Suche nach Ersatzbetreuung

„Hoppeditz“ startet später: Verzögerung beim Kita-Bau bringt Eltern in Nöte

Noch lange ist nicht daran zu denken, die Kita „Hoppeditz“ in Betrieb zu nehmen. Das finden die Eltern nicht gut – wie (von links) Marco Falkenberg mit Tochter Mila, Kevin Bekel und Tochter Karla sowie Philipp und Annika Düpjohann mit Lotte und Nele.
+
Noch lange ist nicht daran zu denken, die Kita „Hoppeditz“ in Betrieb zu nehmen. Das finden die Eltern nicht gut – wie (von links) Marco Falkenberg mit Tochter Mila, Kevin Bekel und Tochter Karla sowie Philipp und Annika Düpjohann mit Lotte und Nele.

Die neue Kita „Hoppeditz“ soll jedem Kind einen Platz bieten, ihre Eröffnung wird von den Eltern sehnsüchtig erwartet.

Walstedde – Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen im Lambertusdorf ist hoch, es fehlt vor allen Dingen an Plätzen für die unter Zweijährigen. Doch zu Beginn des Kita-Jahres, Mitte August, wird der Kindergarten noch nicht öffnen können.

Damit verschiebt sich die ursprünglich für den April vorgesehene Fertigstellung, dann auf den August verschoben, ein weiteres Mal nach hinten. Läuft jetzt alles nach Plan, ist die Eröffnung für den 1. Oktober vorgesehen. Bei allem Verständnis für die Unwägbarkeiten in der Baubranche fühlen sich einige Eltern zu wenig und zu spät über die Verzögerung informiert.

Das sagen die Eltern

„Seit dem Ersten Spatenstich haben wir praktisch keine Informationen bekommen“, sagt Kevin Bekel, dessen Tochter Karla einen Platz in der Kita „Hoppeditz“ bekommen hat. Mit der Zusage des Kreises sei er davon ausgegangen, dass Karla ab dem 16. August gut untergebracht ist, obwohl in der Benachrichtigung der Zusatz „Wenn die Kita fertig wird“ stehe.

Er habe damit gerechnet, dass der Termin eingehalten wird. Aufgrund eigener beruflicher Erfahrung wisse er, dass es Verzögerungen bei der Fertigstellung geben kann. „Wir reden dann von vier oder sechs Wochen, aber nicht von einem halben Jahr“, stellt er klar. Da beide Elternteile berufstätig sind, versuchten sie, innerhalb der Familie eine Übergangslösung zu organisieren, nachdem sie gehört hatten, dass die Kita verspätet an den Start geht. „Das ist uns auch gelungen“, sagt der Familienvater erleichtert. „Wir hätten uns aber gewünscht, von offizieller Seite etwas zu hören“, findet Bekel klare Worte. Nicht jeder habe Großeltern, die einspringen können.

So erging es Annika und Philipp Düpjohann. Bis jetzt besuchten ihre beiden Töchter Lotte (3) und Nele (5) die Villa „Kunterbunt“ in Drensteinfurt. Sie haben die beiden Mädchen in Walstedde angemeldet, damit sie nicht immer nach Drensteinfurt fahren müssen. Als sie von den Gerüchten erfuhren, dass die Kita nicht rechtzeitig fertiggestellt werden kann, hätten sie in der Villa Kunterbunt nachgefragt, ob sie dort noch bleiben könnten. Ihre Plätze seien aber bereits vergeben worden. „Wir sind beide berufstätig und haben auch in der Familie keine Möglichkeiten die Kinder unterzubringen“, stellt Düpjohann fest.

Übergangslösung in Ameke

In ihrer Sorge hätten sie sich schriftlich an den Bürgermeister, den Kreis und den Träger gewandt und kurz vor Ostern eine beruhigende Antwort erhalten: Die Kinder können vorübergehend in einem Mehrzweckraum im Kindergarten St. Georg in Ameke betreut werden, so die Auskunft per E-Mail von Kita-Leiter Manuel Brümmer.

Lisa Falkenberg befindet sich nach der Geburt von Tochter Natalie im Dezember in Elternzeit, ihr Mann Marco ist berufstätig. Im August wollte sie wieder mit Teilzeitarbeit beginnen. Ihre Tochter Mila sollte dann die Kita „Hoppeditz“ besuchen. „Jetzt werde ich meinen Arbeitsbeginn wohl verschieben“, sagt sie. Das sei so nicht geplant gewesen und mache sich auch finanziell bemerkbar. Sie sei nicht darauf hingewiesen worden, dass eine Betreuung im Notfall möglich sei. „Ich habe auch von anderen besorgten Eltern gehört, die bis jetzt noch keine Lösung gefunden haben“, sagt sie.

