Homeoffice statt letzter Schultag - Abi-Vorbereitung in Corona-Zeiten

+
Lernen daheim am Laptop. Melina Sievert war wegen der Corona bedingten Schulschließung seit drei Wochen nicht mehr im Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Hiltrup. Die Abivorbereitung läuft jetzt vor allem online.

Eigentlich hätte Melina Sievert am Freitag ihren letzten Schultag am Kardinal-von-Galen-Gymnasium (KVG) Hiltrup gehabt. Doch wegen der Corona-Krise hat die Schule bereits seit dem 16. März geschlossen und die 18-jährige Drensteinfurterin bereitet sich seitdem zuhause auf ihre Abiturprüfungen vor.

Drensteinfurt/Hiltrup – Diese Abiturprüfungen – soviel steht seit einer Woche fest – finden jetzt zwischen dem 15. und 25. Mai statt. Immerhin: Damit ist die lange Zeit der Ungewissheit beendet und Sievert und ihre Mitschüler aus dem Abijahrgang können jetzt gezielt auf ein Datum hin lernen. Ursprünglich hätten die Prüfungen ja zwischen dem 21. April und dem 5. Mai stattfinden sollen – ein Termin, der der 18-Jährigen eigentlich lieber gewesen wäre. „Dann hätten wir es früher hinter uns“, sagt sie und schmunzelt. Schließlich wäre bis Mitte April ja genügend Zeit zur Vorbereitung gewesen.

Die allerdings läuft wegen der Schulschließung anders als geplant. So fehlten Sievert im Deutsch-Leistungskurs und in Englisch noch einiges an Prüfungsstoff. Zwar sei am KVG der Unterricht über die digitale Schulplattform „schulbistum“ weitergelaufen, aber es sei doch etwas anderes, wenn man den Lehrer im direkten Gespräch in der Schule Fragen stelle könne als jetzt „nur“ online.

Doch wer weiß? Vielleicht kommt es ja doch noch zum direkten Schüler-Lehrer-Kontakt. Möglicherweise müssten die Abiturienten doch noch einmal für drei Wochen in die Schule, habe der Direktor angedeutet, sagt Sievert.

Das Lernen dauert noch bis Mitte Mai

Jetzt lernt sie wegen des Kontaktverbots erstmal alleine am Laptop am heimischen Schreibtisch für Fächer wie Deutsch und Co. In der ersten Homeoffice-Woche hätten die Lehrer auf der Schulplattform Arbeitsblätter und Aufgaben hochgeladen, in den letzten beiden Woche sei vermehrt eigenständiges Lernen und Wiederholen angesagt gewesen.

Und das Lernen dauert jetzt noch bis Mitte Mai. Immerhin sollen die Nachprüfungen ausfallen, die sonst bei einem zu großen Abweichen zwischen Vor- und Prüfungsnote angestanden hätten. „Nur Nachprüfungen, um sich zu verbessern, sind noch möglich“, weiß Sievert.

Die Verschiebung der Abiprüfungen bringt auch sonst ihren Zeitplan durcheinander. „Die Zeit für die Anmeldung an den Unis wird ganz schön knapp“, sagt Sievert. Zudem hatte sie zwischen Abi und Unistart noch arbeiten und etwas Geld verdienen wollen. „Meine Freundinnen wollten in der Zeit in den Urlaub fahren, ob das jetzt wegen Corona überhaupt klappt, ist fraglich.“

Und da ist ja noch der letzte Schultag...

Und da ist ja noch der letzte Schultag, der eigentlich heute mit viel Programm gefeiert werden sollte. „Wir haben das ja in den letzten Jahren bei den Abijahrgängen über uns verfolgt, eigentlich habe ich mich seit der fünften Klasse darauf gefreut“, sagt Sievert.

Ob wenigstens der letzte Schultag nachgeholt werden kann, ist noch völlig offen. „Immerhin hatten wir für die Abschlussparty einen DJ gebucht und richtig viel vorbereitet“, berichtet die Drensteinfurterin. „Wir hätten die Schule auf den Kopf gestellt“, verrät Sievert. Spiele Schüler gegen Lehrer waren geplant und der Abifilm wäre gezeigt worden. All das fällt aus – genau wie die Mottowoche, die ohne Corona seit Montag für Spaß gesorgt hätte: „Zeitreise“, Plan B“ und „Highschool“ lauteten die Mottos für die Thementage. Auch ob der Abiball wie geplant am 16. Juni stattfinden kann, steht in den Sternen.

Schüler aus Walstedde, Drensteinfurt, Hiltrup und Münster

Wichtig ist der 18-jährigen Drensteinfurterin vor allem, dass es einen richtigen Abschluss ihrer Schullaufbahn gibt. Dass Freitag, der 13. März, ihr letzter Schultag sein würde, stand an dem Tag ja noch nicht fest. Die Schulschließung wurde erst tags drauf vom NRW-Kabinett beschlossen. „Dass man von heute auf morgen zuhause saß und nicht mehr zur Schule gehen durfte und wir auseinandergerissen wurden, war schon komisch“, räumt Sievert ein. Schließlich sei ihr Jahrgang eine tolle Mischung aus Schülern aus Walstedde, Drensteinfurt, Hiltrup und Münster.

„Unser Schulleiter hatte schon so etwas geahnt und hatte am Freitag, 13. März, den Abijahrgang zusammengerufen und uns darauf vorbereitet, dass dies unser letzter Schultag sein könnte“, erzählt die 18-Jährige. Jetzt hofft sie auf einen richtigen Abschluss zusammen mit ihren Mitschülern mit großer Party beim Abiball.

Weitere Infos zum Thema Corona:

Weitere hilfreiche Informationen erhalten Sie unter www.kreis-warendorf.de.

Für weitere WA.de-Artikel aus Drensteinfurt und dem Kreis zum Thema klicken Sie hier, aktuelle Corona-Informationen aus NRW finden Sie hier in unserem Ticker. - WA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare