Nahrung für die Seele

Im Einklang mit den Vorgaben: Pfarrer verteidigt das Festhalten an Präsenzgottesdiensten

In prächtig buntes Licht getaucht: So wie hier die St.-Regina-Kirche in Drensteinfurt werden alle drei Kirchen der Gemeinde in der Adventszeit illuminiert.
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In prächtig buntes Licht getaucht: So wie hier die St.-Regina-Kirche in Drensteinfurt werden alle drei Kirchen der Gemeinde in der Adventszeit illuminiert.

Anders als die Evangelische Kirche von Westfalen, die ihren Kirchengemeinden empfohlen hat, bis zum 10. Januar auf Präsenzgottesdienste zu verzichten, hält das Bistum Münster an der Feier von Gottesdiensten vor Ort fest.

Drensteinfurt – Eine Entscheidung, die Pfarrer Jörg Schlummer begrüßt. „Gottesdienste sind so wichtig wie Lebensmittel, sie sind Nahrung für die Seele“, sagt er.

Wie wichtig die Präsenzgottesdienste sind, weiß Pfarrer Schlummer aus vielen Rückmeldungen der Gottesdienstbesucher. Für die Seele und das Gemüt seien sie essenziell, „Musik und Gottesdienste schenken Geborgenheit“, versichert er. Im Gottesdienst könnten Menschen singen oder, wenn das nicht erlaubt ist, mitsummen oder einfach zuhören.

Gotteshäuser öffnen ihre Türen

„Der Mensch kann sich auf Gott ausrichten, die Beziehung zu ihm pflegen.“ Für ihn sei das ebenso wichtig wie der Besuch im Supermarkt. Genau darum halte er so lange wie möglich an Präsenzgottesdiensten fest. „Wir suchen immer wieder nach Möglichkeiten und Lösungen“, verspricht der Pfarrer.

Neben den Gottesdiensten stehen die Kirchen tagsüber allen Menschen offen. Der Altarraum sei beleuchtet, meditative Texte lägen aus und Kerzen dürften entzündet werden. Ein Angebot, dass besonders in Drensteinfurt gut angenommen werde.

Gebete auf Abstand

Sollte der Inzidenzwert wegen Corona im Kreis 200 übersteigen und eine zusätzliche Ausgangsbeschränkung bedingen (der Wert lag am Freitag bei 199,4), sei die Pfarrgemeinde vorbereitet. „Unser Anmeldeverfahren passt mit den Vorgaben von NRW überein“, verspricht Schlummer. In einem solchen Fall seien nur wenige Umstellung und Telefonate nötig.

Glücklicherweise habe die Politik den Kirchen die Präsenzgottesdienste ermöglicht. Für Schlummer steht fest: „Ein Sonderrecht ist das nicht, sondern eine Notwendigkeit für den Menschen.“ Jeder könne entscheiden, ob er das Angebot annehme.

„Wir halten unsere Gottesdienste absolut verantwortungsvoll und mit dem nötigen Abstand“, verspricht er. Die evangelische Kirche verzichtet auf Gottesdienste und begründet dies aus Nächstenliebe, um andere zu schützen.

Detaillierte Corona-Schutzkonzepte

Auch das Bistum Münster bezieht eindeutig Stellung: „Wir orientieren uns bei unserem Vorgehen auch an dem, was die Wissenschaft vorgibt“, heißt es in einem Schreiben des Bistums. Die Gottesdienste – gerade an Weihnachten – sollen unter noch einmal deutlich verschärften Bedingungen stattfinden.

Neben den zugespitzten staatlichen Vorgaben – so ist der Gemeindegesang etwa grundsätzlich untersagt – hätten die Verantwortlichen vor Ort sehr verantwortungsvolle Konzepte entwickelt: Es gebe in vielen Pfarreien eine deutlich höhere und vielfältigere Zahl an Gottesdiensten mit nach oben klar begrenzten Teilnehmerzahlen, zusätzlich gebe es Anmeldesysteme, so das Bistum Münster weiter.

Sicherheit steht an erster Stelle

Für alle Verantwortlichen in den Pfarreien des Bistums sei es ein zentrales Ziel, die Gesundheit der Menschen zu schützen. Niemand handele hier fahrlässig, heißt es weiter.

Trotz aller Kritik aus der Öffentlichkeit hält das Bistum Münster Gottesdienste, gerade in dieser Zeit, als ein wichtiges Zeichen für Solidarität, Halt, Trost und Hilfe für dringend erforderlich.

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