Heidi Pechmann tritt in Stewwert an

Grüne Bürgermeisterkandidatin: "Brücken bauen statt Barrieren"

Heidi Pechmann tritt für die Grünen in Drensteinfurt als Bürgermeisterkandidatin an
+
Heidi Pechmann tritt für die Grünen in Drensteinfurt als Bürgermeisterkandidatin an

Die Kommunalwahlen stehen vor der Tür. Dass der parteilose Bürgermeister Carsten Grawunder erneut für das Amt antritt, steht schon seit einiger Zeit fest. Er wird von SPD und CDU unterstützt. Seit Freitagabend steht fest: Heidi Pechmann, Sprecherin des Ortsverbandes der Grünen, wird für ihre Partei als erste Bürgermeisterkandidatin für Drensteinfurt kandidieren.

Drensteinfurt – Auf der Mitgliederversammlung am Freitagabend wurde die 48-jährige Pechmann als Kandidatin der Grünen mit 14 Ja-Stimmen für die Kommunalwahl am 13. September nominiert.

„Wir Grünen unterstützen den Bürgermeister nicht“, stellte Heidi Pechmann, Sprecherin der Grünen klar. Anders als bei seiner Wahl vor sechs Jahren, habe sich in den letzten zwei Jahren herauskristallisiert, dass Grawunder mehr und mehr vom grünen Gedankengut weggegangen sei, ließ Bernhard Meyer, Sprecher der Grünen, verlauten. Es sei zwar richtig, dass der Bürgermeister parteilos war und ist, aber man habe gerade aufgrund seines großen Engagements in Sachen Fracking gehofft, dass er grüne Projekte mit mehr Herzblut unterstütze, führte er weiter aus.

Die Konsequenz sei gewesen, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Die Entscheidung zu kandidieren, habe Pechmann nicht spontan getroffen. „Wir reden seit einem halben Jahr darüber“, so Pechmann. Zeit genug, sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein.

„Meine Familie steht dahinter, mein Mann hält mir den Rücken frei und mein Arbeitgeber, die LVM Albersloh, wird mich im Falle einer Wahl freistellen“, zählte sie auf.

Grünen-Vorstand wollte Kandidaten aus dem Ort

Für den Vorstand der Grünen war es wichtig, einen Kandidaten aus dem Ort zu finden. „Sie kennt die Leute, weiß was für Drensteinfurt richtig ist“, sagte Meyer. Mit Heidi Pechmann habe die Partei eine gute Wahl getroffen.

„Es werden ja immer mehr Frauen in der Kommunalpolitik gefordert“, machte Maria Tölle, Ratsmitglied der Grünen, deutlich. „Wir sind stolz darauf, die erste weibliche Bürgermeisterkandidatin stellen zu können.“

Vor der Entscheidung, einen eigenen Kandidaten zu stellen, hatten die Grünen im Dezember noch einmal das Gespräch mit Grawunder gesucht. „Dabei habe man gesehen: Wir kommen nicht mehr zusammen“, stellte Meyer fest. Hinzu kam das Schlüsselerlebnis „Drensteinfurt sicherer Hafen“. „Dass ein Bürgermeister gegen seinen eigenen Antrag stimmt, habe ich nicht verstanden“, so Pechmann.

Heidi Pechmann will "Brücken bauen statt Barrieren"

Heidi Pechmann möchte "agieren und nicht nur reagieren"

Was möchte die Versicherungskauffrau für Drensteinfurt bewirken? „Wir müssen jetzt endlich agieren und nicht nur reagieren“, sagte Pechmann und ergänzte: Sie stehe für eine verantwortungsvolle, nachhaltige, familienfreundliche und überzeugende Politik. Gleichzeitig propagiere sie Verlässlichkeit, Werte und Authentizität. Nur so könne eine erfolgreiche Bürger-Politik bewerkstelligt werden.

In der Vergangenheit hätten die Grünen schon einiges erreicht wie „Die Tafel“, ein Bewerbungscamp an der Teamschule, der Ausbau der OGS und die Einrichtung einer weiteren Sozialarbeiterstelle an der Teamschule.

Pechmann nannte konkrete Projekte, für die sie einsteht: Kurz und knapp formulierte sie: „Brücken bauen statt Barrieren, die ,Schlafstadt Drensteinfurt‘ aus dem Dornröschenschlaf erwecken, den Klimaschutz aus seinem Schattendasein befreien, die soziale Stadt fördern, die nachhaltige Wirtschaft unterstützen, sozialen Wohnungsbau anschieben, Gastronomie fördern, den Schulstandort Drensteinfurt weiterentwickeln und die offene Jugendarbeit voranbringen.“ Gelinge es nicht, die Jugend für ihre Stadt zu begeistern, werde Drensteinfurt aussterben, glaubt sie.

Kandidatin beschreibt sich als pragmatisch, zukunftsorientiert, leidenschaftlich

Sie selbst beschreibt sich als pragmatisch, zukunftsorientiert, leidenschaftlich in Bezug auf gesetzte Ziele für die Bürgergesellschaft.

Sorge, die verwaltungstechnischen Aufgaben nicht bewältigen zu können, hat die Drensteinfurterin nicht. „Ich glaube mit dem kompetenten Team in der Stadtverwaltung habe ich genügend Rückhalt, das zu schaffen“, versicherte sie. Und dann verkündigt sie leidenschaftlich: „Meine Heimat Drensteinfurt und die Menschen, die hier leben, liegen mir am Herzen. Die Zeit ist reif für etwas Neues, eine neue Herausforderung und Frauenpower.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare