Rappelvolle Terminkalender: Friseure dürfen ab Montag wieder öffnen – mit Hygieneauflagen

Alles ist bereit für den Einsatz in Christoph Breers Friseursalon.
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Alles ist bereit für den Einsatz in Christoph Breers Friseursalon.

Viele Menschen haben die Öffnung der Friseursalons am kommenden Montag herbeigesehnt. Entsprechend voll sind die Terminkalender der Friseure, die sich im Übrigen mit entsprechenden Maßnahmen auf die besonderen Hygienevorschriften in Zeiten der Corona-Krise vorbereitet haben.

Walstedde – Friseurmeister Christoph Breer sitzt wie viele seiner Berufskollegen ungeduldig in den Startlöchern. Sein Terminkalender ist voll, mit verlängerten Öffnungszeiten versucht er, möglichst vielen seiner Kunden wieder zu einem ordentlichen Haarschnitt zu verhelfen.

Einiges wird aber anders sein als gewohnt, wenn die Friseure am Montag wieder öffnen dürfen: Im neuen Salon an der Dorfstraße in Walstedde hat Christoph Breer an der Kasse einen Spuckschutz anbringen lassen. An den Plätzen inmitten des Salons dient der Spiegel als natürlicher Schutz. Lediglich zwischen den beiden Waschbecken beträgt der Abstand keine 1,5 Meter. Hier wird eine Wand aus Plexiglas für die nötige Sicherheit sorgen. Desinfektionsmittel für die Hände steht ebenso bereit wie Flächendesinfektionsmittel.

Wer sich die Haare schneiden lassen möchte, muss ebenso wie die Friseure selbst einen Mundschutz tragen. „Wir bieten für unsere Kunden einen Einmalmundschutz zum Kauf an“, informiert Breer. Davon könnten nicht nur die Kunden Gebrauch machen, die ihren eigenen vergessen haben, sondern auch diejenigen, die sich die Haare färben lassen möchten und berechtigte Angst vor Verschmutzung ihres eigenen Mundschutzes haben.

Keine Getränke und Zeitschriften

Verzichten muss der Kunde aus hygienischen Gründen auf gewisse Serviceleistungen wie Getränke und Zeitschriften. „Das ist sehr bedauerlich“, sagt er. Auch Make up, Augenbrauenfärben und Bartschneiden sei untersagt.

Jeder Kunde muss zudem seine Kontaktdaten hinterlassen, damit eine mögliche Infektionskette nachvollziehbar sei. Breer weist darauf hin, dass es untersagt ist, Haare im trockenen Zustand zu schneiden. Beim Waschen der Haare sollen mögliche Viren aus den Haaren entfernt werden. „Mir kommt die Empfehlung entgegen“, erklärt Christoph Breer, er favorisiere ohnehin einen Nasshaarschnitt. Kunden ohne Termin könne er leider nicht bedienen – nicht nur, weil sein Terminkalender voll sei, sondern auch, weil im Wartebereich maximal eine Person sitzen darf.

Verlängerte Öffnungszeiten

Um den Kundenstau, der sich in den Wochen der Abstinenz entwickelt hat, besser abzuarbeiten, hat sich Breer dazu entschlossen, länger zu öffnen – vorerst zwölf Stunden pro Tag. Ursprünglich habe er zusätzlich auch am Sonntag arbeiten wollen, dafür bekam er aber keine Genehmigung.

Fünf Plätze gibt es in seinem Salon, maximal drei Kunden kann er gleichzeitig mit seinen beiden Angestellten bedienen. Probleme mit dem Mund-Nase-Schutz beim Haareschneiden sieht er nicht. Der Kunde könne sich den Schutz gegebenenfalls kurz vor den Mund halten, wenn Konturen an den Ohren geschnitten werden müssen, meint er.

Trotz aller Auflagen ist Christoph Breer froh, dass es weitergeht. Dabei denkt er vor allen Dingen auch an seine Kunden und seine beiden Angestellten, die er nun aus der Kurzarbeit holen kann. Hier können die Folgen der langen Schließung der Friseurläden in Drensteinfurt  nachgelesen werden.

Auch bei Bumann Hygienevorschriften

Voll ist auch der Terminkalender von Andrea Bumann. Sie wird in ihrem Friseursalon an der B 63 maximal zwei Kunden gleichzeitig bedienen können. Natürlich will auch sie alle Vorgaben erfüllen: Wer ihren Laden betritt, muss sich schon vor dem Eingangsbereich an der Hygienestation die Hände desinfizieren. Ein Spuckschutz ist angebracht, für jeden Kunden hält sie einen frischen, waschbaren Umhang bereit.

Einmalumhänge, die empfohlen werden, gebe es im Moment nicht zu kaufen. Jeder Umhang werde bei ihr nach Gebrauch mit Hygienespüler gewaschen. Verlängerte Öffnungszeiten bietet sie nicht an, schließlich müsse ja auch der Friseur die ganze Zeit einen Mundschutz tragen.

Für weitere WA.de-Artikel aus Drensteinfurt und dem Kreis zum Thema klicken Sie hier, aktuelle Corona-Informationen aus NRW finden Sie hier in unserem Ticker.

Weitere hilfreiche Informationen erhalten Sie unter www.kreis-warendorf.de. - WA

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