Ausbildungssituation schwierig

Kaum Praktika in Betrieben wegen Corona

Joachim Fahnemann und Markus Diekhoff im Gespräch
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Optimistisch: Joachim Fahnemann und Markus Diekhoff sind zuversichtlich, dass die Wirtschaft im Kreis Warendorf grundsätzlich die Voraussetzungen hat, auch den zweiten Lockdown relativ gut zu bewältigen.

Drensteinfurt – Mit dem erneuten Lockdown sind die Anzeigen von Kurzarbeit im Kreis Warendorf sprunghaft gestiegen. „Viele Unternehmen im Kreis Warendorf nutzen die Unterstützung durch Kurzarbeitergeld und setzen weiterhin alles daran, so ihre Beschäftigten zu halten“, sagte Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.

Im Gespräch mit dem FDP-Landtagsabgeordneten Markus Diekhoff aus Drensteinfurt machte er deutlich, dass eine große Entlassungswelle daher aktuell bislang nicht zu erwarten sei. „Die Wirtschaft im Kreisgebiet ist vielfältig und grundsätzlich gut aufgestellt. Daher haben wir in der Region die Voraussetzungen, die mit der Corona-Pandemie verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen zu bewältigen“, machte Fahnemann deutlich. So erreichte die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeitergeld bezogen, in der Region bereits im April ihren Höchststand. „Schon im Frühsommer konnten viele Betriebe wieder weitestgehend in normalem Umfang arbeiten“, berichtete Fahnemann. Waren im April noch mehr als 18 Prozent der Beschäftigten im Kreis Warendorf von Kurzarbeit betroffen, sank der Anteil im Juni schon auf 11,5 Prozent.

„Wir können froh sein, dass wir das Instrument der Kurzarbeit haben, denn es hat zahlreichen Betrieben und Beschäftigten schnell geholfen und dazu geführt, dass Arbeitslosigkeit in vielen Fällen vermieden werden konnte“, unterstrich der Agenturleiter. Die Entwicklung zeige außerdem, wie schnell sich die Wirtschaft in den Sommermonaten wieder erholen konnte. „Das gibt Zuversicht, dass viele Betriebe auch diese Phase der Pandemie und den erneuten Lockdown relativ gut bewältigen können“, meinte Diekhoff und ergänzte: „Kurzarbeit ist ein sehr wirkungsvolles Instrument, um das uns viele andere Länder beneiden.“ Die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen stieg ebenfalls wieder an und bot Chancen auf eine neue Beschäftigung. „Wir integrieren trotz der Corona-Pandemie jeden Monat Menschen in neue Arbeitsverhältnisse“, berichtete Fahnemann.

Eine Herausforderung sei die Situation am Ausbildungsmarkt, schilderte der Agenturleiter im Austausch mit Diekhoff. Dabei sei die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Kreis Warendorf weiterhin hoch und die Arbeitgeber hätten trotz der Pandemie zahlreiche Ausbildungsstellen gemeldet, so der Hinweis von Fahnemann: „Gleichzeitig waren die Umstände für Unternehmen und Jugendliche in diesem Jahr aber deutlich schwieriger als sonst. Häufig entfielen die Möglichkeiten, sich in Praktika oder über Berufe zu informieren und sich auf Ausbildungsmessen persönlich kennenzulernen.“ Er ergänzt: „Wir haben daher zusätzliche Beratungsmöglichkeiten für die jungen Menschen geschaffen, beispielsweise per Telefonhotline und Video-Chat.“ Fahnemann betonte: „Arbeitgeber in der Region suchen noch Bewerber für den Einstieg in eine Ausbildung in den kommenden Wochen. Es gibt weiterhin viele Chancen in interessanten Berufen. Junge Menschen sollten sie jetzt ergreifen.“

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Die Berufsberatung ist unter Telefon 02 51/ 69 81 11 oder per E-Mail an ahlen-muenster.berufsberatung@arbeitsagentur.de zu erreichen.

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