Corona-Schutzimpfungen bei Hausärzten in Drensteinfurt sehr gut organisiert

Schon rund 2500 Impfungen gegen Corona im Drensteinfurter Ärztehaus verabreicht

Dr. Birgit Salomon nimmt sich Zeit für Patienten wie Felix Kullak, ehe sie ihnen die Spritze mit dem Wirkstoff gegen das Cororanviurs in den Oberarm setzt.
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Dr. Birgit Salomon nimmt sich Zeit für Patienten wie Felix Kullak, ehe sie ihnen die Spritze mit dem Wirkstoff gegen das Cororanviurs in den Oberarm setzt.

Seitdem die Corona-Impfung beim Hausarzt durchgeführt werden kann, ist der Ansturm auf die Impfung in den Arztpraxen ungebrochen. So auch in der Gemeinschaftspraxis im Ärztehaus am Amtshofweg. Für seine Patienten hat das Ärzteteam dort, abseits des alltäglichen Praxisbetriebes, eine beispielhaft organisierte Impfstraße aufgebaut, in der jeder Schritt optimal geplant ist. Darüber hinaus gibt es eine räumlich getrennte Infektsprechstunde und die Möglichkeit des wöchentlich einmaligen kostenlosen Covid-19-Schnelltests.

Drensteinfurt - Wer am Amtshofweg geimpft werden möchte, braucht einen Termin. Online oder per Telefon ist die Terminabsprache problemlos möglich. An der Praxis angekommen, werden die Impfwilligen gut beschildert fern vom Praxiseingang zur Impfstraße geleitet. Im Empfangszimmer nimmt eine medizinische Fachangestellte die Personalien auf. Im Nebenzimmer steht zu diesem Zeitpunkt der Arzt schon bereit. Vor der Impfung findet ein kurzes aufklärendes Gespräch statt. Ist es bereits die Zweitimpfung, erkundigt sich der Arzt, wie die erste Impfung vertragen wurde. Alles geht ruhig vonstatten. Trotz der Vielzahl der Impfungen ist von Hektik keine Spur. Und obwohl alles gut strukturiert ist, bleibt Zeit für Fragen und ebenso Zeit, dem Patienten Unsicherheiten und Ängste zu nehmen.

Nach der Impfung erhält der Geimpfte seinen Impfausweis und bleibt noch für 15 Minuten in einem Ruheraum zur Beobachtung. Nach gut 20 Minuten kann er die Praxis schon wieder verlassen.

Ärzte und Fachpersonal leisten Überstunden

Die regulären Sprechstunden werden durch die Impfungen nicht beeinträchtigt, sondern finden wie gewohnt statt. „Wir sechs Ärzte wechseln uns ab, für die Impfungen leisten sowohl die Mediziner als auch das medizinische Fachpersonal Überstunden“, erklärt Dr. Birgit Salomon. Und, so versichert sie, ohne Klagen und völlig selbstverständlich.

Das sei auch der Grund, warum alles so gut funktioniere. Dann gerät sie ins Schwärmen: „Das Team ist super toll, da macht die Arbeit richtig Spaß.“

Erfassung der Daten: Die medizinische Fachangestellte Susanne Weichenain nimmt die Personalien von Felix Kullak auf, der für seine zweite Impfung ins Ärztehaus am Amtshofweg gekommen ist.

In Drensteinfurt ist die Welt noch in Ordnung. Die Patienten, so berichtet die medizinische Fachangestellte Julia Otto, seien überwiegend dankbar und sehr zufrieden. Nur wenige zeigten mit Hinblick auf den nahenden Urlaub Ungeduld. „Wir arbeiten viel, bekommen aber ebenso viel zurück, eine gute Stimmung ist die Regel“, sagt sie.

Das Team im Ärztehaus hat sich schon früh auf die Corona-Impfung eingespielt: Im Malteserstift impften sie Mitarbeiter und Bewohner, ebenso in der Tagespflege und auch in der Dreingauhalle, als dort vorübergehend ein Impfzentrum eingerichtet wurde.

Seit dem 7. April wurden allein am Amtshofweg gut 2 500 Impfungen gegen Corona verabreicht. Geimpft wird in der Regel mit dem Impfstoff, der verfügbar ist, wobei bei Biontech die Priorisierung beachtet werden muss.

Der entscheidende Moment: Felix Kullak erhält von Dr. Birgit Salomon seine zweite Impfung gegen das Coronavirus und ist damit 14 Tage nach dem zweiten Piks vollständig geschützt.

In der Praxis werden nur die eigenen Patienten geimpft. Als die Astrazeneca- Impfung in der Kritik stand und im Impfzentrum viele Impftermine abgesagt wurden, habe sich die Praxis für die Astra-Impfdosen beworben, die im Kreis zur Verfügung standen und eine große Menge bekommen. Die einzige Auflage war es, alle Impfwilligen aus dem Kreis zu impfen. „Nach kurzer Zeit waren alle verfügbaren Astra-Impfungen ausgebucht“, erinnert sich Dr. Salomon, und Julia Otto fügt hinzu: „Wir hatten sogar aus Hamburg und Niedersachsen Anfragen.“

Keine schlimmen Nebenwirkungen

Trotz der vielen Impfungen habe es bisher noch keine schlimme Nebenwirkung gegeben. „Manche Patienten fühlen sich nach der Impfung ein paar Tage krank, und oft treten Schmerzen im Arm auf“, zählt die Ärztin auf. Leichte Nebenwirkungen seien bei allen Impfstoffen möglich. Erfahrungsgemäß sei die Reaktion bei Biontech nach der Zweitimpfung größer und bei Astrazeneca nach der ersten Impfung. Seit Anfang letzter Woche stehe auch der Impfstoff von Johnson & Johnson zur Verfügung, der nur einmal verabreicht werden muss.

Die Zweitimpfung bei Biontech erfolge nach sechs Wochen, bei Astrazeneca nach zwölf Wochen. Grundsätzlich, so glaubt Dr. Salomon, seien alle Impfstoffe gleichermaßen wirksam, und es sei auch problemlos möglich, als Zweitimpfung nach Astrazeneca auf Biontech zu wechseln. Sie verabreiche Astrazeneca – wenn es gewünscht werde – auch an Personen unter 60 Jahren, allerdings mit dem Hinweis auf mögliche schwere Nebenwirkungen und bei Risikopatienten mit der Empfehlung, sich besser für Biontech zu entscheiden.

„Impfen ist das Einzige, das uns aus der Pandemie rausbringt“, glaubt Dr. Birgit Salomon. Ein Ende der Impfungen sei noch nicht abzusehen. „Bis weit in den August wird es so weitergehen“, vermutet sie. Und dann stehe auch schon der Herbst mit den Grippe-Impfungen vor der Tür.

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