Von wegen Kegelkrise: In Drensteinfurt lebt der Sport

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Sven Feseler, Besitzer des Hammer Paot mit zwei Kegelbahnen, ist selbst leidenschaftlicher Kegler.

Drensteinfurt - Seit Jahren geht die Zahl der Kegler in Deutschland zurück. In Stewwert kann vom schleichenden Kegelsterben jedoch keine Rede sein.

Nach wie vor sind die Bahnen belegt, wird die Kugel mit Schwung ins Rollen gebracht, um die neun Kegel, die in fast sechs Meter Entfernung aufgestellt sind, umzulegen. „Am Wochenende könnte ich gut eine dritte Kegelbahn gebrauchen“, berichtet Sven Feseler, Besitzer des Hammer Paot. Seine beiden Kegelbahnen im Keller der Kneipe seien am Freitag- und Samstagabend auf Jahre ausgebucht. Seit acht Jahren betreibt er die Gaststätte, einen Rückgang der Kegelvereine kann er nicht bestätigen.

Ebenso wenig die Meinung, dass junge Menschen kein Interesse am Kegeln haben. „Von 20 Jahren bis über 70 Jahren sind bei uns Kegler vertreten“, teilt er mit. Das Publikum sei gut gemischt. Tatsächlich gibt es auch Vereine, die unter der Woche kegeln, die sich am Montag und Donnerstag alle vier oder auch alle zwei Wochen treffen. Aber das seien überwiegend Rentner. Insgesamt gehören 21 Kegelclubs zu den Stammgästen auf seinen beiden Bahnen. 

Sechs Kegelbahnen in ganz Stewwert 

Seit das Rodeo geschlossen hat, gibt es vier Bahnen in Drensteinfurt (je zwei im Hammer Paot und bei Averdung) sowie eine bei Thiemann (Amecke) und eine bei Lohmann in Rinkerode. 

Bernhard Averdung von der gleichnamigen Gaststätte, ebenfalls Besitzer zweier Kegelbahnen stellt klar fest: „Kegeln findet heute hauptsächlich an zwei Tagen der Woche statt.“ Am Freitag und Samstag könne er auch fünf Bahnen gebrauchen. Keine Chance also auf einen Termin zum Kegeln am Freitagabend bei Averdung. „Wir sind langfristig ausgebucht“, so Beate Averdung. Unter der Woche kämen überwiegend Rentner zum Kegeln, bestätigt auch die Wirtin der Gaststätte Averdung. 

Beate Averdung von der Gaststätte Averdung

Erst kürzlich habe ein langjähriger Damen-Kegelclub aus Mersch aufgehört. „Die waren zwischen 85 und 90 Jahren“, erzählt Bernhard Averdung, der die Kneipe zwischendurch verpachtet und seit 2004 mit Ehefrau Beate wieder selber betreibt. Einen Nachfolger für die betagten kegelnden Damen wird es eher nicht geben. „Wer arbeitet, kegelt heute nicht mehr unter der Woche“, so der Wirt. 

Bernhard Averdung schaut realistisch in die Zukunft der Kneipen: „In zehn Jahren hat keine Kneipe von Montag bis Donnerstag mehr auf“, glaubt er, weil es sich nicht lohne. Stadtmeisterschaft mit 18 Teams Christof Eckhoff, Vorsitzender des Organisationsteams der Stadtkegelmeisterschaft in Drensteinfurt, kann einen Rückgang der Kegler ebenfalls nicht bestätigen. 

In diesem Jahr haben sich 18 Vereine und sieben Einzelkegler angemeldet – darunter zum ersten Mal vier Damen. Ein gutes Ergebnis, findet er. Der Altersdurchschnitt sei super, die Ältesten sind bis 70 und die Jüngsten um die 20. Gerade, dass auch viele jüngere Vereine dabei sind, freue das Organisationsteam sehr. Er betont auch: Während es heute leichter sei, unter der Woche eine Bahn zu bekommen, sei es am Wochenende, dazu noch auf einer guten Bahn umso schwieriger.

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