Hunderte Anrufe besorgter Eltern bei Drensteinfurter Schulen

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Schulkinder

Drensteinfurt - Orkan Friederike fegte am Donnerstag mit 90 bis 130 Kilometern pro Stunde über Drensteinfurt hinweg. Den Eltern war es freigestellt, ihre Kinder zur Schule zu schicken oder nicht. Eine einheitliche Regelung gab es nicht, was zu Hunderten Anrufen besorgter Eltern führte.

Für die Feuerwehr bedeutete der Orkan höchste Alarmbereitschaft und ab Mittag Dauereinsätze. Auch die Schulen und Kindergärten in den drei Ortsteilen reagierten auf den Sturm. Für alle städtischen, kirchlichen und privaten Einrichtungen galt: Kinder und Jugendliche wurden ausschließlich im Gebäude betreut und unterrichtet. Selbst die Pausen verbrachten die Schüler in der Schule. Den Eltern war es freigestellt, ihre Kinder zur Schule oder zum Kindergarten zu schicken oder sicherheitshalber zu Hause zu lassen. 

Birgitta von Rosenstiel, Schulleiterin der Lambertus-Grundschule in Walstedde, findet das unbefriedigend. „Die Landesregierungen sollten eine einheitliche Lösung finden.“ In anderen Ländern sei dies ja auch möglich. Die Wahlmöglichkeit sorge für Verunsicherung bei den Eltern. An der Lambertusschule wurde der Unterricht nach der vierten Stunde beendet, die Nachtmittagskurse wurden abgesagt. Lediglich die OGS lief normal weiter. 

Orkan "Friederike" fegt durch Drensteinfurt

Die Lehrer mussten rund 100 Telefongespräche führen, um herauszufinden, ob die Eltern auch zu Hause sind. Hinzu kamen unzählige Anrufe besorgter Eltern, die bereits am frühen Morgen telefonierten. Da etliche Kinder gar nicht erst zur Schule gekommen waren, konnte ein normaler Unterricht auch nicht erfolgen, so die Schulleiterin. 

An der Kardinal-von-Galen-Grundschule fanden der Unterricht, die OGS und sogar die Probe des Schulchors ganz normal statt. Die Kinder sollten nach Möglichkeit abgeholt werden, bereits im Vorfeld hatte Schulleiter Norbert Bolz die Kinder gebeten, nicht mit dem Fahrrad zu kommen und sperrige Gegenstände wie zum Beispiel Gitarren zu Hause zu lassen. „Unsere Eltern wissen, wie sie sich verhalten sollen“, so der Schulleiter. 

Kinder, die nicht abgeholt werden konnten, durften in der Schule bleiben. Besonders die Klassenlehrer waren gefragt, die an diesem Tag ein besonderes Auge auf die Kinder hatten. „Schule muss auch an solchen Tagen verlässlich sein“, findet Bolz. 

Rinkeroder gehen entspannt mit Sturm um 

Jutta Nienhaus, Schulleiterin der Rinkeroder Grundschule, teilt die Ansicht von Norbert Bolz. „Bei uns fand der Unterricht regulär statt wie an jedem anderen Tag“, berichtete sie. „Die Rinkeroder sind mit dem Wetter sehr entspannt umgegangen.“ Auch in Rinkerode sollten die Kinder abgeholt werden, nur wenige Eltern hätten von der Möglichkeit, ihren Nachwuchs zu Hause zu lassen, Gebrauch gemacht. 

Anders an der Teamschule. „Sehr viele Kinder waren heute nicht da“, informierte Silvia Gottmann, Sekretärin der Teamschule. Nach der fünften Stunde war offiziell Schluss. Am Morgen habe es hunderte Anrufe besorgter Eltern gegeben. Die Schule trug dafür Sorge, dass die Busse fuhren und die Kinder abgeholt wurden. 

Für die katholischen Kindergärten berichtete Verbundleiterin Petra Fricke: „Unsere Einrichtungen hatten normal geöffnet, auch am Nachmittag.“ Natürlich durften auch hier die Eltern selber entscheiden, ob sie die Kinder brachten oder nicht. 

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