Zahlen in Drensteinfurt sollen hinterfragt werden

Schülerzahlen sinken, doch Schulbuskosten steigen - Warum?

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Den Schulbus nutzen viele Kinder und Jugendliche, allerdings dürfen kostenlos nur diejenigen fahren, die mehr als zwei Kilometer entfernt von ihrer Schule wohnen.

Drensteinfurt – Die Schülerbeförderungskosten in ganz Drensteinfurt belaufen sich im laufenden Jahr auf 523.000 Euro. Die im Vergleich zu anderen Kommunen überdurchschnittlich hohen Kosten bei sinkenden Schülerzahlen sollten nach einem Hinweis aus der Gemeindeprüfungsanstalt überprüft werden.

Zur Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur hatten die Grünen einen Zwischenbericht der Überprüfung beantragt. Das vorläufige Ergebnis der Prüfung, die, so Fachbereichsleiter Gregor Stiefel, eigentlich noch nicht abgeschlossen sei, habe ergeben: „Einsparungen sind hier im Moment noch nicht absehbar.“ Man habe versucht, die Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu steigern.

Ein Augenmerk wurde auf die Kinder gerichtet, die mit dem Bus fahren, aber aufgrund der zu geringen Entfernung oder weil sie eine Schule im anderen Ort besuchen, keine Berechtigung dazu haben.

Nicht alle Schüler haben Anspruch

Genaue Zahlen nannte die Gleichstellungsbeauftragte Elke Göller: „In der Grundschule Drensteinfurt sind 15 Kinder aufgefallen, die unter zwei Kilometer Entfernung wohnen und mit dem Bus fahren.“ An der Rinkeroder Grundschule seien es zehn nicht berechtigte Schüler gewesen. In der Grundschule Walstedde und der Drensteinfurter Teamschule waren keine unberechtigt fahrenden Schüler aufgefallen.

Letztendlich stellte Göller klar: „Es gibt Eltern, die bereit sind, für die Beförderung ihrer Kinder zu bezahlen.“ Ob diese Maßnahme die nötigen Einsparungen bringen kann, stehe noch zur Diskussion. Fest stehe, auf Grundlage eines 365-Tage-Tickets koste die Nutzung des ÖPNV pro Tag einen Euro. Die zu zahlende Summe richte sich nach der Zahl der Schultage.

In diesem Zusammenhang erinnert Göller daran, dass Kinder der OGS und der Bis-Mittag-Betreuung keinen Anspruch auf eine Beförderung haben.

Anzahl täglicher Fahrten reduzieren

Die Idee, die Anzahl der täglichen Fahrten durch besser aufeinander abgestimmte Stundenpläne zu reduzieren oder wenigstens kleinere Fahrzeuge einzusetzen, wurde ebenfalls geprüft. Aus der Schule hat es klare Signale gegeben, die Flexibilität zu erhalten, machte Gregor Stiefel deutlich.

Überprüfung der Verträge

Als letztes standen die bestehenden Verträge mit den Beförderungsunternehmen auf dem Prüfstand. Dabei kam heraus: „Die Zusammenarbeit mit einem der beiden größten Beförderungsunternehmen läuft nicht zur Zufriedenheit der Verwaltung.“ Während eine der beiden Firmen hilfreiche Erkenntnisse beigesteuert habe, fehlten bei der anderen Firma die Fakten, was zu Verzögerung der Überprüfung geführt habe, so Stiefel.

Die Verträge zu kündigen und neu zu vergeben, werde überlegt, sei aber schwer zu realisieren. „Die Verträge sind nicht transparent und darüber hinaus frühestens zu Ende Januar kündbar. Darum könne mit einer Neuvergabe frühestens für das Schuljahr 2020/2021 gerechnet werden. Die jährliche Einsparung könne mit 30 000 Euro kalkuliert werden.

„Einsparungen zu machen, ist legitim und richtig, die Akzeptanz der Kinder und Eltern ist aber auch wichtig“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Töns. „Persönlich wäre mir am liebsten, jedes Kind könnte eine Karte kaufen und dann problemlos transportiert werden.“

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