Keine Lust auf Hühnerstall - Geteilte Meinungen in Walstedde

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Ute Burghardt (von links), Peter Burghardt, Monika Reckmann, Heinz Gottmann und Ralf Geier informierten sich im Kreishaus über den Stand des Verfahrens.

Walstedde - 14.998 Hühner sollen demnächst in Freilandhaltung auf einer Wiese nahe der B 63 kurz hinter Walstedde ihr tägliches Ei legen. Für den geplanten Legehennenstall ist die Genehmigung noch nicht erteilt. Nach Aussagen des Kreises scheint dieser aber nichts im Wege zu stehen.

Anders sehen das jedoch einige Anwohner der Herberner Straße und 600 andere Walstedder Bürger, die sich mit ihrer Unterschrift gegen den Legehennenstall positioniert haben und das Immissionsgutachten überprüfen ließen.

Leiter des Kreisbauamtes Warendorf Sigurd Peitz gab bei einem Treffen im Kreishaus am Dienstag zunächst einen kurzen Sachstandsbericht. Das Planungsrecht ist geklärt, einschließlich der Erschließungsfrage – dem Ausbau des Wirtschaftsweges. Der kleine Wirtschaftsweg am Hof Lutterbeck soll ausgebaut und zukünftig als Zufahrtsweg zum geplanten Legehennenbetrieb dienen.

Für den geplanten gewerblichen Legehennenstall gibt es gesetzlich festgelegte Schwellenwerte wie maximale Größen. Diese Privilegierungsschwelle wurde vom Gesetzgeber auf 15.000 Stück festgelegt. Selbstverständlich werde über Betriebstagebücher und Kontrollen seitens des Veterinärs das Einhalten der Zahlen kontrolliert, so Peitz.

Der Legehennenstall soll an der B63 kurz hinter Walstedde gebaut werden (Klicken Sie rechts oben ins Bild, um das Motiv zu vergrößern).

Viele Fachstellen der Kreisverwaltung, wie das Veterinärsamt, das Gesundheitsamt und der Immissionsschutz, sind an dem Vorhaben beteiligt. Die Untersuchungen seien abgeschlossen, lediglich der Brandschutz stehe noch aus, habe aber schon Zustimmung signalisiert. „Insgesamt gehe ich davon aus, dass das Vorhaben zulässig ist und die Genehmigung erteilt wird“, stellte Peitz fest.

Wird die Genehmigung erteilt und zugestellt, gebe es die Möglichkeit für die Anwohner, juristische Wege zu beschreiten. Wenn auch für den Kreis Warendorf alles klar und eindeutig im Rahmen des Gesetzes genehmigungsfähig ist, sehen die Anwohner an der Herberner Straße durchaus noch Klärungsbedarf.

Vor einigen Wochen hatten sich besorgte Anwohner getroffen, um gemeinsam über das geplante Vorhaben zu sprechen. Aus diesem Treffen ging ein fünfköpfiges Vertreterteam mit Heinz Gottmann als Sprecher hervor. Dieser brachte in einem Gespräch mit Vertretern des Kreises am Dienstagnachmittag die für die Anwohner unklaren Punkte vor.

Anwohner haben viele Bedenken

Insbesondere das Thema Immissionen, darunter Geruch, Staub und Bioaerosole, könne nicht einfach abgetan werden, so Gottmann. Im Wesentlichen bezog sich der Sprecher der Anwohner auf die Beurteilung des Immission-Diplomingenieurs Knut Haverkamp aus Goslar, der die Immissionsgutachten zur Prüfung erhalten hatte. Den Fachmann hatten die Anwohnervertreter privat bestellt und finanziert. Im Wesentlichen war es der Punkt des Feinstaubs und der darin anhaftenden Bioaerosole, an dem Haverkamp Kritik übte.

Berücksichtigt seien lediglich Gestäube der Größenordnung zwei. Gestäube der Größenordnung eins, an denen sich besonders Bioaerosole, mit anderen Worten Partikel, an denen sich Pilze, Bakterien, Viren, Pollen und Ähnliches anheften, seien im Gutachten gar nicht aufgeführt.

Des Weiteren sorgen sich die Anwohner über Geruchsbelästigung, Überdüngung und die Entsorgung der toten Tiere.

Gesetz ist Gesetz

Der Kreis werde in den nächsten Tagen zu den Punkten Stickstoffbelastung und Gestäube noch einmal genauere Informationen einholen, so Peitz. Bürgermeister Grawunder stellte am Ende klar: „Trotz aller Diskussionen und persönlicher Einwände: Wenn der Legehennenstall alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt, wird er gebaut.“ Daran etwas zu ändern, sei nur möglich, wenn das Gesetz geändert werde.

Mehr zu dem Thema finden Sie hier:

Geplanter Legehennenstall in Walstedde soll keine Gefahr darstellen

Angst vor Gestank und Keimen: Bürger gegen Legehennenstall

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