Klimaschutz in Drensteinfurt: Das rät die Stadt ihren Bürgern

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Wenn es um den Klimaschutz geht, ist jeder gefragt. Aber auch die Kommune, das Land und der Bund. Was die Stadt für den Klimaschutz leistet und was jeder Einzelne hier vor Ort dafür tun kann, erklärt Hans-Ulrich Herding, Umweltbeauftragter der Stadt Drensteinfurt.

Drensteinfurt – „Wir tun für den Klimaschutz viel zu wenig“, sagt der Leiter des Umweltamtes mit Blick auf das Klimapaket der Bundesregierung. Damit, so stellt er fest, könne man nichts retten. Darum schaut er eher pessimistisch in die Zukunft: „Es wird noch viel schlimmer.“

Auf lokaler Ebene habe der ausgerufene Klimanotstand weitreichende Folgen. So müsste bei allen Ratsentscheidungen die Klimarelevanz berücksichtigt werden. Als konkretes Beispiel nennt Herding den Kirchplatz, auf dem die alten Pflastersteine neu verlegt werden, die Bäume erhalten bleiben und gebrauchte Lampen vom Marktplatz mit LED-Technik verwendet werden, um Ressourcen zu sparen. Der neue Brunnen brauche ein Siebtel der Energie, gemessen am bisherigen Brunnen. Das neue Baugebiet Mondscheinweg werde zwar keine Klimaschutzsiedlung, jedoch wird es ein ausgearbeitetes Klimaschutzkonzept geben. „Als Beitrag zur Natur pflanzt die Stadt jedes Jahr 80 bis 100 neue Bäume und legt Blühstreifen an“, informiert Herding.

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Ernährung, Kleidung, Elektrogeräte

Seine Empfehlungen für jeden Einzelnen sind breit gefächert. Hinsichtlich der Ernährung empfiehlt er, regionale und saisonale Produkte zu bevorzugen. „Gerade jetzt gibt es verschiedene saisonale Gemüsesorten zu kaufen.“ Den Fleischkonsum zu reduzieren helfe viel, so Herding. Plastik umgehen, Müll vermeiden. Und: „Es muss nicht immer alles neu gekauft werden“, sagt er. Hier sei es hilfreich, auf zeitloses Design und Qualität zu achten.

Der Umweltbeauftragte Hans-Ulrich Herding sieht Einschränkungen nicht als Nachteil. Körperliche Arbeit spare etwa die „Muckibude“.

Man müsse auch nicht immer mit der Mode gehen, besser sei es, Kleidung moderat und zweckmäßig zu kaufen. Auch das Kaufen von gebrauchten Klamotten, besonders für kleine Kinder, sei sinnvoll. Gerade auch hinsichtlich der darin enthaltenen Schadstoffe.

Die Menschen müssten auch den Gebrauch von Elektrogeräten überdenken. Ein Rasen könne auch mit dem Handrasenmäher gemäht werden und Laub könne weggefegt werden, es dürften auch mal ein paar Blätter liegen bleiben. Wir würden es nicht schaffen, unseren Komfort mit einem minimalen Energieaufwand zu vereinbaren, so Herdings Einschätzung. „Es muss uns gelingen, die Grundeinstellung zu ändern“, sagt er.

Möglichst Fahrrad vor Auto

Körperliche Arbeit spare die „Muckibude“ und halte ebenso fit wie das Fahrradfahren ohne Motor. Ein E-Fahrrad empfehle er, wenn lange Strecken zu fahren sind oder für ältere Menschen, erklärt Herding. Sein Rat: „Man darf die Einschränkungen nicht als Nachteil sehen, sondern die Vorteile betrachten.“ Hinsichtlich des persönlichen Verkehrs bittet er: „Wann immer es geht das Fahrrad dem Auto vorziehen.“

Abschließend ergänzt Bürgermeister Carsten Grawunder, dass jeder sein eigenes Leben und Verhalten intensiv reflektieren müsse. „Wir müssen alle mit kleinen Schritten anfangen“, sagt er weiter. Es bringe nichts, darauf zu warten, dass einer von außen mit einer riesigen Lösung ankommt und uns den Weg zeigt. Jeder müsse für sich schauen, was er tun kann, wofür er bereit ist und was eine gewisse Aussicht auf Erfolg habe.

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