Corona mit viel Humor: Leben mit dem Virus-Namen

Helga Corona war auf ihren besonders schön klingenden Namen immer stolz.
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Helga Corona war auf ihren besonders schön klingenden Namen immer stolz.

Das Wort „Corona“ kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt Kranz oder Krone. Es ist der Name einer mexikanischen Biersorte, einer britischen Automobilmarke, eines Vulkans auf der Insel Lanzarote und jetzt sogar eines Virus’, der die ganze Welt in Atem hält.

Drensteinfurt – Corona ist aber auch der Nachname einer Drensteinfurterin. Auf ihren nicht alltäglichen, aber besonders schön klingenden Namen war Helga Corona immer stolz. Dass sie ihn im Moment noch immer schön findet, verdankt sie ihrem ansteckenden Humor, denn: „Die Namensgleichheit mit dem mikroskopisch kleinen Erreger veranlasst viele Menschen zu lustigen Kommentaren.“

Zu Beginn der Krise, als das Coronavirus in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen war, habe sie von Freunden etliche amüsante und humorvolle Whatsapp-Nachrichten bekommen, erinnert sich die zweifache Mutter. „Mensch Helga, wo treibst du dich überall ‘rum“, hätten sie Bekannte mit einem Augenzwinkern gefragt.

Im Krankenhaus arbeiten mit dem Namen des Virus

Sie selbst habe am Telefon beim Buchstabieren des Namens noch den Hinweis „Schreibt sich wie das Virus“ gegeben. An ihrem Arbeitsplatz im Krankenhaus wurde sie anfangs zum Spaß mit: „Oh, ein Corona kommt“, begrüßt, während man spielerisch in Deckung ging.

Ein komisches und etwas mulmiges Gefühl habe sie allerdings beschlichen, als sie eines Morgens eine Börsenzeitschrift in ihrem Briefkasten fand. Dort hatte jemand die Überschrift: „Corona greift in die Marktwirtschaft ein“, dick unterstrichen. Manch einer reagiere auch mitleidig, wie die Trainerin beim Sport, die ihren Namen ganz vorsichtig und leise aussprach. Es kämen auch Kommentare wie „Oh, wie schrecklich, das tut mir aber leid“, wenn sie sich vorstellt.

Schon fast ein Promi

Eine Episode ist ihr in besonderer Erinnerung geblieben: Als sie nach einer Tischreservierung auf ihren Namen in einem Restaurant an ihrem Platz saß, seien zwei Angestellte gekommen – nur, um mal die Frau mit dem Namen Corona zu sehen. Auch ihre beiden Söhne Lukas und Fabio kennen solche Wortspielereien. Einer von ihnen sei sogar vom Fernsehen angesprochen worden.

Sie selbst mache von Zeit zu Zeit Witze darüber. Dann bezeichne sie sich als „Patient Null“ oder sie versichert: „Ich heiße wie das Virus, kann aber nichts dafür.“ Selbst mit viel Humor und Geduld sei sie manchmal dann doch von den vielen Whatsapp-Bildern, Karikaturen und Sprüchen über Corona genervt: „Ich weiß aber, das ist nicht böse gemeint“, lenkt sie sofort ein.

Überall fällt ihr Name

Ob sie will oder nicht, wenn ihr Name fällt, fühle sie sich immer angesprochen. Dann drehe sie sich automatisch um, obwohl nur das Virus gemeint ist, das ja bekanntlich im Moment in aller Munde ist. Trotz allem möchte sie gerne weiter „Corona“ heißen. „Sturmtief Sabine ist vorübergegangen, ich bin sicher, auch diese Krise geht vorbei“, ist sie zuversichtlich. Wenn liebe Bekannte ihr dann sagen: „Ich denke tagtäglich an dich“, sei das doch irgendwie auch nett.

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