Es gibt doch Bedürftige: Großer Andrang bei der Tafel

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Kisten voller Lebensmittel: Die Spenden kommen bedürftigen Drensteinfurtern zugute.

Drensteinfurt – Als Bürger in Drensteinfurt eine Tafel gründen wollten, um Bedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen, war Bürgermeister Carsten Grawunder nicht begeistert. Er nahm an, dass es keinen Bedarf gibt. Ein Irrtum: Zur Eröffnung verteilten Helfer Lebensmittel für etwa 100 Personen.

Die Regale im ehemaligen Spielwarengeschäft Fiffikus am Westwall waren voll, die Helfer motiviert und der Andrang groß. Am Dienstag eröffnete in Drensteinfurt die Tafel. So konnten noch vor Ostern jede Menge Lebensmittel an Bedürftige verteilt werden.

Die Idee zur Tafel hatte Rudi Naerger, vor 17 Monate wurde ein Verein dazu gegründet. Bis zur Eröffnung durchlebten die Beteiligten Höhen und Tiefen - begeistert war der erste Vorsitzende des Vereins, Stefan Gengenbacher, allerdings von der Akzeptanz und Hilfsbereitschaft der Drensteinfurter. Ein Beispiel: die Aktion ,kaufe eins, spende zwei' am Samstag. „Ich war gebügelt, wie viele Lebensmittel dabei zusammengekommen sind", sagte er.

Die Hilfsbereitschaft der Drensteinfurter ist groß: Schnell fanden sich ehrenamtliche Helfer, die unter anderem Lebensmittel ausgeben.

Verteilt wurden die Lebensmittel nun an 41 Bedarfsgemeinschaften, die insgesamt rund 100 Personen umfassen. Die Bedarfsgemeinschaften haben einen Berechtigungsschein. Gegen einen Betrag von maximal fünf Euro pro Familie erhalten sie Lebensmittel. Dieser Betrag soll die Miet- und Stromkosten der Tafel decken. Die Lebensmittel selbst sind Spenden von Händlern.

Bürgermeister: „Bedürftige sollte es in Drensteinfurt nicht geben.“

Dass es überhaupt diese 41 Bedarfsgemeinschaften gibt, kam für so manchen überraschend. So war Bürgermeister Carsten Grawunder zunächst wenig begeistert  von der Idee, eine Tafel einzurichten. „Bedürftige sollte es in Drensteinfurt nicht geben“, sagte er.  Mit der Zeit habe er sich eines Besseren belehren lassen. Heute sei er froh, dass sich Menschen engagieren.

„Uns in Drensteinfurt geht es gut, wir dürfen die nicht aus den Augen verlieren, denen es nicht gut geht“, sagte er. Leider erreiche man diesen Personenkreis nicht gut, da spiele oft falsche Scham eine Rolle. Gerade Frauen, die für die Erziehung ihrer Kinder nicht in die Rentenkasse eingezahlt, dafür aber einen wertvollen Beitrag für die Allgemeinheit geleistet hätten, seien von der Bedürftigkeit betroffen.

Öffnungszeiten und weitere Infos:

Die Tafel ist im Moment jeden Dienstag von 11 Uhr bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Dafür steht ein Team von mindestens vier Helfern bereit.

www.tafel-drensteinfurt.de

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