Auch keine Freilauffläche

Keine Leinenpflicht für Hunde in den Außenbereichen von Drensteinfurt

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Wenn Hundehalter mit ihrem Tier im Außenbereich spazieren gehen, besteht keine Leinenpflicht. Allerdings sind Hunde laut Gesetz so zu führen, dass von ihnen „keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Mensch oder Tieren ausgeht“.

Drensteinfurt – Eine allgemeine Leinenpflicht für Hunde in den Außenbereichen wird es nicht geben. Auch eine Freilauffläche für Hunde soll nicht eingerichtet werden.

Dafür wird eine 450-Euro-Kraft probehalber für sechs Monate die Hundespaziergänger im Innen- und Außenbereich überwachen. Mehrheitlich mit einer Enthaltung (FDP) stimmten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses dem Beschluss der Verwaltung zu. Damit lehnte der Ausschuss den Bürgerantrag von Manfred Kraft ab. Abschließend wurde darüber im Rat beraten (nach Redaktionsschluss).

Im Dezember vergangenen Jahres hatte Kraft im Namen des Sozialverbandes einen Bürgerantrag gestellt, indem er Leinenpflicht für Hunde nicht nur im Innen-, sondern auch im Außenbereich forderte, dazu als Ausgleich die Schaffung einer Freilauffläche. Bislang ist es laut Landeshundegesetz NRW erlaubt, seinen Hund im Außenbereich frei laufen zu lassen, sofern der Besitzer diesen sofort zurückruft, wenn sich Fußgänger, Radfahrer, Rollstuhlfahrer, Fahrzeuge oder wild lebende Tier nähern.

Die Entscheidung gegen die Leinenpflicht sei nach sorgfältiger Prüfung gefallen, sagte Bürgermeister Carsten Grawunder. „Auch bei mir kommen immer häufiger Beschwerden an“, stellte er klar. Er sei der Überzeugung, dass es keine Beschwerden gebe, wenn alle das Landeshundegesetz beherzigten. Im § 1 heißt es dort: „Hunde sind so zu führen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Mensch oder Tieren ausgeht.“

Das Problem liege am anderen Ende der Leine. Der Unmut in Teilen der Bevölkerung beruhe darauf, dass es Hundehalter gebe, die sich an diese Vereinbarung nicht halten, erklärte der Bürgermeister.

450-Euro-Kraft kontrolliert die Halter

Aus diesem Grund wolle die Stadt zunächst für ein halbes Jahr eine 450-Euro-Kraft einstellen, die die Kontrollen durchführt und bei Verstößen die Hundehalter über das richtige Verhalten informiert. Nach Ablauf der sechs Monate entscheide der Erfolg darüber, wie es weitergeht. Weiter führte Grawunder aus: „Eine Hundefreilauffläche einzurichten ist in der ländlichen Region mit ausreichend Fläche nicht erforderlich.“ Zudem gebe es keine geeigneten Flächen, die in Frage kommen könnten.

„Den gesamten Außenbereich für Hunde zu sperren, ist Quatsch und nicht artgerecht“, so Burkhard Wieland. Die FDP hatte jedoch in einem Antrag die Einrichtung eine Freilauffläche gefordert. Platz gebe es in der Nähe der Malteser und am Schulzentrum. Auf so einer Fläche könnten sich Hundehalter austauschen und das Sozialverhalten ihrer Hunde trainieren sowie möglicherweise auch Kurse absolvieren. Die Kosten sollten über die Hundesteuer, durch moderate Erhöhung derselben, beglichen werden. Auf die 450-Euro-Kraft solle verzichtet werden. „Wo soll die denn überhaupt kontrollieren?“, fragte Wieland. Zudem befürchte er einen Konflikt zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern.

"Problem liegt am Halter, nicht am Hund"

„Wie will die Verwaltung mit einer Aushilfe den gesamten Außenbereich kontrollieren?“, fragte Maria Tölle (Die Grünen) und Ingo Stude (SPD) schlug vor: „Eine 450-Euro-Kraft grundsätzlich ja, aber nicht im Außen-, sondern im Innenbereich.“ Ein Freigehege sehe die SPD jedoch kritisch. „Nicht immer stimmt die Chemie der Hunde untereinander und es kommt sogar zu Beiß-Attacken“, so Stude.

Martin Brinkötter vom Ordnungsamt stellte fest: „Das Problem liegt zu 100 Prozent am Halter, nicht am Hund.“ Es sei auch nicht der kleine Hund das Problem, sondern der große. Eben diese Hundebesitzer müssten bereits einen Sachkundenachweis erbringen, so dass jeder von ihnen genau weiß, was er darf und was nicht.

Leider gebe es neben der großen Zahl vernünftiger Hundehalter auch den kleinen Teil, der sich nicht an die Gesetze hält. Hier könnte eine Unterweisung helfen. Dazu erläuterte er: Innenbereich ist dort, wo viele Menschen sind. So kann der Hund auch innerorts freigelassen werden, wenn sich zum Beispiel in einer Sackgasse niemand aufhält.

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