Klimanotstand und Erlbadbeheizung: Die Grünen äußern sich

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Nach Münster hat auch Drensteinfurt den Klimanotstand ausgerufen. Dieses Bild zeigt Aktivisten, die in der Hauptstadt für die Ausrufung demonstrieren.

Drensteinfurt – Die Ratsmitglieder haben in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich den Klimanotstand für Drensteinfurt ausgerufen. Ein Aspekt in der Debatte war die Beheizung des Erlbades. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen äußert sich jetzt dazu und den Leserbriefen zu dem Thema.

„Es war wichtig, dass der Rat der Stadt Drensteinfurt nach langer und teilweise kontroverser Diskussion die Resolution zur Ausrufung des Klimanotstands unterstützt und die Eindämmung des Klimawandels als Aufgabe mit höchster Priorität anerkennt“, heißt es in der Stellungnahme. Und weiter: „Nach der Berichterstattung in der Tagespresse scheint es, als müsse man sich ausschließlich mit dem Freibadbetrieb auseinandersetzen. Das lenkt nicht nur vom Thema ab, sondern verfälscht auch den Ablauf der Diskussion im Rat und die in diesem Zusammenhang von der grünen Ratsfraktion vorgebrachten Argumente.“

Mit ihrem Antrag hätten die Grünen nicht nur erreichen wollen, dass der Klimaresolution gefolgt wird, sondern dass bei allen einschlägigen Ratsentscheidungen über die finanziellen und inklusiven Auswirkungen hinaus immer auch die klimarelevanten Auswirkungen geprüft werden.

Drensteinfurt folgt dem Beispiel Münsters

Drensteinfurt ruft den Klimanotstand aus

„Wir haben das stichhaltig an mehreren Beispielen verdeutlicht und dargelegt, wie vielfältig klimarelevante Handlungsansätze auf kommunaler Ebene sind“, schreibt Bernhard Meyer für die Fraktion Bündnis90/Die Grünen und nennt den Kauf von Kraftfahrzeugen, die Prüfung von E-Autos, den Bau von Gebäuden, die Prüfung von Baustoffen, die Grünanlagengestaltung und die Büromöbelauswahl.

Die Grünen sagen, die Debatte um die Beheizung des Erlbads sei nicht von ihnen gekommen.

„Die Freibadbeheizung“, darauf legen die Grünen wert, „wurde nicht von unserer Fraktion in die Diskussion eingebracht.“ Vielmehr treffe die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage die Aussage, man müsse das Freibad schließen, wenn man der Resolution konsequent folgen würde. Dieser Punkt sei in der weiteren Diskussion häufig aufgegriffen und von den Grünen entkräftet worden.

Sie hätten Alternativen vorgestellt: „So sehen wir eine Beschränkung der Wasserbeheizung auf die vorhandenen Solarabsorber als eine Option (das wird nicht nur in zwei Freibädern in Münster gemacht) oder – dieser Vorschlag ist gleichrangig unterbreitet worden – die Beckenwasserbeheizung wird mittels regenerativer Energien vorgenommen.“

Stimmungsmache führe nicht zur Problemlösung

Berichterstattung, Leserbriefe oder Beiträge in den sozialen Medien, die die Debatte zur Unterstützung der Klimaresolution auf die Freibadbeheizung reduzieren, halten die Grünen für eine ungerechtfertigte Stimmungsmache, die einer Problemlösung nicht dienlich sei.

Abschließend schreiben die Grünen: „Im Ergebnis hat der Rat mit seinem mehrheitlich gefassten Beschluss eine vernünftige und notwendige Entscheidung getroffen und damit erkannt, dass der Klimawandel nicht anonym, sondern höchst konkret ist und ihm vor Ort begegnet werden muss.“ -DA

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