Event fällt aus

Keine „Night of Light“ in Drensteinfurt

Die Alte Post Drensteinfurt ist in rotes Licht getaucht
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In rotes Licht getaucht. Die Alte Post in Drensteinfurt ist vor einem Jahr im Rahmen der bundesweiten „Night of Light“ angestrahlt worden, um auf die Not der Beschäftigungsbranche hinzuweisen. In diesem Jahr wird sich die „FST Event-Group“ aus Drensteinfurt nicht an der Aktion beteiligen.

Vor genau einem Jahr beteiligte sich die Drensteinfurter FST Eventgroup an der deutschlandweiten Aktion „Night of Light“. Damals strahlten im ganzen Land über 7000 Firmen öffentliche Gebäude rot an, um auf die dramatische Lage in der Veranstaltungswirtschaft hinzuweisen. Auch heute findet die „Night of Light“ vielerorts statt, doch die heimische Eventgroup nimmt daran nicht teil.

Drensteinfurt - „Wir wollen keine falschen Signale Richtung Politik senden“, erklärt René Krämer und spricht dabei stellvertretend für seine drei Partner, den Herberner Dierk Wenner und die beiden Drensteinfurter Matthias Weiß und Sebastian Falke. Die erste Bundessoforthilfe habe die Eventgroup noch in Anspruch genommen, bei der zweiten Bundessoforthilfe im Spätsommer hätten sich spontan die Bedingungen geändert, sodass der Unterhaltungsbranche Hilfe nur für die ersten Monate zustand. „Dabei gab es fast im gesamten Jahr kaum Aufträge, weil nichts möglich war“, resümiert Krämer und ergänzt: „Selbst jetzt finden noch keine Großveranstaltungen statt.“ Lediglich im August und September waren sie bei einigen Privatveranstaltungen und bei drei oder vier Beleuchtungsaktionen wie „Orange the World“ in Stewwert aktiv. Überwiegend habe man Materialpflege betrieben oder in die Zukunft gedacht.

Im Sommer habe die Eventgroup dann vom Soforthilfeschirm der Stadt, der auf kleinem Dienstweg betroffenen Drensteinfurter Firmen eine finanzielle Hilfe bereitgestellt hatte, eine erste Auszahlung bekommen. Auch vom zweiten Soforthilfeschirm bis März dieses Jahres profitierte die Firma. „Es war ja abzusehen, dass wir kaum arbeiten konnten“, erklärt er. Mit dem Geld der Stadt war es ihnen möglich, die anfallenden Fixkosten zu bezahlen.

Online- und Streaming-Veranstaltungen

„Für uns war es natürlich auch eine große Hilfe, dass wir die Sitzungen der Stadt begleiten durften“, berichtet der freiberufliche Veranstaltungstechniker. Es sei zwar eine etwas andere Arbeit als sonst üblich gewesen, sodass sich das Team erst in Beschallung-, Konferenz- und Videotechnik einarbeiten musste. „Wir hatten aber ja jede Menge Freizeit dafür“, gibt er zu.

„Die Aufträge der Stadt haben uns sehr viele Sorgen abgenommen“, sagt er dankbar. Über Corona hinaus wird die Eventgroup ihre Dienste auch weiter in diesem Bereich anbieten, er gehe aber davon aus, dass Online- und Streaming-Veranstaltungen deutlich weniger werden, wenn sich die Situation entspannt. „Für uns bleiben natürlich richtige Partys und Freizeitveranstaltungen unser Hauptgebiet“, gibt er schmunzelnd zu.

Neben der Hilfe der Stadt, sei das größte Plus seines Teams, dass alle einen anderen Hauptberuf haben. „Wir müssen von unserer Arbeit als Eventgroup nicht den Kühlschrank vollmachen und keine Kinder ernähren.“ Es sei für sie nicht existenzbedrohend gewesen. Natürlich gebe es kein Polster, von dem die monatlichen 1000 Euro Fixkosten bezahlt werden konnten.

Darum sei Krämer sicher, dass es die Eventgroup ohne die Hilfe der Stadt so nicht mehr geben würde und genau darum versichert er: „Wir sind der Stadt und der Politik sehr, sehr dankbar.“ Von Kollegen wisse er, dass es eine Hilfe in dieser Größenordnung und auf so unbürokratische Weise in anderen Kommunen nicht gegeben habe. Aus diesem Grund wolle er sich an der Aktion „Night of Light“ in Drensteinfurt nicht beteiligen, auch wenn er sich aus Solidarität eine Teilnahme hätte vorstellen können.

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