Achtung: Eichenprozessions-Spinner in Drensteinfurt

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Eichenprozessionsspinner

Drensteinfurt - Seit Jahren ist der Eichenprozessionsspinner in Deutschland auf dem Vormarsch. Auch in Drensteinfurt und Walstedde sind etliche Eichen befallen und stellen eine Gefahr für Spaziergänger, Kinder und Haustiere dar. Der Kontakt kann unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen.

Besonders im Mai und Juni ist die Raupe für Menschen richtiggehend gesundheitsschädlich. Der Drensteinfurter Markus Osthues entdeckte gleich mehrere der gefährlichen Nester: an der Werse, in der Nähe der Teamschule, auf dem Parkplatzgelände am Schwimmbad, an der Kleiststraße, am nördlichen Rand des Friedhofs, am Weg hinter der Teamschule, am Fußweg zum Rosenweg und an der Sendenhorster Straße. 

Jede dritte, vierte Eiche, die er gesehen habe, sei befallen. „Ich war richtig erschrocken“, berichtet der Drensteinfurter, der als Straßenwärter bei Straßen NRW arbeitet und sich beruflich bereits mehrfach mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Er alarmierte den Notdienst des Ordnungsamts und schickte Bilder und Standort. 

Hautausschlag und Entzündungen

Etwa 150 bis 200 Eier legt der Eichenprozessionsspinner im Spätsommer in den Kronen der Bäume ab und überzieht sie mit einem graubraunen Drüsensekret zur Tarnung. Im April oder Mai, mit dem Austrieb der Eichenblätter, schlüpfen die Raupen.

Ab der dritten Entwicklungsstufe bilden sie feine Härchen aus, wobei eine voll ausgebildete Eichenprozessionsspinnerraupe bis zu einer halben Millionen 0,1 bis 0,2 Millimeter dünne, giftige Brennhaare besitzt. Wer mit den Raupen in Kontakt kommt, wird ihre giftige Wirkung möglicherweise am eigenen Leib spüren. Die sehr feinen Brennhaare mit Widerhaken brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen sogar über weite Strecken getragen. 

Der Eichenprozessionsspinner hat seinen Namen daher, dass er regelrechte Gespinste webt.

Auf dem Boden gefallene Härchen sind über Jahre aktiv. Im Kontakt mit dem Menschen entfaltet das Eiweißgift Thaumetopoein der Brennhaare auf der Haut und den Schleimhäuten seine biochemische Reizwirkung und kann Symptome wie Raupendermatitis, Hautausschlag, allergische Reaktionen sowie Entzündungen der Augenbindehaut, des Rachens, der oberen Luftwege sowie andere Krankheitsbilder verursachen. 

Nicht eigenhändig entfernen

Die Stadt Drensteinfurt hat bereits einen Schädlingsbekämpfer beauftragt, der die Nester des Eichenprozessionsspinners fachgerecht entfernen soll. Dabei werden diese zunächst eingeleimt und nach Abtrocknung abgesaugt, Schutzkleidung und Atemschutz sind selbstverständliche Voraussetzungen. 

Auf keinen Fall sollten Laien die Raupen durch Abbrennen oder gar mit dem Wasserstrahl selbst entfernen. Wer einen Befall entdeckt, sollte ihn bei der Stadtverwaltung, Telefon 0 25 08/99 51 27, oder per E-Mail an ordnungsamt@drensteinfurt.de melden.

Erste Maßnahmen beim Kontakt 

  • Kleidung wechseln und bei 60 Grad waschen
  • Sichtbare Raupenhaare mit einem Klebestreifen entfernen 
  • Duschen mit Haarwäsche, Augenspülung mit Wasser
  • Mitgeführte Gegenstände mit Wasser reinigen
  • Hunde baden
  • Bei Hautreaktionen zum Arzt, bei Atemnot den Notarzt rufen

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