Kann Drensteinfurt dem Grippe-Impfstoff-Mangel trotzen?  

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Influenza-Vieren werden per Tröpcheninfektion übertragen. Sie können also beim Niesen und Husten, aber auch beim Sprechen, Küssen oder Händeschütteln übertragen werden.

Drensteinfurt - Die Antwort lautet Nein: In Drensteinfurt und Walstedde ist aktuell kein Impfstoff zu bekommen. Apotheken und Arztpraxen hatten sogar schon vor Weihnachten keine Bestände mehr.

Wer sich nicht schon im Herbst hat impfen lassen, hat schlechte Karten. Der Impfstoff ist aufgebraucht. „Im Kreis Warendorf gibt es so gut wie keinen Impfstoff mehr“, erklärt der Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Warendorf Matthias Bröker. Wenn jetzt noch Impfstoff beschafft werden kann, dann nur noch über den kleinen Dienstweg. Das sei der Fall, wenn eine Apotheke vielleicht zu viel bestellt hat.

In Walstedde waren die Bestände schon vor Weihnachten aufgebraucht. „Es wurde in diesem Jahr weitaus mehr geimpft als im vergangenen Jahr“, berichtet Andreas Schoster von der Maximilian-Apotheke Walstedde. Das könnte am weitaus wirkungsvolleren Impfstoff liegen. Das bestätigt auch Bröker. „Es handelt sich um einen Vierfach-Impfstoff, der gegen noch mehr Viren wirksam ist“, so der Apotheker.

Seit zwei Monaten ausverkauft

Im Dezember konnte Lothar Schäfer von der Stadt-Apotheke in Drensteinfurt noch einmal Impfstoff aus einem EU-Land ergattern, der in Deutschland neu zugelassen wurde. Doch auch der Vorrat ist aufgebraucht. „Ich kann keinen Impfstoff bekommen“, sagte Schäfer. Gleiches vermeldet die Wagenfeld-Apotheke. „Der Grippe-Impfstoff ist seit zwei Monaten ausverkauft“, erklärt die Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte Heike Volkmer.

Auch bei den Arztpraxen sieht es mau aus. „Wir haben keinen Impstoff“, heißt es unisono in der Praxis am Nordholter Weg, in der Gemeinschaftspraxis Amtshofsweg und der Praxis Dr. Binsfeld. Neuen Impfstoff zu produzieren, ist nicht mehr möglich. Das Verfahren dauert bis zu einem halben Jahr, erklärt der Sprecher der Apothekerschaft.

Immer noch hohe Nachfrage

Auch wenn sich überdurchschnittlich viele Bürger schon im Oktober, November und Dezember haben impfen lassen, gebe es noch immer Nachfrage. „Auch jetzt macht es noch Sinn, sich impfen zu lassen, denn es dauert rund 14 Tage, bis der Impfstoff zur Wirkung kommt. In der Regel rolle die Grippewelle ab Februar über das Land.

Wichtig sei jedoch, laut Bröker: Die Impfung schützt nicht vor normalen Erkältungskrankheiten, sondern nur gegen die echte Grippe, die in der Regel mit schwerem Krankheitsverlauf einhergeht, bis zu 14 Tage dauert und im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann. Doch auch hier gebe es keinen 100-prozentigen Schutz. „Man weiß ja nie genau, welcher Erreger kommt“, so der Apotheker.

Wer sollte sich impfen lassen?

In der Regel erfolgt die Impfung im Oktober oder November, doch ist die Maßnahme auch zu Beginn des Jahres noch sinnvoll. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung für besonders anfällige Personengruppen.

Alle Menschen, die bei einer Grippe ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben; Personen über 60 Jahre; Schwangere; Menschen mit Grundkrankheiten und Personen, die mit vielen Menschen in Kontakt kommen; medizinisches Personal und Pflegekräfte.

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