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Firma möchte Behandlungsanlage für verunreinigte Böden und Flüssigkeiten errichten

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Von: Linda Ehrhardt

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Das Drensteinfurter Unternehmen Hülsmann Umwelttechnik will erweitern. Foto: Kleineidam
Das Drensteinfurter Unternehmen Hülsmann Umwelttechnik will erweitern. © Matthias Kleineidam

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt steht der Erweiterung eines im Gewerbe- und Industriegebiet Viehfeld III ansässigen Umwelttechnik-Unternehmens grundsätzlich positiv gegenüber. Mehrheitlich beschlossen die Mitglieder die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Areal. In diesem Verfahren sind aber noch weitere Fragen zu klären.

Drensteinfurt – Hintergrund ist, dass das Unternehmen eine Behandlungsanlage für verunreinigte Böden und Flüssigkeiten errichten möchte. Grundsätzlich, so erläuterte Fachbereichsleiter Christoph Britten, bestehe dafür auch schon Baurecht. Allerdings nur für eine Anlage mit einer Durchsatzleistung von täglich bis zu 50 Tonnen Einsatzstoffen. „Angestrebt ist aber eine Kapazität von 83 Tonnen“, berichtete Britten. Dafür müsse die Stadt aber den Bebauungsplan für das Areal, das direkt an den Baubetriebshof grenzt, ändern.

Das liegt daran, dass der geltende B-Plan Betriebe und Anlagen mit den Abstandsklassen I-IV, die dem Abstandserlass des Landes Nordrhein-Westfalen entspringen, dort nicht zulässt. Bei Betrieben, die unter diese Abstandsklassen fallen, handele es sich vor allem um solche, die erhebliche Geruchs-, Lärm- oder Schadstoffbelastungen erzeugen.

Gutachten

Britten erläuterte, dass die Firma bereits mit einem Unternehmen im Austausch stehe, das auf den Bau von chemisch-physikalischen Behandlungsanlagen spezialisiert sei und versichert habe, dass die Lärmemissionen unter den Schwellenwerten für Gewerbegebiete blieben. Nichtsdestotrotz müssten im Zuge des B-Plan-Verfahrens natürlich entsprechende Gutachten erstellt werden, ehe eine endgültige Entscheidung falle.

Die SPD zeigte sich vor allem wegen des Anlieferverkehrs der Schadstoffe skeptisch. „Solche Stoffe über die Konrad-Adenauer-Straße anzuliefern, wo Kindergärten sind, ist höchst problematisch“, betonte Brigitte Heitbaum. Diese Verkehre gebe es allerdings sowieso schon, erläuterte Britten. Bisher würden die Stoffe angeliefert, kurzzeitig gelagert und wieder abtransportiert. Zudem wies er noch einmal darauf hin, dass das Baurecht für eine kleinere Anlage bereits bestehe.

Es macht einen Unterschied, ob etwas ganz Neues entsteht, oder ob einer bestehenden Firma bei der Verbesserung der Entsorgung der Altlasten geholfen wird.

Reinhard Weißen

Während die SPD sich bei der Abstimmung enthielt, um zunächst noch die geplanten Gutachten abzuwarten, sprachen die übrigen Fraktionen sich für den Start des Verfahrens aus. „Es macht einen Unterschied, ob etwas ganz Neues entsteht, oder ob einer bestehenden Firma bei der Verbesserung der Entsorgung der Altlasten geholfen wird“, argumentierte beispielsweise Reinhard Weißen (Grüne). Auch Markus Wiewel (CDU) hob hervor, dass es um die Beseitigung von Schadstoffen und Abfällen gehe. „Und das ist ja etwas Positives.“

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