Bauernschützenverein St. Michael Drensteinfurt

Familienfest statt Schützenfest: Bauernschützen rechnen damit, erst 2022 einen neuen König zu ermitteln

Vereine können in der Corona-Krise auf Unterstützung hoffen.
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Erwartet steigende Kosten wegen Corona: Der Bauernschützenverein St. Michael Drensteinfurt blickt skeptisch in die Zukunft.

Mehrere Jahre Majestät eines Schützenvereins zu sein, ohne als Kaiser zu regieren – das können nicht viele von sich behaupten.

Drensteinfurt – Georg Westhues ist eine solche Ausnahme. Am 24. Mai 2019 holte er beim Vogelschießen des Bauernschützenvereins St. Michael Drensteinfurt den Adler mit dem 454. Schuss von der Stange. Seitdem ist er König – und wird es es wahrscheinlich bis 2022 bleiben.

Für das Schützenfest, das ursprünglich vom 28. bis 30. Mai 2021 geplant war, „sieht es ganz schlecht aus“, sagt Günter Hörsken. Er ist seit zehn Jahren 1. Vorsitzender. „Von unserer Seite aus, was die Planungen betrifft, könnten wir feiern.“ Doch die Pandemie macht dem Verein erneut einen Strich durch die Rechnung. Der Vorstand stehe mit den Kapellen und dem Festwirt in Kontakt. „Auch die können eins und eins zusammenzählen. Von daher gehe ich ganz stark davon aus, dass wir das nächste Bauernschützenfest erst vom 13. bis zum 15. Mai 2022 feiern werden“, sagt Hörsken. Das wäre drei Wochen vor Pfingsten. „Wir werden ein bisschen variieren und den Termin vorziehen“, sagt Hörsken. Das Königspaar, Georg Westhues und seine Frau Daniela, wäre „leider für drei Jahre dran. Sie stehen aber voll und ganz hinter dem Verein“, sagt Hörsken.

Bauernschützenfest erst wenige Male abgesagt

Der 50-Jährige drückt den Junggesellen die Daumen, dass zumindest sie ihr Fest am zweiten August-Wochenende ausrichten können. „Allerdings werden auch sie dann kein normales Fest feiern können“, befürchtet Hörsken. Schützenfeste in gewohntem Rahmen erwartet er erst 2022 wieder.

Die Ehrungen der Bauernschützen, die im vergangenen Jahr ausgefallen sind und in diesem wohl nicht stattfinden können, „werden natürlich standesgemäß nachgeholt“, sagt der Nachfolger des 2019 gestorbenen Heinz-Josef Voß. Für die Bauernschützen ist es nach dem Krieg das sechste Mal, dass kein Fest stattfindet. Vor der Absage im vergangenen Jahr fiel die traditionelle Veranstaltung bereits 1949, 1959, 1961 und 1967 aus.

Seit zehn Jahren ist Günter Hörsken der 1. Vorsitzende des Bauernschützenvereins St. Michael Drensteinfurt.

Versammlungen der Bauernschützen nur schwer möglich

Die Generalversammlung, die üblicherweise im Januar stattfindet, mussten die Bauernschützen ebenso absagen wie bereits die Mitgliederversammlung im März 2020. „Der Vorstand bleibt natürlich im Amt“, sagt Hörsken. Schwierigkeiten gibt es in dieser Hinsicht nicht. Die Bauernschützen wählen ohnehin nur alle drei Jahre ihren Vorstand, sodass erst im Januar 2022 wieder votiert werden muss. Sobald es möglich ist, werden sich die Verantwortlichen Gedanken darüber machen, ob die Generalversammlung nachgeholt wird. Hörsken geht allerdings davon aus, dass im kompletten ersten halben Jahr keine öffentliche Veranstaltung mit 80, 90 Personen erlaubt sein werden.

Die nächste Vorstandssitzung werden die Bauernschützen abhalten, „sobald wir wieder dürfen“, sagt Günter Hörsken. Die letzte 2020 war im Oktober. Der geschäftsführende Vorstand tausche sich allerdings weiterhin regelmäßig aus. Dazu zählen der 1. und 2. Vorsitzende (Heiner Buschhoff), der 1. und 2. Kassierer sowie der 1. und 2. Schriftführer.

Mitgliederzahl unverändert

Eventuell wird der 1837 gegründete Verein im Herbst ein Familienfest veranstalten, zu dem auch die Partnerinnen und Kinder eingeladen sind. „Wenn wir das Ende September, spätestens Anfang Oktober mit etwa 150 Personen machen könnten, wäre ich schon super zufrieden“, sagt Hörsken.

Was ihn freut, ist, dass die Zahl der Mitglieder weiterhin bei 330 liegt. Die Befürchtung, dass einige austreten werden, sei unbegründet gewesen. „Die Mitglieder müssen in guten wie in schlechten Zeiten zusammenstehen“, betont Hörsken. „So funktioniert Vereinsleben.“ 2020 hat der Verein Beiträge kassiert. Ob auch in diesem Jahr der volle Betrag gezahlt werden muss, ist noch unklar. „Ganz ohne Beitrag wird es definitiv nicht gehen“, sagt Günter Hörsken. Denn „das erste Schützenfest nach Corona wird kommen, und was das kosten wird, das weiß noch kein Verein“. Der 1. Vorsitzende erwartet steigende Ausgaben für die Vereine: „Es wird nicht so weitergehen wie vor Corona.“

Schützenfest der Bauernschützen St. Michael Drensteinfurt.

Schützenfest der Bauernschützen St. Michael Drensteinfurt.

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