200 Gäste beim Auftakt zum Kultursommer

Die vier Musikerinnen von der Detmolder Hochschule für Musiküberzeugten und begeisterten mit gefühlvollem und rhythmischem Zusammenspiel.

Drensteinfurt Der goldene Schein der Abendsonne, vier zauberhafte Musikerinnen und das wunderbare Ambiente von Haus Steinfurt waren die Zutaten zu einem unvergesslichen Konzertabend. Der Auftakt zum Drensteinfurter Kultusommer war überaus gelungen.

„Der Kultursommer bietet Kultur an besonderen Orten und das alles umsonst“, informierte Bürgermeister Carsten Grawunder in seiner Begrüßung am Freitagabend im Innenhof von Haus Steinfurt. „Sie erleben bei herrlichstem Wetter einen akustischen Genuss“, versprach er.

Die Auftaktveranstaltung zum Kultursommer hätte nicht gelungener sein können, unter dem Motto „Mondesaufgang“ ließen sich die rund 200 Zuhörer musikalisch verwöhnen. Die vier Musikerinnen von der Detmolder Hochschule für Musik Farida Rustamova (Violine) aus Aserbaidschan, Zoë Knoop (Harfe) aus den Niederlanden, die gebürtige Berlinerin und Cellistin Franziska Rees sowie die im Münsterland aufgewachsene Mezzosopranistin Rebecca Blanz überzeugten und begeisterten mit gefühlvollem und rhythmischem Zusammenspiel.

Gleich zu Beginn, „Chanson de Matin“ von Edward Elgar und der Klassiker von Camille Saint-Saens „Der Schwan“, ruhig und melodiös. Der warme Klang des Cellos kontrastierte und harmonierte mit den himmlisch zarten Klängen der Harfe. Zielsicher und dynamisch die Violine. Der laue Sommerabend, dazu Musik zum Träumen, eine Erholung für die Seele.

Die Musikerinnen entlockten ihren Instrumenten ein Klangbild, das der plätschernde Bach zu hören und die umherfliegende Vögel und summenden Insekten fast greifbar schienen.

Warm und kräftig die Stimme der Mezzospranistin Blanz beim bekannten „Vois sur ton Chemin“ aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ von Bruno Coulais.

Matthias Bonitz, der Drensteinfurter Komponist, präsentierte an diesem Abend seine Erstaufführung „Mondesaufgang“. Die von ihm vertonte lyrische Dichtung von Annette von Droste-Hülshoff bewegte. Das von der großen deutschen Dichterin 1844 geschriebene Gedicht ist geprägt von einem tiefen Gefühl für das wahre Wesen der Natur. Harfe, Violine und Cello verstärken den Zauber der Worte, geheimnisvolle Musik mit Pizzicato und Staccatos dazu die wechselhafte warme Stimme von Rebecca Blanz. Mal Sprechgesang, atmosphärisch dicht, leise gehaucht mal kräftig gesungen: „An des Balkones Gitter lehnte ich. Und wartete, du mildes Licht, auf dich. Hoch über mir, gleich trübem Eiskrystalle, zerschmolzen, schwamm des Firmamentes Halle. Der See verschimmerte in leisem Dehnen. Zerflossene Perlen oder Wolkenthränen?“ Dazu passend hatte das Quartett die Garderobe gewechselt, um den Zauber von Mond, Traum und Engel zu verstärken.

Bei „Om“ aus der Tondichtung „Siddhartha“ von Bonitz, hier umgeschrieben für Harfe und Violencello, war Siddharthas Erleuchtung zum Buddha deutlich zu spüren. Astor Piazzollas „Invierno Porteno“ gab der Sängerin Gelegenheit. ihr Können an der Melodika zu zeigen. „Die schnellen chromatischen Läufe funktionieren an der Harfe nicht“, verriet sie. Von Piazzolla auch die Zugabe „Oblivion“, die einen schönen Abschluss mit Nachhall bildete.

Das Publikum war begeistert. „Ich habe Vivalids Sommer noch nie so wahrgenommen wie heute“, verriet Gisela Grabbe aus Walstedde. Sie habe das Flimmern der Hitze und den Vogelgesang förmlich spüren können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare