Digitales Häuserbuch macht Stewwerter Geschichte erlebbar

+
Der Historiker Norbert Bangert setzt ein digitales Häuserbuch auf.

Drensteinfurt - Norbert Bangert möchte Geschichte erlebbar machen: Dafür hat er das Projekt eines "digitalen Häuserbuches" für Drensteinfurt gestartet. Beleuchtet werden hierbei Gebäude der Wersestadt mit ihrer vielfältigen Historie.

Nirgends drückt sich der Wandel und die Geschichte eines Ortes klarer aus, als in seinen Gebäuden. Manche stehen für Jahrhunderte, andere nur wenige Jahre. Doch gemein ist ihnen, dass sie ebenso die Menschen prägen, wie diese ihre Spuren hinterlasse und für die Entwicklung des Ortes stehen. Um dies sichtbar zu machen, hat der Historiker und Journalist Norbert Bangert ein digitales Häuserbuch für Drensteinfurt gestartet. Es gehe darum, „das, was ist, in den historischen Kontext zu setzen“, so Bangert. In seinem digitalen Häuserbuch werden Informationen zu Gebäuden und Straßen zusammengetragen und für alle offen zugänglich gemacht.

Neuer Blick auf die Heimat

Die verschiedenen Straßen und Gebäude sollen erfasst werden.

Die Geschichte des Ortes Drensteinfurt soll dadurch erleb- und erfassbar werden. Dargestellt werden einzelne Gebäude sowie Straßen und Plätze mit Hintergrund-Informationen. Der Historiker, der erste seit einem Jahr in der Wersestadt wohnt, sieht dies als Schritt, „die neue Heimat kennen zu lernen.“ Aber auch Stewwerter, die vielleicht schon seit Generationen an der Werse leben, sollen die Möglichkeit beikommen, ihre Heimat in einem neuen Blickwinkel zu sehen und neues zu erfahren. Eine Gewichtung der aufgenommenen Gebäude wird nicht vorgenommen, so Banger, alle hätten den selben Stellenwert. „Es geht nicht um den architektonischen Wert der Gebäude“. Schließlich werde auch in „hässlichen“ Gebäuden Geschichte geschrieben und Schicksale durchlebt.

Schmuckstücke und Discountware

Straßen, Plätze und ganze Orte bestünden nicht nur aus ein paar einzelnen Sehenswürdigkeiten, so der Historiker. Auf diese werde zwar zu Recht immer gesondert hingewiesen, aber für die Menschen vor Ort seien alle Gebäude bedeutsam. So findet sich auf der Internetseite des Projektes derzeit neben einem Eintrag zur Alten Küsterei – sicherlich ein bauliches Schmuckstück der Stadt – auch eine Beschreibung der Aldi-Nord-Filiale – nicht nur architektonische Discountware. Doch jedes Gebäude spiegelt einen Zeitgeist, macht deutlich, wie die Menschen lebten, hinterlässt eine Prägung in der Landschaft und der Geschichte des Ortes. Davon ist Bangert überzeugt.

Eine geplante Vorgehensweise gibt es für das Projekt nicht. Zwar stehe zunächst das Gebiet „zwischen den Wällen“ in der Drensteinfurter Innenstadt im Fokus, aber auch alle anderen Ortsteile sollen bedacht werden, die Informationsmenge langsam aber stetig anwachsen. Grundlage hierfür sei die „historische Authentizität der Informationen.“ Klare Vorbilder für das online-Projekt gibt es nicht, so Bangert. Der Heimatverein habe zwar eine gute Print-Vorlage zu einigen Gebäuden geliefert, ihm gehe es aber um eine umfassenderen und direkteren Zugriff, so der Initiator. Aus diesem Grund entschied er sich für einen online-Auftritt.

Unterstützung durch Vereine

Bei der weiteren Ausarbeitung hofft der Historiker auf die Unterstützung durch die Stewwerter Vereine mit ihrem Wissen über die Geschichte des Ortes, aber auch Privatpersonen könnten sich gerne an ihn wenden. Bangert: „Ohne Unterstützung geht es nicht.“ Die Informationen zu den Gebäuden und ihrer Geschichte erhält er unter anderem im Gespräch mit Bewohnern sowie aus Archiven. Dabei ist ihm wichtig, zu betonen, dass die Privatsphäre beachtet wird. Informationen, die nicht öffentlich abrufbar oder zugänglich seien, sollen nur mit dem Einverständnis der Bewohner für die Veröffentlichung freigegeben werden, so Bangert. Das digitale Häuserbuch für Drensteinfurt sei ein „Lebensprojekt“, sagt der Historiker. Ein Ende der Arbeit sei wohl nie erreichbar, da auch die Wandlung des Ortes niemals aufhöre.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare