Innenstadtentwicklung und Bürgernähe

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Die Akteure beim Rededuell (von links): Bürgermeister Paul Berlage, WA-Moderator Andreas Wartala und Herausforderer Carsten Grawunder.

DRENSTEINFURT- Das Rededuell zwischen Bürgermeister Paul Berlage und seinem Herausforderer Carsten Grawunder brachte am Dienstag in der voll besetzten Realschul-Aula zahlreiche wichtige kommunale Themen auf den Tisch. Zwei zentrale Aspekte, die Innenstadtentwicklung und die von vielen geforderte Bürgernähe und Transparenz, werden hier näher betrachtet.

Die Grundlage der zukünftigen Entwicklung ist das „Handlungskonzept Innenstadt“, das seit September 2013 in Arbeitsgruppen erstellt wurde. „Die Situation in der Innenstadt, samt der Parkplatzsituation, ist ein ganz komplexes Thema“, so Berlage. Es müsse mit zahlreichen Akteuren gesprochen werden und innerhalb dieses Prozesses hätte sich sein Kontrahent ja einbringen können. Grawunder konterte und erklärte: „Das ist ein Beispiel, wo Bürgerbeteiligung nicht gut funktioniert hat. Nach zehn Jahren Entwicklung müssten langsam Ergebnisse zu sehen sein.“

Dies griff der Amtsinhaber auf, um die praktizierte Bürgerbeteiligung zu verteidigen. „Die Bürger haben zur Erstellung des Handlungskonzeptes in vielen Arbeitsgruppen getagt. Beim Stadtentwicklungskonzept 2020+ haben über 100 Bürger mitgemacht. Dies abzukanzeln, ist nicht in Ordnung“, sagte Berlage.

Doch der 47-jährigen Grawunder zeigte sich mit der Situation in der Innenstadt weiterhin unzufrieden: „Der Wochenmarkt muss auf den Marktplatz verlegt werden. Die Leerstände in der Stadt sind beängstigend, so dass die sehr hohen Einkommen abwandern.“ Er stelle sich Cafés und Boutiquen zur Belebung vor, die Wirtschaftsförderung müsse da kreativ werden. „Neue Gewerbe anzusiedeln, ist ein ganz, ganz langer Prozess“, berichte Berlage von seinen Erfahrungen als Bürgermeister.

Das „Handlungskonzept Innenstadt“ soll, so der Amtsinhaber weiter, zu einer Umgestaltung der Flächen führen, die durch Fördermittel mitfinanziert werden müsse. Dies hielt auch Grawunder für grundsätzlich richtig. Der Kontrahent präsentierte seine Idee von einer großen Bürgerbefragung zur Weiterentwicklung des Einzelhandels: „Ich würde eine Bürgerbefragung durchführen. Dabei sollen die Befragten angeben, was sie sich wünschen. Ich sehe hier noch viel Optimierungspotenzial.“

Damit ging die Diskussion auf die Frage nach einem weiteren Drogeriemarkt über. Der Rat, so Berlage, habe einstimmig den Beschluss gegen einen weiteren Markt gefasst. Rossmann hatte zwar Interesse, sei dann aber abgesprungen. Grawunder fragte sich auch, ob ein weiterer Markt in Drensteinfurt noch tragfähig sei. Bürgernähe und Innenstadtentwicklung bleiben weiter auf der politischen Agenda. - jdw

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