Hitze sorgt für Ernteausfülle in Drensteinfurt

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Die Getreideernte in ganz Drensteinfurt ist in vollem Gange

Drensteinfurt - Das anhaltend schöne und trockene Wetter in den Ferien ist vor allem für die Schüler, die derzeit Ferien haben, erfreulich. Die Landwirte blicken jedoch mit Sorge auf ihre Ernte. Zu heiß und zu trocken ist es auch seit Wochen in Stewwert. Die Getreideernte ist bereits in vollem Gange. „Mehr als zwei Wochen zu früh“, teilt Thomas Moddick, Leiter des landwirtschaftlichen Ortsverbands Drensteinfurt, mit.

„Wir kommen wohl noch mal mit einem blauen Auge davon“, berichtet Moddick. Im Kreis Steinfurt habe er von katastrophalen Zuständen gehört. Insgesamt gehe er von einem Ernteverlust von zehn bis 15 Prozent beim Getreide aus. Beim Raps sei der Ausfall mit 15 bis 20 Prozent noch etwas höher. Trotz oder gerade wegen der Trockenheit sei die Qualität des Getreides aber besonders gut. Einen Pilzbefall gebe es so gut wie gar nicht.

Der Ernteverlust sei aber nicht allein der derzeitigen Trockenheit geschuldet, sondern auch dem nassen Herbst, dem Winter mit seinem starken Frost und dem Frühjahr, in dem die Felder unter Wasser standen. Die Folge sei eine flache Verwurzelung, die die Folgen der anschließenden Trockenheit noch verstärkt hätte.

Das Sorgenkind der Landwirte ist derzeit der Mais. Auf vielen Feldern ist dem Mais das fehlende Wasser anzusehen. „Der Trockenstress hat zur Folge, dass die Blüte oftmals nicht rechtzeitig kam, um den Kolben zu befruchten“, so Moddick. Ob ausreichend Körner angesetzt haben und der Kolben sich zufriedenstellend entwickelt, ist derzeit noch nicht abzusehen. Zudem führen hohe Temperaturen und eine niedrige Luftfeuchtigkeit dazu, die Fruchtbarkeit der Pollen herabzusetzen. „Viele Maisfelder weisen zwar eine gute Größe auf, wenn aber die Kolben fehlen, liefern sie später entsprechend weniger Energie.“ Wenn das Wetter so bleibt, müsse der Mais bereits zum halben August gehäckselt werden.

Großen Schaden richtet die Trockenheit beim Grünschnitt an. Die Grasnarben wirken wie verbrannt. Für den Landwirt, der Heu und Gras-Silage als Futter benötigt, sei das eine Katastrophe. „Im Moment wächst da gar nichts“, so Moddick. Einige Bauern hätten aus Futternot bereits nach der Wintergerste eine Zwischenfrucht gesät, aber, so der Ortslandwirt: „Auf so trockenem Boden wächst die auch nicht effektiv.“

Was jetzt helfen könne, sei ein ergiebiger Landregen mit 80 bis 100 Millimetern pro Quadratmeter über zwei bis drei Tage. Und auch dann werde es Wochen dauern, bis die Grünflächen sich wieder erholt haben. Ein einmaliger Regen reiche nicht aus, um das Defizit auszugleichen.

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