"Düstere" Aussichten für Windstromproduktion in Drensteinfurt

Ein Koloss stürzt: Spezialisten "fällen" 95 Meter hohes Windrad

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Schweißer bauen das Windrad auseinander, damit es zum Recyceln abtransportiert werden kann.

Drensteinfurt - 20 Jahre lang hat es seinen Dienst getan, hat 13.050.000 KW Strom für 185 Haushalte produziert. Doch nun standen kostspielige Reparaturen an. Die Betreiber beschlossen deshalb, das Windrad in Natorp abzubauen.

Fachleute machten sich in diesen Tagen am ausgedienten Windrad in der Bauernschaft Natorp zu schaffen. Sie schnitten das Windrad am Sockel gezielt ein. Wie beim Fällen eines Baumes kippte es auf die Seite. Anschließend wurde damit begonnen, es vor Ort Stück für Stück zu demontieren. Die letzten Teile des Windrads sollen am Freitagnachmittag zum Recyceln verladen werden. 

Auf dem Platz, wo bis Anfang der Woche noch das Windrad 95 Meter hoch in der Luft ragte und sich zuverlässig die Rotorblätter drehten, wurde emsig gearbeitet. So sind nur noch Einzelteile von der Anlage übrig. Schweißer kürzten und kürzen weiterhin den Turm, damit er transportfähig ist.

Windrad in Drensteinfurt Natorp ist Geschichte

Das Windrad wurde am 8. April 1998 in Betrieb genommen. Betreiber war die Natorp-Stromeinspeisegesellschaft GbR, zu der die Zahnärztin Dr. Rita Furtner-Volling, der Landwirt Heinz-Josef Uhlenbrock und der Kaufmann Rainer Volling gehören. Letzterer ist Geschäftsführer der Gesellschaft. Gerne würde die Gesellschaft ein neues und effektiveres Windrad aufstellen, „doch statt Hilfe durch die Stadt werden uns Steine in den Weg gelegt“, sagt Volling. Sein Fazit: „Es sieht düster aus für die regenerative Stromproduktion mittels Wind in Drensteinfurt.“

"Keinerlei Schlagopferfunde"

Es gibt außer der Anlage in Natorp noch drei weitere Windräder in Drensteinfurt. Für die Betreiber ist der Abbau bedauerlich. Die Fläche um die Anlage habe sich zu einem Refugium für das hier vorkommende Niederwild entwickelt. Über die gesamte Betriebszeit der Anlage, versichert Rainer Volling, habe es keinerlei Schlagopferfunde von Greifvögeln wie Rotmilan, Bussard, Habicht, Turmfalke oder den hier vorkommenden fünf Fledermausarten gegeben. 

Am Freitagmittag, so erklärt Thomas Zscherper, Inhaber der gleichnamigen Demontagefirma, werden die letzten Reste des Windrades verschwunden sein.

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