Karin Sabe zeigt Werke in Haus Walstedde

Karin Sabe stellt derzeit ihre Bilder aus. Bei der Vernissage gab es noch eine Lesung der Autorin Eva von Dunk.

WALSTEDDE - „Ich möchte Sie mitnehmen auf eine Reise ins Unbekannte“, forderte Karin Sabe anlässlich ihrer Vernissage im Kaminzimmer des Haus Walstedde am Sonntagmittag die rund 50 Besucher auf. Unter dem Motto „Tiefhinaus“, stellt die freischaffende Künstlerin ihre Bilder in den Räumen des Gesundheitszentrums aus.

Das Vollkommene im Unvollkommenen möchte sie zeigen, um dem Betrachter eine neue Sichtweise zu ermöglichen. Ein Wunsch, der auch gut auf das Haus Walstedde übertragbar sei, befand Dr. Bernd Dietz, Organisator der Veranstaltung.

„Mein Thema ist die Natur“, erklärte die Aschebergerin. Bei Spaziergängen sehe sie oft fantastische Dinge, eine überwältigende Vielfalt. Zum Beispiel Pappelblüten, die sich wie Watte anfühlen, Kastanienblüten in voller Kraft und in Erwartung des Frühlings, die bizarre Form der Pappelrinde. Sie nehme alles auf und speichere es ab. Vor der Leinwand entsteht dann etwas Ungeplantes, „Ich habe nie ein fertiges Bild im Kopf“, etwas aus einem tiefen inneren Impuls, der Intuition. „Beim Malen kann ich mich erleben und erfahren, ich spüre die Lebendigkeit in den Farben.“ Ihre Materialien sind Kreide, Pigmente, Erde, Kohle, Pflanzenteile, Sand, Samen und Holz. Beim Malen interessiere sie die Mehrschichtigkeit der Dinge, der natürliche Prozess von Wachsen, Werden und Vergehen. Wenn Schicht auf Schicht gelegt wird, entstehe eine Räumlichkeit der Oberfläche, die Farben verweben miteinander. Dabei lautet ihre Devise: „Es ist nicht alles sichtbar, aber spürbar“.

Seit 18 Jahren ist Sabe künstlerisch unterwegs. Von sich selbst sagt sie: „Ich habe viel gemacht, in zahlreichen Workshops im In- und Ausland meinen eigenen Stil entwickelt.“ In den Kunst- und Kreativwerkstätten auf Haus Coerde in Münster arbeitet sie in einem eigenen Atelier, hier entstehen ihre Werke, hier bietet sie auch Workshops an.

Dort entdeckten sie auch die Mitarbeiter vom Haus Walstedde. „Das Team war in der LandGenussWerkstatt zu einem gemeinsamen Koch-Event und stieß dabei auf mein Atelier“, erzählt die Künstlerin.

Neben den Werken von Karin Sabe ließen sich die Kunstinteressierten auch literarisch verwöhnen. Eva von Dunk, freie Autorin aus Nordkirchen, trug einige ihrer Gedichte vor. Mit Titeln wie „Tief hinauf“, „Zwischenland“ oder „fußunter“, wählte sie Lyrik, deren Grundthema, passend zur Ausstellung, die Natur ist. Wie schon bei Sabes Bildern scheint auch in den poetischen Texten der Lyrikerin das Tatsächliche nicht gleich offensichtlich. Die studierte Sozialwissenschaftlerin, die auf dem Kunsthof in Nordkirchen zu Hause ist, kam über Seminare und Literaturkurse zum Schreiben.

Mit ruhigen, fließenden Musikstücken am Klavier, wie „Die fabelhafte Welt der Amelie“, sorgte die Lehramtsstudentin Linn Sabe, eine Nichte der Malerin, für einen angenehmen musikalischen Rahmen.

Die Bilder und Objekte sind bis Donnerstag, 30. April, wochentags jeweils von 8 bis 18 Uhr zu sehen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Sabes Werke am 1. Mai in ihrem Atelier in Haus Coerde, Coermühle 50f, am Tag der Offenen Tür, zu besichtigen. - mew

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