Der Wolf: Ein Raubtier mit feinen Sinnen

+
Der Wolf kann 2,5 Kilometer gegen den Wind riechen.

Drensteinfurt – Der Wolf, von dem ein Exemplar erstmals 2018 in der Nähe von Sendenhorst gesichtet wurde, stand im Zentrum des Upkammerabends des Heimatvereins Drensteinfurt am Donnerstag in der Alten Post. Försterin Diethild Nordhues-Heese hatte allerlei Informationen zu dem Raubtier, das nach 180 Jahren in seinen alten Lebensraum zurückgekehrt ist, parat. Rund 80 Interessierte verfolgten aufmerksam die Ausführungen der Wolfsberaterin.

Einem frei lebenden Wolf zu begegnen, das sei fast so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto, eröffnete Diethild Nordhues-Heese den Abend. Tatsächlich waren jedoch gleich zwei Menschen unter den Zuschauern, die schon einmal einem Exemplar begegnet waren. Sie selbst, gab die Försterin zu, habe aber in Deutschland noch keinen frei lebenden Wolf gesehen.

Försterin Diethild Nordhues-Heese

Der Wolf sei leicht mit Hunden wie dem Schäferhund oder dem Husky zu verwechseln. Und auch bei Wolfsspuren, den sogenannten Trittsiegeln, gelte es, schon ganz genau hinzuschauen, um eine verwertbare Aussage treffen zu können, so Nordhues-Heese.

Einen Wolf erkenne man an den schräg stehenden Augen, dem grauen, gelblichen oder braunen Fell, seinen langen Beinen, dem schmalen Körper, kleinen Ohren und dem geraden Rücken. Sein Gang sei federnd und aufgrund seines schmalen Körpers laufe er auf einer Linie, wobei der Hinterlauf genau dort auftrete, wo auch der Vorderlauf auftritt. Dies sei ein wichtiges Merkmal des Trittsiegels, in dem sich acht Krallen in einem Abdruck befänden.

Der Wolf, so die Försterin, laufe bis zu 70 Kilometer in einer Nacht. Darum, so fügte sie an, sei er heute hier und morgen schon dort. Fasziniert erfuhren die Zuhörer, dass der Wolf 2,5 Kilometer gegen den Wind riechen und 16 Kilometer entfernte Geräusche hören könne, was ihm bei der Partnersuche zur Hilfe komme. In Familienverbänden lebe ein Wolfspaar als Leittiere mit Welpen und den Halbwüchsigen zusammen. Nur die Hälfte des Nachwuchses überlebe das Welpenalter. Der geschlechtsreife Wolf suche sich ein eigenes Revier und lege dabei bis zu 1 500 Kilometer zurück.

Mittlerweile gebe es in Nordrhein-Westfalen mit Schermbeck am Niederrhein und Senne zwei ausgewiesene Wolfsgebiete, berichtete Nordhues-Heese. Jedes Gebiet sei über 900 Quadratkilometer groß. Ausgewiesen werde ein Gebiet als Wolfsgebiet, wenn ein Wolf dort nachweislich ein halbes Jahr standorttreu ist.

In diesen Gebieten gibt es Förderungen für Maßnahmen zum Herdenschutz. Eine Entschädigung wird nur bei nachgewiesenen Herdenschutz gewährt. Ganz klar stellte die Wolfsberaterin fest: „Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist der Wolf heute streng geschützt.“ Mit dem Wolfmanagementplan soll das Leben mit dem Wolf leichter gemacht werden. Verantwortlich ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Diskussion zwischen Gegnern und Befürwortern des Wolfs

Am Ende ihrer Ausführung entbrannte eine Diskussion zwischen Wolfsbefürwortern und Wolfsgegnern. „Wir hatten 50 Jahre keinen Wolf und brauchen auch keinen“, so ein Zuhörer. „Der Wolf gehört hier hin wie andere Tiere auch“, so ein anderer Besucher.

„Es gibt kein Dafür oder Dagegen, sondern nur einen nationalen und internationalen Schutz und feste Regeln im Umgang mit dem Wolf“, beschwichtigte Nordhues-Heese.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare