Woche der Abfallvermeidung auch in Drensteinfurt

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Die gemeinnützige Initiative Horizonte – hier mit Dirk Haberecht – kooperiert mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH (AWG), um noch intakte Gebrauchsgegenstände weiterzuverwenden.

Drensteinfurt - Die „Europäische Woche der Abfallvermeidung“ beginnt am heutigen Samstag. Die mittlerweile zum zehnten Mal stattfindende Aktion steht unter dem Jahresmotto „Wertschätzen statt wegwerfen – miteinander und voneinander lernen“.

Der Kreis Warendorf veranstaltet am heutigen Samstag auf dem Recyclinghof Ostbevern den Wiederverwendungstag. Von 9 bis 13 Uhr können noch gebrauchsfähige und gut erhaltene „alte Schätzchen“ dort abgegeben werden. Mitarbeiter von Horizonte schauen, ob die Sachen noch einmal verwendet werden können.

Außerdem läuft die Mehrwegbecher-Kampagne für „Coffee to go“ an. Alle 26 Kommunen des Kreises sind mit dem Ziel dabei, flächendeckend einen grünen Mehrwegbecher in Restaurants und Backshops anzubieten. Jeder Becher ist mindestens 500 Mal wiederverwendbar, mikrowellen- und spülmaschinenfest, recycelbar, in Deutschland hergestellt und kosten einen Euro.

125 Kilogramm Restmüll produzierte jeder Drensteinfurter statistisch gesehen im Jahr 2018. Der Restmüll wird im Entsorgungszentrum Ecowest in Ennigerloh sortiert, zerkleinert, gesiebt, getrocknet und zu einem Ersatzbrennstoff aufbereitet, der unter anderem in der Zementindustrie und in Feuerungsanlagen von EBS-Kraftwerken als Ersatz für fossile Energieträger wie Kohle oder Erdöl eingesetzt wird. Schrott, Altpapier und Altglas werden von der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) der Wiederverwertung zugeführt.

„Die Abfallverwertung ist bei uns fast komplett gelöst“, bestätigt Hans-Ulrich Herding vom Umweltamt der Stadt Drensteinfurt. Gerade der Restmüll werde beim Kreis sehr sauber getrennt.

Besonders gut funktioniere der Biomüll „mit einem 100 Prozent intakten Kreislauf“. Während Herding die Stewwerter Bürger hinsichtlich der Befüllungsdisziplin lobt, sieht das im gesamten Kreis anders aus: „Die Bioabfälle sehen oft aus wie Restmüll,“ gibt Sabine Lubeley, Pressesprecherin der AWG zu. Viele sammelten ihre Bioabfälle in Plastiktüten und entsorgten beides in der Biotonne. Turnschuhe, Windeln, Plastik – es gebe nichts, was man in der Biotonne nicht finde. „Das schadet der Umwelt“, so Lubeley: Plastik habe im Biomüll nichts zu suchen.

In Drensteinfurt seien, so Herding, lediglich die Plastiktüten ein Problem. Besonders gut sei dort auch die Weiterverwertung von Papier. Das schmutzige Papier werde zu Kartons weiterverarbeitet und sauberes zu Schreibpapier.

Überhaupt sammle keine Kommune so viel Papier wie Stewwert mit 70 Kilogramm pro Einwohner im Jahr.

Von Seiten des Naturschutzbundes (Nabu) heißt es: „Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht entsteht“. Damit stößt die Naturschutzstation bei Hans-Ulrich Herding auf offene Ohren. Viele Dinge würden heute entsorgt, die andere noch gut gebrauchen könnten. Er empfehle Trödelmärkte oder Kleinanzeigen in entsprechenden Onlineportalen. Dort könne man gut erhaltene Gegenstände „für kleines Geld“ verkaufen oder auch verschenken.

Im Bereich Lüdinghausen gibt es auf den Recyclinghöfen einen Container, eine Art Fundgrube, in der Bürger gut erhaltene Dinge abstellen können. Wer etwas findet, was er benötigt, dürfe es kostenlos mitnehmen. Schon lange wünscht sich Hans-Ulrich Herding, diese gut funktionierende Möglichkeit der Wiederverwertung auch für Drensteinfurt. „Bisher scheitert die Realisierung aber an der AWG“, erklärt der Leiter des Umweltamtes bedauernd.

In Drensteinfurt gebe es dafür aber die Möglichkeit wirklich sehr gut erhaltene Gegenstände bei den Mitarbeitern des Wertstoffhofes für Horizonte in Ennigerloh abzugeben.

Auch das offene Bücherregal sei eine kleine Möglichkeit, Abfall zu vermeiden, indem die Bücher kostenlos von vielen gelesen werden können. Insgesamt habe sich, so Herding, die Abfallmenge in den vergangenen Jahren immens vermehrt. Darum seine Bitte an die Bürger: „Kaufen Sie Sachen, die langlebiger und zeitlos sind“. Auf diese Weise könne eine Menge Abfall vermieden werden.

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