Das sagt der Kreis

Diese Sorgen sind unbegründet. „Für alle Kinder, die nicht untergebracht werden können, organisieren wir eine Überbrückungsmöglichkeit“, versichert Anke Fröhlich, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien im Kreis Warendorf. Bisher sei ihr bekannt, dass es bei sechs der 43 angemeldeten Kinder Bedarf gebe. Sie sei davon ausgegangen, dass die Eltern über die Möglichkeit der Überbrückung bei dringendem Bedarf informiert worden seien. In Ameke stünden dafür maximal zehn Plätze zur Verfügung.

Sollten Eltern also noch immer keine Möglichkeit sehen, die Kinder betreuen zu lassen, sollten sie sich zeitnah telefonisch bei Katrin Springer von der Kinderbetreuungsbörse unter der Telefonnummer 02581/535141 melden. „Wir sind sehr darum bemüht, den Familien zu helfen und nehmen das sehr ernst“, macht sie deutlich. Dazu gehöre auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Sie sei froh, dass in Ameke eine gute Lösung gefunden wurde, die auch vom Landesjugendamt genehmigt wurde. Sollten doch mehr als zehn Plätze erforderlich sein, werde nach einer weiteren Überbrückungsmöglichkeit gesucht, so die Leiterin des Jugendamtes.

Die Elterninitiative

Auch Georg Feldmann, Vorsitzender der Elterninitiative St. Georg und Fortuna Walstedde, möchte die Eltern beruhigen. „Wir haben im Kindergarten in Ameke alles vorbereitet, der Mehrzweckraum ist eingerichtet, Genehmigungen sind erteilt und Personal eingestellt“, zählt er auf. Insgesamt 43 Kinder hätten für die neue Kita „Hoppeditz“ eine Zusage bekommen. 15 von ihnen werden bereits in der Übergangsgruppe an der Hoflinde betreut. Diese Gruppe bleibe bis zur Fertigstellung selbstverständlich in Betrieb.

Nach seinem Kenntnisstand seien die Eltern über die mögliche Verzögerung informiert worden, dabei seien sie aufgefordert worden, sich zu melden, sollten sie ihre Kinder nicht anderweitig unterbringen können. Den Vorwurf, zu spät informiert zu haben, weist er von sich. „Wir haben das, sobald wir es sicher wussten, kommuniziert“, macht er deutlich. Niemand hat damit gerechnet, dass es jetzt der 1. Oktober wird. Sicher sei aber, dass sich Michael Knicker als Geschäftsführer der Trägerschaft mit viel Arbeit und Engagement in die Sache reingekniet habe. Er habe unzählige Stunden am Bau verbracht, an Baubesprechungen teilgenommen, dabei immer wieder die Interessen der Kita vertreten und auch schon mal den Handwerkern „auf die Füße getreten“.

Das sagt die Stadt

Bürgermeister Carsten Grawunder bedauert, dass die Kita-Eröffnung verschoben werden muss, und stellt klar: „Nicht die Stadt ist zuständig, sondern der Kreis.“ Gleichwohl wolle man sich nicht aus der Verantwortung ziehen. Dass es überhaupt zu einer Verzögerung gekommen sei, erklärt er mit der enormen Nachfrage im Baugewerbe.

Schwierigkeiten bei Material-Lieferungen

„Wir hatten Glück, dass wir alle Gewerke sofort vergeben konnten, denn die Firmen haben die Auftragsbücher voll.“ Es gebe oftmals Schwierigkeiten bei der Lieferung der Materialien. „Da können wir nur die Eltern um Verständnis bitten. Stadt und Kreis unternehmen alle Anstrengungen, damit die Kinder in Drensteinfurt einen Kitaplatz bekommen“, verspricht er. Im Fall der Kita „Hoppeditz“ habe man schon lange kommuniziert, dass es wohl Oktober wird. Er sei froh, dass viele Familien zum Glück Flexibilität mitbringen.

Schön wäre es, wenn in Drensteinfurt Tagespflegeplätze zur Verfügung ständen. „Der Kreis Warendorf sucht händeringend Personen die bereit sind, Tagespflege anzubieten“, teilt Grawunder mit. Erforderlich sei eine Schulung mit anschließender Zertifizierung. Wer Interesse hat, könne sich telefonisch bei Katrin Springer im Kreishaus melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare