Keine Gefahr für Bienen

Hornissen nutzen Nistkästen: Die nützlichen Insekten siedeln sich in Meisenhäuschen an

Zweckentfremdet: Eigentlich für Meisen vorgesehene Nistkästen in Walstedde Drensteinfurt wurden von Hornissen besiedelt.
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Zweckentfremdet: Eigentlich für Meisen vorgesehene Nistkästen wurden von Hornissen besiedelt.

Die meisten der Nistkästen, die im Frühjahr angebracht worden waren, damit darin Meisen nisten und die Larven des Eichenprozessionsspinners fressen, wurden leider nicht im beabsichtigten Sinn genutzt. Stattdessen wurden einige der Kästen zum Zuhause für Hornissen – einem Insekt, das bei vielen Bürgern gar nicht so beliebt ist.

Walstedde – Hornissen haben keinen guten Ruf. Zu Unrecht, denn die schwarz-gelben Insekten sind nicht aggressiv und ebenso wenig stichwütig. Der Irrglaube, sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, drei einen Menschen, hat sie schon vor langer Zeit auf die Rote Liste der gefährdeten Arten gebracht.

Tatsächlich ist das Gift der Hornisse mit dem der Biene und Wespe vergleichbar. Allerdings ist die Giftmenge, obwohl die Hornisse größer ist, geringer. Lebensgefahr besteht laut Expertenmeinung erst bei 500 bis 1000 Stichen. Zur Gefahr kann sie dennoch für Allergiker werden.

Hornissen sind wichtig für die Natur. Als Nahrung dienen ihnen Pflanzensäfte, Fallobst und kleine Insekten. Ein großes Volk vertilgt im Verlauf einer Saison mehrere Kilogramm Insekten, darunter viele für den Menschen schädliche oder lästige Arten wie Fliegen, Stechmücken, Bremsen, Käfer, Raupen, Wespen und Spinnen. Hornissen sind dämmerungs- und nachtaktive Insekten.

Hornissen sind für Bienen keine Gefahr

Eine Gefahr für Bienen ist die heimische Hornisse nicht, denn ihre Hauptnahrung besteht zu 90 Prozent aus den verschiedenen Fliegenarten. Pro Tag fängt ein Volk lediglich 10 bis 15 Bienen. Bei 50.000 Tieren im Bienen-Volk und täglich bis zu 3000 schlüpfenden Jungbienen ist das laut Experten ohne Schaden verkraftbar.

Während Wespen von süßen Kuchen und Getränken angelockt werden und im Spätsommer oder Herbst manche Kaffeetafel im Freien verhindern, werden die sanften Riesen davon nicht angelockt. Tatsächlich vertreiben sie sogar Wespen, die die Nähe der Hornissen spüren und das Weite suchen.

Von Mai bis September bauen Hornissen ihre umfangreichen Nester in Baumhöhlen, Nistkästen, Schuppen und auf Dachböden. Alles beginnt mit einer Anfangswabe mit 50 Zellen, in der die Königin im Frühjahr je ein Ei legt. Die Arbeiterinnen, die aus den Eiern schlüpfen, beteiligen sich am Nestbau. Sie kauen Holz, vermischen es mit Speichel, dadurch entsteht ein papierähnlicher Baustoff. Immer mehr Waben entstehen auf diese Weise und schaffen Platz für weitere Eier der Königin. Die wachsweißen, madenartigen Larven werden von der Königin und den Arbeiterinnen mit durchgekauten und gekneteten Kügelchen aus erbeuteten Insekten gefüttert.

Hornissen sind streng geschützt

Auf diese Weise wächst das Volk auf bis zu 700 Hornissen an. Im Herbst, wenn die Temperaturen sinken und das Nahrungsangebot zurückgeht, stirbt das ganze Hornissenvolk bis auf die befruchteten Jungköniginnen. Diese haben eine Art körpereigenes Frostschutzmittel, sodass sie den Winter im Holz morscher Bäume oder im Erdreich überleben können. Das kunstvoll gebaute Nest kann nicht wiederverwendet werden. Anfang Mai erwacht die im Herbst des Vorjahres geborene und begattete Hornissen-Jungkönigin aus ihrer Winterstarre und gründet ein neues Volk.

Hornissen sind seit 1987 übrigens gesetzlich streng geschützt und dürfen nicht getötet werden. Ein Verstoß kann mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Störende Nester dürfen nur von geschulten Personen umgesiedelt werden. Um ein Überleben der Hornissen zu sichern, ist es erforderlich, natürliche Nistmöglichkeiten zu erhalten und zusätzlich künstliche Nistmöglichkeiten zu schaffen.

Heimische und Asiatische Hornissen

Nicht verwechselt werden darf unsere heimische Hornisse mit der ursprünglich in Südostasien beheimateten Asiatischen Hornisse. Diese breitet sich seit einigen Jahren zunehmend bei uns aus. Sie ist etwas kleiner als unsere heimische Hornisse.

Sie wirkt deutlich dunkler, da die Kopfoberseite sowie der Rücken und die ersten Segmente des Hinterleibs pechschwarz gefärbt sind, daher ist sie leicht zu unterscheiden. Zur Gefahr wird die Asiatische Hornisse für die Honigbienen, die bei ihr ganz weit oben auf dem Speiseplan stehen.

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