die Erneuerung der Straße und des Gehwegs für 2025 vorgesehen.

Kein Durchkommen mehr für Autos: Seit dem 17. Juni 2021 gibt es vom Kerkpatt zur Straße „Zur Alten Ziegelei“ keine Zufahrt mehr.

Kerkpatt außerorts

Das Straßenverkehrsamt des Kreises unterstützt ein reduziertes Tempolimit auf 50 Stundenkilometer nicht. Das Amt sehe hier keinen Anordnungsbedarf, da Verkehrsmessungen gezeigt hätten, dass die Verkehrsteilnehmer im Bereich der Bebauung durchschnittlich mit 46 km/h zu Beginn der Bebauung und mittig zum Neubaugebiet im Schnitt mit 65 km/h unterwegs sind.

L671: Begrenzung auf 70 km/h abgelehnt

Das Straßenverkehrsamt lehnt den Antrag auf die Senkung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf 70 Kilometer pro Stunde (km/h) weiter ab. Begründet werde das laut Grawunder damit, dass es sich nicht um eine Stelle mit auffälligen Unfallhäufungen handle, die auf eine Geschwindigkeitsproblematik oder gefährliche Überholvorgänge zurückgehe. Die vom Landrat Ende vergangenen Jahres versprochenen verdeckten Geschwindigkeitsmessungen habe es inzwischen gegeben, Ergebnisse lägen der Stadt noch nicht vor.

Röwenkamp: Tempomessungen

Anwohner haben sich über zu hohe Geschwindigkeiten im verkehrsberuhigten Bereich beschwert. Tempomessungen haben eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h ergeben. Bauliche Maßnahmen, die Abhilfe schaffen könnten, seien an dieser Stelle nicht ersichtlich. Die Stadt hat das Straßenverkehrsamt gebeten, den Bereich in die Geschwindigkeitsüberwachung aufzunehmen, der Kreis verwies jedoch auf die Überwachung durch die Polizei, da der Kreis selbst in verkehrsberuhigten Bereichen nur in Ausnahmefällen dahingehend tätig wird. Zudem könne die Polizei mithilfe einer Lasermessung geringere Überschreitungen messen können als der Kreis selbst.

Durchfahrtsperre in „Zur Alten Ziegelei“

Weil die Anwohner einen Antrag auf Maßnahmen zur Verringerung des Durchgangsverkehrs und des zu hohen Tempos gestellt haben, hat die Stadt nach Gesprächen mit den Anwohnern und einer Überprüfung verschiedener Möglichkeiten einen Antrag für eine Durchfahrtssperre beim Kreisverkehrsamt gestellt. Das Amt hat diesen bewilligt, die Durchfahrtsperre gilt seit dem 17. Juni. Die Auswirkungen auf die Straße „Witholt“ werden mithilfe von Verkehrsmessungen beobachtet.

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