Feuerwehr Drensteinfurt warnt: Heizen birgt Gefahren

+
Noch einmal gut gegangen: Im Juli schlug bei einer Familie in Walstedde ein CO-Warner an und rettete die Hausbewohner vor einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Der Herbst ist da, der Winter steht vor der Tür. Und mit sinkenden Temperaturen steigt die Gefahr einer Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung. Die Feuerwehr in der Drensteinfurt warnt eindringlich.

Drensteinfurt – „Immer wieder kommt es während der Heizperiode vor, dass die Feuerwehr zu Einsätzen mit Vergiftungen durch Kohlenstoffmonoxid (CO) alarmiert wird“, berichtet der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Drensteinfurt, Frank Kronshage. Verantwortlich dafür seien oft defekte Gasthermen, Fehlbedienung von Kaminöfen oder verstopfte Schornsteine, zum Beispiel durch Vogelnester oder Sturmschäden. Auch Indoorgrillen und Shisha-Rauchen können zu einer CO-Vergiftung führen.

Mögliche Ursachen sind auch zu wenig Zugluft durch verschlossene Tür- und Fensteröffnungen zur Heizungsanlage oder der gleichzeitige Betrieb von Abluftwäschetrocknern oder Dunstabzugshauben. Auch von nicht fachgerecht gebauten Kaminöfen geht Gefahr aus. Schlussendlich könne ein Rückstau der Abgase bei Inversionswetterlagen in den Wintermonaten zur tödlichen Gefahr werden.

„Das Tückische ist, dass die Gefahr nicht bemerkt wird“, erklärt Kronshage. Eine CO-Vergiftung beginne unauffällig mit Kopfschmerzen und Schläfrigkeit. „Im Regelfall denkt man sich nichts dabei und legt sich hin“, führt er weiter aus.

Helfen könne hier ein simpler Kohlenmonoxidwarnmelder, der auf die unsichtbare Gefahr durch lautes Piepen aufmerksam macht. Dieser sollte zusätzlich zum Rauchmelder angebracht werden, rät Kronshage.

Einsatzkräfte mit mobilen CO-Warnern

In Gefahr begeben sich auch die Einsatzkräfte, daher sind der Rettungsdienst, die Feuerwehr und die First-Responder-Gruppen mit mobilen CO-Warnern ausgestattet. Bei der Gefahr, dass CO auftritt, gehen die Feuerwehrleute mit Atemschutz in die Gebäude, gleichzeitig wird intensiv gelüftet und es werden Messungen vorgenommen.

Sollte es zu einer Vergiftung gekommen sein, führt diese zum „inneren Ersticken“, da das farblose, geruchlose und geschmacklose Gas die roten Blutkörperchen daran hindert, Sauerstoff aufzunehmen, so Kronshage. Bereits wenige Atemzüge führen bei hoher CO-Konzentration zur Bewusstlosigkeit und nachfolgend zum Tod, heißt es in einer Informationsbroschüre des Verbands der Feuerwehren NRW.

Bei Verdacht auf eine CO-Vergiftung sollten alle Personen den Gefahrenbereich unmittelbar verlassen und ins Freie gehen. Erst dann den Notruf 112 wählen, auf das Kohlenmonoxid als Ursache hinweisen und die Symptome schildern. Neben der Installation eines CO-Warners sollte die Heizanlage regelmäßig gewartet werden.

Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2016 in Deutschland 640 Menschen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung verstorben, rund 80 Prozent waren männlich. 2009 waren es nur 280 Todesfälle.

Kohlenmonoxid-Unfälle

2014 starb ein Elternpaar mit ihren beiden Kindern im Alter von einem und neun Jahren in ihrer Wohnung in Drensteinfurts Nachbarstadt Ahlen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, weil ein Dohlennest den Kamin verstopfte. Im Januar 2017 kamen sechs Teenager im bayerischen Arnstein durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung in einer Gartenlaube ums Leben. Glimpflich davon kam eine Familie in Walstedde im Juli dieses Jahres. Ein CO-Warner hatte damals rechtzeitig Alarm geschlagen und Schlimmeres verhindert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare