Zwischen Mördern und Betrügern - So sieht der Alltag im Gefängnis aus

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Ausverkauft war Joe Bauschs Lesung aus seinem Buch „Gangsterblues“ in der Alten Post. Über das volle Haus freute sich auch Bürgermeister Carsten Grawunder (rechts).

Drensteinfurt – Ein „Tatort“-Star ist in Drensteinfurt nicht jeden Tag anzutreffen – umso mehr freuten sich die Drensteinfurter über den bekannten Schauspieler und Autor Joe Bausch, der sein neues Buch „Gangsterblues – Harte Geschichten“ vergangenen Mittwochabend in der Alten Post vorstellte.

Seit Oktober war die Veranstaltung der VHS Ahlen bereits ausverkauft und so war auch jeder der 106 Plätze besetzt. Wie sieht ein Alltag im Hochsicherheitsgefängnis aus? Wie fühlt man sich als Gefangener und wie kommt man überhaupt dahin? Diesen und vielen weiteren Fragen ging der Schauspieler und Autor an dem Abend auf den Grund.

Mit Witz und Charme, aber auch mit Ernsthaftigkeit schaffte es Bausch, den Zuhörern eine neue Sichtweise zu ermöglichen. Dabei las er nicht nur aus seinem Buch vor, sondern erzählte auch die Hintergründe der jeweiligen Geschichten. Die Zuschauer tauchten in eine neue Welt ein – in die Welt des Verbrechens. Ob Betrüger, Mörder oder auch Menschen, die unschuldig im Gefängnis saßen, Bausch zeigte anhand verschiedener Figuren, wie unterschiedlich die Facetten der Kriminalität sein können.

Über 30 Jahre war Bausch Arzt im Hochsicherheitsgefängnis in Werl sowie in der JVA in Hamm, wo ihm so mancher Gefangener seine Geheimnisse und Taten beichtete. Seine Geschichten, die er vorlas, sind alle so geschehen.

Zu Beginn der Veranstaltung eröffnete VHS-Leiter Rudolf Blauth die Lesung mit einem Interview. Viele Fragen zum Fernsehen, zur Ausbildung und zur Arbeit im Gefängnis wurden gestellt. Besonders anschaulich erzählte Bausch von seinen vielen sozialen Projekten, wofür er sogar das Bundesverdienstkreuz erhielt. 

Bei der Lesung jedoch wurde es leise im Raum des historischen Gebäudes. Zwischendurch gab es einige Lacher, aber viel wurde gegrübelt und gestaunt. Das fiel auch Bürgermeister Grawunder am Ende der Veranstaltung auf. „So ruhig habe ich es noch nie erlebt“, sagte er. „Sie müssen einfach mal etwas Spannendes erzählen“, entgegnete Bausch und die Menge lachte.

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