Coronavirus und die (begründeten) Folgen

Kneipennacht wird verschoben - Viele Absagen in Drensteinfurt

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So schön war die Kneipennacht vor zwei Jahren. Wie es in diesem Jahr läuft, ist erst einmal völlig unklar.

Der Coronarvirus drängt sich mehr und mehr in das gesellschaftliche Leben. Jetzt sagt auch die Stadt Drensteinfurt alle in diesem Monat stattfindenden städtischen größeren Veranstaltungen ab.

Drensteinfurt – Betroffen von den Absagen infolge der aktuellen Virus-Welle sind das Folk-Live-Konzert am Freitag, das internationale Familienfrühstück am Samstagmorgen, das Kabarett zum Internationalen Frauentag am Sonntag, das Unternehmerfrühstück am 17. März und der Neubürgerempfang am 29. März. Nicht stattfinden wird auch die von der IGW organisierte Kneipennacht am 21. März.

Auch wenn sich die vielen abgesagten Veranstaltungen dramatisch anhören, versichert Bürgermeister Carsten Grawunder: „Aktuell ist die Situation in Drensteinfurt noch absolut unkritisch.“

Martin Brinkötter vom Ordnungsamt gibt einen Überblick über den Umgang der Stadt mit dem Coronrvirus. Prinzipiell müssten alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abgesagt werden. Dies sei eine Vorgabe der Landesregierung. „Wir als Ordnungsamt dürfen die Veranstaltungen nicht mehr genehmigen“, führt er weiter aus. Darüber hinaus sei es Ziel, die Infektionsketten zu durchbrechen, um insbesondere alte und kranke Menschen zu schützen. Gerade für diese Personengruppe sei der Virus nicht nur gefährlich, sondern könne sogar zum Tod führen.

Die Stadt vertrete die Auffassung: „Jede abgesagte Veranstaltung trägt dazu bei, die Infektionskette zu durchbrechen.“ Dies gelte sowohl für große als auch kleine Veranstaltungen. Diese Maßnahme werde derzeit neben einer guten Hygiene für das effektivste Mittel gehalten, um die Ausbreitung des Coronavirus’ einzudämmen, versichert auch der Bürgermeister.

„Aufgrund der derzeit aktuellen Lage – jeder kann im Radio und Fernsehen verfolgen, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten stetig steigt – wünschen wir uns, dass jede noch so kleine Veranstaltung abgesagt wird, um die Infektionskette zu unterbrechen“, sagt Grawunder. Hier gehe die Stadt mit gutem Beispiel voran.

Kneipennacht wird nachgeholt

Auch die Drensteinfurter Kneipennacht am 21. März wird nicht stattfinden. Der Vorstand der IGW und die AG Kneipennacht habe die Ereignisse in den letzten Wochen aufmerksam beobachtet und auch Kontakt zum Gesundheitsamt und zum Ordnungsamt aufgenommen.

„In den letzten Jahren besuchten immer circa 1200 bis 1700 Personen die Kneipennacht. Aufgrund der bestätigten Corona-Fälle in Ottmarsbocholt, Ascheberg und Ahlen und der damit verbundenen räumlichen Nähe haben wir uns zum Schutz der Besucher und deren Angehörige zu diesem Schritt entschieden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Die Kneipennacht werde, so der zweite Vorsitzende Raphael Morsmann, aber nicht ersatzlos ausfallen, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich im Oktober oder November dieses Jahres, nachgeholt. Alle bereits erworbenen Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit für den Nachholtermin. Die Karten können aber auch an den Vorverkaufsstellen, an denen sie erworben worden sind, zurückgegeben werden und der Kaufpreis wird erstattet.

Weitere betroffene Veranstaltungen:

Für das Frauenkabarett „Weibsbilder“, das auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten Elke Göller am Sonntag sein Programm „Botox to go – bei uns kriegst du dein Fett weg“ in der Teamschulaula zeigen wollte, gibt es bereits einen Nachholtermin: den 30. August um 18 Uhr ebenfalls in der Teamschulaula. Die bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit. Bei Rückfragen ist Elke Göller unter Telefon 02508/995-123 erreichbar.

Auch das Folk-Live-Konzert mit Match Walsh Quartett soll nachgeholt werden. Einen festen Termin gibt es noch nicht, anvisiert ist der Herbst, sagt Fachbereichsleiter Gregor Stiefel. Bei Folk-Live gibt generell es keinen Vorverkauf,, sondern nur Karten an der Abendkasse.

Unklar ist, ob der Neubürgerempfang noch in diesem Jahr nachgeholt wird oder es im kommenden Jahr einen neuen Termin gibt. Gerade beim Neubürgerempfang sei es Ziel, dass möglichst viele Besucher das Angebot nutzen, damit sich die Mühe und Arbeit der Vereine die sich vorstellen auch lohne, so Bürgermeister Grawunder.

Ob zwei weitere nichtstädtische Veranstaltungen im März stattfinden können, ist noch unklar. „Wir werden die Veranstalter des Kindermusicals und des Basars ansprechen und sie bitten, die Veranstaltungen nicht stattfinden zu lassen“, erklärt Brinkötter. Kirchenmusikerin Miriam Kaduk hatte geplant, am Sonntag, 29. März, in der Dreingauhalle das Kindermusical „Mose, ein echt cooler Retter“ mit dem Mini- und Maxichor sowie einer Liveband aufzuführen. Einen Tag vorher hatte das Basar-Team ebenfalls in der Dreingauhalle den großen Basar geplant. Dieser wurde jetzt abgesagt.

„Behördlich untersagen werden wir die beiden Veranstaltungen nicht“, sagt Brinkötter, macht aber klar: Die Empfehlung der Stadt geht sogar so weit, dass sich jeder Einzelne überlegen sollte, ob er noch zum Kegelabend seines Stammtischs geht.

„Wir wollen keine Hysterie verbreiten, aber wir wissen nicht, wie rasant sich das Virus ausbreitet, wenn wir nicht helfen, die Infektionsketten zu unterbrechen“, so Brinkötter. Das bedeute aber ganz ausdrücklich nicht, dass sich jetzt alle Mitbürger in häuslicher Quarantäne begeben sollten.

Dann versichert der Leiter des Ordnungsamtes: „Wir werden in der nächsten Woche eine neue Einschätzung über die Lage geben.“ Zum jetzigen Zeitpunkt zu sagen, wie sich die Situation weiterentwickelt, sei rein spekulativ und reines Glaskugelschauen.

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