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Fracking-Gefahr: Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ berichtet aus Drensteinfurt

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Von: Holger Krah

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Auch in Lippetals Nachbarstadt Hamm gibt es in der Bevölkerung Widerstand gegen das Fracking.
Auch in Lippetals Nachbarstadt Hamm gibt es in der Bevölkerung Widerstand gegen das Fracking, wie dieses Plakat einer Bürgerinitiative zeigt. © Reiner Mroß

„Das Gespenst ist wieder da!“ Mit diesen Worte hatte Dieter Fetting von der Bürgerinitiative gegen Gasboren (BIGG) am Donnerstag, 21. April, im Westfälischen Anzeiger vor Überlegungen gewarnt, dass Fracking zur Energiegewinnung doch genutzt werden könnte. Jetzt wiederholt er seine Warnung am Mittwoch, 27. April, ab 21.45 Uhr im ARD-Fernsehen.

Drensteinfurt - Das ARD-Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ hatte am Samstag, 23. April, für seine Sendung ein WDR-Kamerateam nach Drensteinfurt geschickt, das zweieinhalb Stunden mit Dieter Brinkmann und Dieter Fetting von der BIGG sowie Bürgermeister Carsten Grawunder über Fracking gesprochen hat. Der Beitrag, bestätigte der WDR, ist für die aktuelle Sendung geplant.

Anlass für die Diskussionen um Fracking ist die Forderung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, diese Möglichkeit der Gasförderung in Deutschland erneut „ergebnisoffen“ zu prüfen. „Dieses Damoklesschwert schwebt wieder über uns“, sagt Grawunder und fügt hinzu: „Ich hoffe, wir können die aktuellen Diskussionen schnell in zeitgemäße Bahnen lenken. Jetzt noch in fossile Energiegewinnung investieren zu wollen, ist nicht besonders zukunftsorientiert. Und Erkenntnisse zum Fracking gibt es weltweit wahrlich genug, da braucht es aus meiner Sicht keine neuen Untersuchungen.“

Erkenntnisse zum Fracking gibt es weltweit wahrlich genug, da braucht es aus meiner Sicht keine neuen Untersuchungen.

Carsten Grawunder, Bürgermeister

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine für sich sei eine unvorstellbare Katastrophe für die Menschen in der Ukraine, so Grawunder. Darüber hinaus habe er vielschichtige Auswirkungen auch auf unser Leben. „Eine dieser Auswirkungen sind die aktuell steigenden Energiekosten und die damit im Zusammenhang stehende Erkenntnis, dass wir so schnell wie möglich aus den bestehenden Abhängigkeiten herausmüssen, wie sie zum Beispiel mit Russland bestehen.“

Von der in diesem Zusammenhang neu entbrannten Diskussion um das Frackinghalten der Bürgermeister und die BIGG-Vorsitzenden gar nichts. Grawunder sowie Brinkmann und Fetting positionieren sich in dem „Plusminus“-Beitrag ganz eindeutig erneut gegen die Erdgasgewinnung mittels Fracking.

Grawunder: „Ich habe unter anderem in dem Beitrag meine Erwartung zum Ausdruck gebracht, dass wir uns hier in Drensteinfurt gegebenenfalls wieder geschlossen gegen etwaige Absichten zur Wehr setzen würden.“

Grawunder setzt auf Unterstützung der Ratsfraktionen

In einem Schreiben an die Fraktionen im Rat äußert er seine Hoffnung, dass der Beschluss aus der Ratssitzung vom 3. Juli 2014 auch für sie noch immer Gültigkeit habe und er auch heute noch auf deren geschlossene Unterstützung bauen könne. Damals hatten die Ratsvertreter einstimmig die Vorlage der Verwaltung beschlossen, nach der die Stadt Drensteinfurt signalisiert, dass sie jegliche Form der Aufsuchung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten ablehnt. Exxon Mobil hatte seine Aufsuchungserlaubnis von der Bezirksregierung verlängern lassen wollen. Und auch HammGas hatte geplant, Probebohrungen in der Nähe von Drensteinfurt durchzuführen.

Sendetermine von Plusminus:
Mittwoch, 27. April, 21.45 Uhr: ARD
Donnerstag, 28. April, 5.00 Uhr: ARD
Donnerstag, 28. April, 22.50 Uhr: tagesschau24

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