Klein, langsam, sympathisch: Tafel fährt mit neuem Elektroauto vor

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Endlich ist er da, der lange ersehnte Elektro-Kühlwagen der Tafel Drensteinfurt. Er ist klein und wendig: „Ein Sympathieträger mit einem hohen Wiedererkennungswert“, sagt Mitarbeiterin Petra Holler-Kracht.

Ab sofort werden die Waren für Bedürftige mit dem etwas mehr als 10 PS starken Kastenwagen der Firma Ari transportiert. An insgesamt neun Anfahrtstellen in Walstedde, Drensteinfurt, Rinkerode und Bockum-Hövel holen Helfer der Tafel die Lebensmittel ab.

Richtig schnell ist er nicht, der kleine Flitzer. Mit einer Reichweite von 200 Kilometern schafft er eine Höchstgeschwindigkeit von 75 Kilometern in der Stunde – für die Bedürfnisse der Tafel völlig ausreichend. Am Abend kann der Akku ebenso wie das Kühlelement im Kofferraum auf der Stellfläche vor den Räumen der Tafel aufgeladen werden. Erforderlich dafür ist lediglich ein normaler 230 Volt Anschluss.

Sechs Stunden hält der Kühlspeicher – Zeit genug, die Lebensmittel zu holen und zur Tafel am Westwall zu bringen. Sollte es mal zu Problemen mit der Elektronik kommen, kommt ein Techniker der Firma Ari mit Sitz in Leipzig vorbei, um den Fehler zu beheben. Bei allen anderen Fahrzeugstörungen kann die Firma Auto Lohmann auf dem Gelände der ehemaligen Firma Volkmar weiterhelfen. Der Verkäufer hat die Mechaniker extra in die Technik des besonderen Fahrzeugs eingewiesen. „Da das Auto keine Energierückgewinnung hat, sind Reparaturen problemloser“, so Rudi Naerger.

Insgesamt, so informiert er, gebe es 100 Stück der kleinen Flitzer in Deutschland. Finanziert werden konnten die 23.000 Euro dank Sponsoren. Ein Großteil des Geldes stammt von den Pfandgeldern der Firma Lidl, der Rest von der Sparkasse Münsterland Ost und der Wertestiftung Münsterland. Letztere sponserte auch einen neuen Tiefkühlschrank mit 14 Fächern – ein effizientes, übersichtliches Gerät mit niedrigem Stromverbrauch.

Neu ist auch der kleine Kühlraum. Auf einer Fläche von vier Quadratmetern können dort Lebensmittel bei einer Temperatur von 6,7 bis 7,2 Grad kühl gelagert werden. Insgesamt gibt es 122 Bedarfsgemeinschaften, das können Einzelpersonen oder Familien sein. Genau sind es rund 300 Personen, die berechtig sind, bei der Tafel günstig einzukaufen.

32 Helfer sind derzeit aktiv, etwa acht organisieren die Waren, die anderen sortieren die Lebensmittel und sind in der Ausgabe tätig. „Wir suchen dringend noch weitere Helfer“, macht Petra Holler-Kracht deutlich. Wer mitmachen will, kann sich unter anderem per E-Mail melden an info@tafel-drensteinfurt.de.

Geöffnet ist die Tafel dienstags von 11 Uhr bis 13 Uhr und 16 Uhr bis 18 Uhr.

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