Jennifer Simon: Schluss mit tierischen Produkten!

Drensteinfurt - Wer dem Klima etwas Gutes tun will, sollte sich vegan ernähren. Eine von der Zeitschrift Spiegel in Auftrag gegebene Studie über den Fleischkonsum und seine Auswirkungen auf den CO2-Fußabdruck zeigt: Wer sich vegan ernährt, spart jährlich zwei Tonnen CO2.

Für Jennifer Simon ein Grund, auf tierische Produkte in ihrem Essen zu verzichten, für die Jurastudentin wiegt jedoch das Tierleid noch weitaus schwerer.Seit zehn Jahren ernährt sich Jennifer Simon vegetarisch, die letzten drei Jahre rein pflanzlich. „Ich hatte schon früh Mitleid mit den Tieren“, erinnert sie sich. Doch in ihrer Familie stieß sie zunächst auf wenig Verständnis. 

Denn, quasi von heute auf morgen, habe sie kein Fleisch mehr gegessen. Sorgen, sie könne durch die fleischlose Kost krank werden, seien bei den gut informierten Eltern eher nicht aufgekommen. Tatsächlich gibt die 26-Jährige zu: „Seit ich mich vegan ernähre, habe ich ein besseres Körpergefühl und bin besonders wenig krank.“ Allerdings gibt sie zu bedenken: „Ich esse nicht einfach so pflanzlich, sondern setze mich sehr genau mit der Ernährung auseinander. Das sollte man aber bei jeder Ernährung tun“. So greife sie vermehrt zu Hülsenfrüchten, Kernen, Nüssen, Sprossen sowie viel Gemüse und Obst. Vor einigen Jahren war es in Deutschland noch nicht selbstverständlich, in Restaurants vegane Gerichte und in Eissalons veganes Eis bestellen zu können. „Gerade die Klimadiskussion und die Popularität von Greta Thunberg zwingt Menschen, sich vermehrt mit der pflanzlichen Ernährung auseinanderzusetzen“, dabei sei ihr positiv aufgefallen: „Die Akzeptanz hat sich verbessert.“ 

In ihrem Freundeskreis war das Thema sowieso kein Problem. Einige Menschen hat sie bereits überzeugt, andere fangen langsam damit an. Simon: „Jeder Schritt in Richtung pflanzliche Ernährung ist ein guter Schritt.“ Sie gibt aber auch zu: „Ich bin auch nicht perfekt, aber ich versuche, was möglich ist. Wenn jeder dafür offen wäre, könnte man für die Tiere und die Umwelt einiges erreichen.“ 

Ihre Eltern hat sie schon überzeugt, auch wenn sie selbst noch ab und zu Fleisch essen, akzeptieren sie ihre Einstellung. „Der Schritt von vegetarisch zu vegan war für sie gar kein Problem mehr.“ Im Gegenteil, ihre Mutter koche auch schon mal ein veganes Gericht. Jennifer Simon kauft bevorzugt saisonal und regional und gerne Bio. Als Verzicht empfindet sie das nicht. „Es gibt so viele Streichcremes und Alternativen in den Supermärkten“, stellt sie fest. Viele Veganer machen ihre Cremes auch selbst. „Dafür habe ich aber keine Zeit“, sagt die Studentin. Neben Uni und Job ist sie als Aktivistin, Tierretterin und anderweitig ehrenamtlich unterwegs. Eines habe sie in den Jahren gelernt: „Ich versuche, nicht zu missionieren, sondern lieber aufzuklären“. 

Jeder Einzelne müsse beim Einkauf selbst entscheiden, ob er für oder gegen die Tiere stimmt, so ihre Meinung. Dann schneidet sie weiter Paprika und Zucchini für ihr Lieblingsgericht, ein Gemüse-Risotto. Vor wenigen Tagen habe sie übrigens einen Gesundheitscheck beim Arzt durchführen lassen. „Alle Werte waren im grünen Bereich“, freut sie sich und das, mit Ausnahme von Vitamin B 12, ohne weitere Nahrungsergänzungsmittel. Damit wird bestätigt, was sie eigentlich schon gewusst hat, „Die pflanzliche Ernährung ist nicht nur gut für Klima und Tiere, sondern auch für die Gesundheit“, resümiert sie.

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