Städtischer Haushalt

Historischer Überschuss in der Krise: Drensteinfurt mit beeindruckendem Höchstwert

Briefumschlag mit Geldscheinen
+
Die Rücklage wächst: 1,7 Millionen Euro an Überschüssen verzeichnet die Stadt für das Jahr 2019.

Die Stadt Drensteinfurt hat überaus gut gewirtschaftet - das zumindest zeigen die nackten Zahlen gemäß Jahresabschluss. Rund 1,7 Millionen Euro Überschuss sind ein historischer Höchstwert. Dieser Überschuss wird nun der Ausgleichsrücklage zugeführt, die damit auf 6,8 Millionen Euro anwächst. Geld, das angesichts des Corona-bedingt schwierigen Jahres 2020 helfen wird, Drensteinfurt durch die kritische Zeit zu bringen und die Verluste zu kompensieren.

Der Drensteinfurter Jahresabschluss 2019 zeigt, dass die Stadt gut gehaushaltet hat. Da waren sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses einig, in dem der Jahresabschluss vorgestellt wurde.

„Der Jahresabschluss ist deutlich besser ausgefallen als in der Planung“, berichtete Stadtkämmerer Ingo Herbst. 1,7 Millionen Euro Mehreinnahmen bei einer Bilanzsumme von 129 Millionen Euro seien ein schönes Ergebnis.
Die jetzt auf 6,8 Millionen Euro angewachsene Ausgleichsrücklage sei ein gutes Polster für 2020, 2021, die aus finanzieller Sicht schwierige Jahre werden, so Herbst. Mit der Rücklage bestehe keine Gefahr, ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen zu müssen. „Über die 6,8 Millionen Euro können wir frei verfügen“, erklärte der Kämmerer. Der liquide Mittelbestand lag zum 31. Dezember 2019 bei knapp 8 Millionen Euro.

Zahlen geben Hoffnung für die kommenden Jahre

Lob für den Jahresabschluss gab es von den Ausschussmitgliedern: „1,7 Millionen Euro zusätzlich in der Ausgleichsrücklage ist sehr positiv und macht Hoffnung für die kommenden Jahre“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Töns. Er betonte aber auch: „Das gute Ergebnis liegt aber auch daran, dass wir eine Menge Aufgaben verschoben haben, die demnächst noch ausgeführt werden müssen.“

Höhere Steuereinnahmen, weniger Ausgaben

Der Jahresabschluss mit einem Plus von 1,7 Millionen Euro ist vor allem auf die hohen Gewerbesteuern zurückzuführen, sie waren 902 000 Euro höher als eingeplant. Auch bei den Grundsteuern gab es ein Plus von 63 000 Euro. Die deutlich gesunkene Anzahl an Flüchtlingen und die damit einhergehenden geringeren Krankenkosten senkten die Ausgaben der Stadt um 495 000 Euro. Dazu kommen Einsparungen durch eine geringere Anzahl an Erstausstattungen für Flüchtlinge ein sowie weniger Reparaturen, die der Bauhof durchführen musste, in Höhe von 125 000 Euro. Weitere Einsparungen: 150 000 Euro bei den Pauschalansätzen für Brücken und Straßenbeleuchtung und 125 000 Euro bei den Energiekosten durch den milden Winter. Für ein Plus sorgte auch ein beigelegter Rechtsstreit: Die Rückstellungen dafür in Höhe von 235 000 Euro fließen jetzt wieder in die Erträge. Dem gegenüber steht allerdings ein Minus von 520 000 Euro durch die Veräußerung von Vermögensgegenständen, hier hatte die Stadt gehofft, 2019 bereits mehr Grundstücke zu verkaufen. Auch die Versorgungsaufwendungen fielen mit 591 000 Euro deutlich höher aus als die geplanten 372 000 Euro. Der eingeplante Zuschuss in Höhe von 329 000 Euro für die Bahnsteigerhöhungen wurde 2019 nicht gebraucht, da diese noch nicht realisiert wurden. Nicht in Anspruch genommene geplante Kreditaufnahmen senkten die Ausgaben um weitere 134 000 Euro. mew

Auch Ingo Stude, Fraktionschef der SPD, freute sich über das „sehr gute Ergebnis“ und verband das mit einem Lob an Carsten Grawunder: „Der Bürgermeister kann auch Finanzen.“ Stude warnte aber auch: „Wir dürfen aber nicht übermütig werden, sondern sollten dankbar sein für das gute Polster.“

Der amtierende Bürgermeister Carsten Grawunder wurde entlastet.

Lob gab es auch von der FDP. Burkhard Wieland wies aber auch darauf hin, dass von den 20 Millionen Euro, die die Stadtverwaltung für Investitionen eingeplant hatte, nur Projekte in Höhe von 5 Millionen Euro hätten realisiert werden können.

Die Entlastung des Bürgermeisters fiel nahezu einstimmig aus, lediglich Maria Tölle von den Grünen enthielt sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare