Überflutungsgefahr: Stadt soll Gullys häufiger reinigen

Ilona Seifert fordert häufigere Gully-Reinigungen durch die Stadt.
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Ilona Seifert fordert häufigere Gully-Reinigungen durch die Stadt.

In Walstedde sorgen sich Anwohner, dass die Gullys verstopfen und das Wasser in ihre Keller fließt. Die Stadt soll die Abflüsse häufiger reinigen. Dort hält man den bisherigen Turnus für ausreichend.

Walstedde – Damit das Regenwasser abfließen kann, befinden sich an Straßen und Wegen Straßenabläufe, sogenannte Gullys oder kleine Senkkästen. Sie verhindern, dass Schmutz, Blätter und andere feste Teile mit dem Wasser abfließen und die Rohe verstopfen. Verstopfen die Gullys, kann das Wasser nicht abfließen und staut sich auf der Straße. Im schlimmsten Fall fließt es in die Keller nahegelegener Häuser. Genau davor hat Ilona Seifert Angst. Regelmäßig, so berichtet die Anwohnerin, seien Straßenabläufe im Erlenweg verstopft.

Senkkästen voller Blätter, Schlamm und Taubenkot

Das angesagte Unwetter veranlasste Ilona Seifert in der vergangenen Woche, bei der Stadt um Hilfe zu bitten. Am Montag informierte sie über die verstopften Gullys. „Man hat mir versprochen, sich zu kümmern“, sagt sie. Als sie am Mittwoch noch immer keine Nachricht hatte, rief sie erneut bei der Stadt an und erfuhr, dass der Bauhof informiert sei und die Behälter säubern würde. „Leider kam kein Mitarbeiter, dafür aber eine Unwetterwarnung mit starken Regenfällen“, berichtet die besorgte Walstedderin. Daraufhin habe sie zum Wochenende die Gullys selbst gereinigt. „Die Behälter waren bis obenhin voll Schlamm, Taubenkot, Blätter und kleiner Ästchen“, sagt sie. Leicht sei ihr das nicht gefallen, denn der Deckel habe schon einiges Gewicht. Andererseits wollte sie nicht schon wieder eine Überschwemmung im Keller haben. „Sind wir Bürger denn für die Reinigung der Straßenabläufe zuständig?“, fragt sie.

„Nein, die Anwohner sind nicht für die Reinigung der Straßenabläufe verantwortlich“, teilt Bauamtsleiter Christoph Britten ganz klar mit. Andererseits sei der Erlenweg eine Anliegerstraße. Dort sind Anwohner jedoch für die Straßenreinigung zuständig. Das bedeutet: Sie müssen die Straße regelmäßig fegen und von Laub, Staub und kleinen Ästchen befreien. Die Stadt ist lediglich dazu verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass das Oberflächenwasser der Straße ablaufen kann.

In der Regel werden zweimal im Jahr alle Straßenabläufe gereinigt – im Frühjahr nach der Schneeschmelze und Blüte und im Oktober oder November, so die Auskunft der Verwaltung. Das geschehe durch ein von der Stadt beauftragtes Unternehmen.

Stadt sieht keinen Handlungsbedarf

Sowohl die Anzahl als auch der Zyklus seien auch in anderen Kommunen so üblich, bestätigt Britten. Leider sei die Reinigung in diesem Jahr noch nicht erfolgt. Die Gründe dafür seien vielschichtig. „Das soll jetzt aber noch im Sommer geschehen“, sagt er. Es käme immer mal wieder vor, dass in einem Jahr nur eine Reinigung stattfinde.

Sollte ein Straßenablauf, oder Senkkasten dennoch verstopft sein, genüge es, bei der Stadt anzurufen und diese darüber zu informieren. Das käme auch häufiger vor. „Der Bauhof wird sich dann darum kümmern“, verspricht der Bauamtsleiter. Das bestätigt auch Thomas Schlüter, Leiter des Bauhofs. Zudem reinigen Mitarbeiter des Bauhofs auch die Abläufe, die von dem beauftragten Unternehmen nicht gereinigt werden konnten, weil zum Beispiel ein Auto auf einen Abfluss stand, informiert er.

Christoph Britten ist sich sicher, dass die Leerung der Schlammfangeimer zweimal im Jahr ausreicht, unter der Voraussetzung, dass die Straße regelmäßig gefegt werde. Eine Meinung, die Ilona Seifert nicht teilen kann. In der Straße vor ihrem Haus stehen eine ganze Reihe Ahornbäume. „Die machen eigentlich immer Dreck“, sagt sie. Hinzu kämen die Tauben, die Kot hinterlassen und zusätzlich Blätter und kleine Ästchen vom Baum reißen.

Anwohner wollen monatliche Reinigung

Nach ihrer Einschätzung sei eine Reinigung der Gullys einmal im Monat erforderlich. Einige Nachbarn, so versichert sie, würden regelmäßig die Behälter säubern. „Ich kann das nicht immer machen, der Deckel ist zu schwer“, erklärt die 65-Jährige.

Sollte es jetzt nachgewiesen aufgrund eines verstopften Straßenablaufs in Verbindung mit starken Regenfällen dazu kommen, dass der Keller vollläuft, könne der Schaden bei der Stadt gemeldet werden. „In diesem Fall würden wir das unserer Versicherung zur Prüfung der Kostenübernahme übergeben“, macht Britten deutlich. Ausgenommen seien aber ausdrücklich Starkregenereignisse wie vor einem Jahr in Walstedde.

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